"Notfalls muss das betoniert und blau angestrichen werden!" Der wohl nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag von Stadtrat Richard Raab (FWG) zur Kostenreduzierung für das künftige Aschbacher Freibad wird in dieser Form höchstwahrscheinlich nicht realisiert werden. Dennoch müssen sich die Stadträte etwas einfallen lassen, sollen die Kosten nicht "unendliche Höhen" von zwei Millionen und mehr erreichen. Denn bis jetzt konnten sich die Stadtväter und die engagierte Aschbacher Schwimmbadinitiative nicht auf ein Konzept einigen.

Drei Planvarianten gibt es bereits für das - als Konsequenz aus dem Bürgerentscheid - zur Sanierung anstehende Freibad. In der Stadtratssitzung stellte Bürgermeister Georg Zipfel (FWG) jetzt eine neue vierte Variante in Aussicht. Sie könnte als Kompromiss sowohl Stadträte als auch die Schwimmbadinitiative zufriedenstellen und einen Schlussstrich unter die Freibad-Diskussion setzen.

Denn diese ist - wie Johann Schadel (Unabhängige Bürgergemeinschaft) feststellte - mittlerweile zur "unendlichen Geschichte" mutiert. Leisten könne sich die Stadt weder die Variante für eine Million noch die für zwei Millionen, fand Schadel.


Freiwillige Arbeit oder nicht?


Für Unmut sorgte bei einigen Räten ein Brief, den Siegfried Piechulek im Namen der Aschbacher Schwimmbadinitiative geschrieben hatte. Darin wird angekündigt, dass 4800 freiwillige Arbeitsstunden nur dann geleistet werden, wenn die von der Initiative gewünschte Variante zur Ausführung kommt. Diese, ein Konzept aus dem Jahr 2010, kommt nach den Worten des Bürgermeisters auf mehr als 2 Millionen.

"Die Varianten eins und zwei entsprechen nicht unseren Vorstellungen", erläuterte Adalbert Zink (FWG) in der Sitzung. In den Entwürfen fehle ein Spaßbereich für Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren. Das führe unweigerlich zu Konflikten zwischen Schwimmern und "jungen Leuten, die Spaß haben wollen". Letztendlich möchte die Initiative einen Schwimmbereich, einen Kleinkind- und einen Spaßbereich.

Bürgermeister Zipfel stieß sich zwar "am Ton" des Schreibens der Bürgerinitiative. Er ist aber offensichtlich bemüht, die Angelegenheit in trockene Tücher zu bringen.

Nach Rücksprache mit dem Planer der Kulmbacher Gruppe Plafog konnte Zipfel Hoffnung auf einen Kompromiss machen. Die Kosten könnten damit im Bereich von 1,5 Millionen bleiben, müssen aber erst noch genauer kalkuliert werden. Der neue Vorschlag geht davon aus, dass von einem Wettkampfbecken (mit den dafür vorgeschriebenen Maßen) Abstand genommen wird. Dafür könnte ein Mehrzweckbecken mit Spaßbereich, Rutsche, Wasserpilz entstehen.


Frage der Finanzierung


Die von der Initiative angeführten 4800 freiwilligen Arbeitsstunden hätte Zipfel gerne in die Kostenschätzung einbezogen, "um dann auf 1,5 Millionen runterzukommen". Er habe jedoch die Liste der gezeichneten Arbeitsstunden nicht einsehen und daher auch keine Berechnungen anstellen können, betonte der Stadtchef. Einen fachlich versierten Handwerker könne man schließlich nicht genauso einstufen wie einen alten Menschen, der vielleicht nur Hilfsdienste leisten könne. Die genannten freiwilligen Arbeitsstunden als Kostengröße zu bewerten, sei daher unmöglich.

Dass im Gremium beim Thema Freibad längst "nicht Friede, Freude, Eierkuchen herrschen", machte Alfred Schuster (Unabhängige Bürgergemeinschaft) deutlich. Er fand das Schreiben der Schwimmbadinitiative und die Aussage "wenn wir nicht diese Ausführung bekommen" als dreist. "Wir sollten uns das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen und hier im Gremium entscheiden. Letztendlich müssen wir bei den Bürgern auch unseren Kopf hinhalten", mahnte Schuster. Anfangs sei von 1,1 Millionen geredet worden. "Wenn wir jetzt 1,5 Millionen beschließen, landen wir am Ende bei zwei Millionen", gab er zu bedenken.

"Ich frage mich, wie wir das finanzieren sollen", sagte Dritter Bürgermeister Reinhold Hofmann (Unabhängige Bürgermeinschaft). Die Stadt werde die Freibadsanierung über Kredite finanzieren und die Steuern erhöhen müssen. Ob das im Sinne der Bürger sei, stellte Hofmann in Frage. Schließlich entscheide eine Mehrheit von nur 24 Stimmen (im Bürgerentscheid) über die Angelegenheit. Rainer Herdegen (SPD) warf dem Dritten Bürgermeister daraufhin Polemik vor.

Der Stadtrat müsse sehr gewissenhaft mit dem Geld umgehen, gab Winfried Gerner zu bedenken. Der CSU-Stadtrat möchte daher wissen, "was nötig und was finanziell machbar ist". Er regte an, zu Vergleichszwecken Besucherzahlen bei den Nachbargemeinden Burghaslach und Abtswind einzuholen, um daraus die notwendige Größe für das Bad abzuleiten. Bürgermeister Zipfel will zunächst die neue Planungsvariante abwarten und diese dann der Schwimmbadinitiative vorlegen.