"Ich bin froh, dass die dringend notwendige Versorgung mit Trinkwasser nun Gestalt annimmt." Das sagt Heinrich Thaler (CSU). Der Bürgermeister muss es wissen, denn als Untersteinacher betrifft ihn dieses Projekt auch persönlich. Genau deswegen war ihm der jüngste Termin mit dem Vorsitzenden des Wasserzweckverbandes Auracher Gruppe, Jakobus Kötzner, und Wassermeister Clemens Philipp besonders wichtig. Der Zweckverband wird Untersteinach künftig mit Wasser versorgen.


Übergabeschacht bei der B22

Die ab dem Übergabeschacht (an der Abzweigung an der B 22 nach Unterweiler) beginnende Wasserleitung hat Untersteinach erreicht. Für die meisten der 130 Einwohner in über 30 Anwesen ist das Leben - trinkwassertechnisch - auch im 21. Jahrhundert noch überaus rückständig.

Das kann eine 83-Jährige, die ungenannt bleiben möchte, nur bezeugen. Ganz früher wurde die Qualität des Trinkwassers noch nicht so thematisiert und vor allem kontrolliert wie heute, sagt sie. Doch bevor sie und ihr Mann in den 60ern bauen durften, musste das Wasser untersucht werden. Das Ehepaar hat eigens einen weiteren Brunnen bohren lassen, dessen Wasser "eingeschickt" und erst dann die Baugenehmigung erhalten.


Kaffee ungenießbar

Das erste Kochen mit dem Wasser ist unvergessen: Es gab Nudeln und Gulasch, und "das war so bitter!" Selbst mit diesem Wasser gebrühter Kaffee war praktisch ungenießbar. Die Familie unternahm etliches, um die Wasserqualität zu verbessern, unter anderem, wurde für viel Geld ein Enthärter angeschafft. Leider ohne den gewünschten Erfolg. Seit vielen Jahren versorgt man sich auswärts. In den letzten Jahren etwa von einer Quelle aus dem benachbarten Mittelsteinach. Die 83-Jährige und ihr ein Jahr älterer Mann bevorraten sich mit Zehn-Liter-Kanistern. "Es wird Zeit, dass Wasser kommt," findet die Frau.

Dem kann eine 57-Jährige nur beipflichten. Auch sie ist seit Jahren stets mit Trinkwasserbehältern unterwegs. Nur Waschen, Spülen und Putzen wird mit eigenem Wasser erledigt, fürs Kochen ist es absolut tabu, da zu sulfathaltig. Und wenn die Familie badet, "dann riecht das Wasser in der Wanne nach Rost." Dass die neue Wasserleitung nun tatsächlich schon bis Untersteinach reicht, hat sie nicht so recht mitbekommen. Was sie weiß ist hingegen, "wenn das Wasser zu uns kommt, dann wird das Haus zur Großbaustelle, dann müssen Bäder neu gemacht werden." Trotzdem: "Wir warten dringend und ich hoffe, dass es schnell kommt."

Manchen freilich pressiert es nicht so sehr, weiß die 83-Jährige. Sie meint damit diejenigen, deren Brunnen annehmbare Qualität liefern, die etwa ihre Brunnen erst saniert haben. Aber trotzdem, findet sie, es geht ja um die Allgemeinheit.


550.000-Euro-Projekt


Im Frühjahr sollen Wassernetz und Hausanschlüsse in Untersteinach erstellt werden, so Thaler. Zusammen mit der fast 900 Meter langen Polypropylen-Leitung, Übergabeschächten und Druckanlagen kostet das Projekt rund 550.000 Euro. Die Leitung wurde im modernen Spülbohrverfahren eingezogen.

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