Die rund 300 Zuschauer beim Heimspiel des FC Eintracht Bamberg gegen den TSV Buch in der vergangenen Woche sahen ein normales Fußballmatch in der Landesliga, das 1:1 endete. Die Fans dürften oben auf der Tribüne nicht mitbekommen haben, dass derweil unten in den Katakomben nicht alles wie gewohnt lief. So mussten die Schiedsrichter zum Umziehen in einen anderen Raum ausweichen.
Denn in der eigentlichen Umkleidekabine der Referees kroch Feuchtigkeit an der Wand vom Boden nach oben, teilweise waren Schimmelflecken zu sehen. Das betrifft nicht nur die Kabine der Schiedsrichter, wie eine Nachfrage bei der Stadt ergab. Auch Sanitätsraum, Wettkampfbüro, Dopingkontrollraum und Stadionmeisterbüro sind wohl betroffen. "Als eine Erstmaßnahme sind diese innenliegenden Räume dichtgemacht und Anti-Schimmelmittel aufgesprüht worden", erklärt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar.
Da die Stadt auf Nummer sicher gehen will, wurde die Lüftungsanlage ausgeschaltet, um eine mögliche Ausbreitung von Schimmelsporen zu vermeiden. Aus diesem Grund wurden alle Umkleiden und Duschen, auch wenn dort keine Schimmelbildung vorhanden war, vorsorglich geschlossen.
Die Stadt ließ in dieser Woche Luftmessungen durchführen. Das Ergebnis beruhigt: "Eine Gesundheitsgefährdung besteht nicht", erklärt Werner Kühhorn, Leiter des städtischen Immobilienmanagements. Auch die Umkleiden bleiben dennoch vorsorglich geschlossen.


Suche nach der undichten Stelle

Kühhorn steht wie seine Mitarbeiter noch vor einem Rätsel: Was hat zu dem Wasserschaden geführt? "Wir sind an der Ursachenforschung." Dazu seien bereits Fachfirmen beauftragt worden. So sei derzeit noch unklar, ob die Feuchtigkeit etwa von einem defekten Heizungsrohr herrühre oder doch von außen eindringe.
Denn in dem Gebiet ist viel Grundwasser vorhanden - trotz der Hitze auch derzeit, bestätigt Kühhorn. Selbst beim Bau des benachbarten Bambados mussten damals besondere Vorkehrungen getroffen werden: Laut den Stadtwerken wurde das Gebäude durch eine sogenannte Weiße Wanne vor dem Eindringen von Wasser geschützt. Was keiner zu denken wagt: dass es sich um ein bauliches Problem an der im Jahr 2008 für 2,8 Millionen Euro sanierten Stadiontribüne handeln könnte.
Um das sicher auszuschließen, muss laut Kühhorn der Estrich zunächst getrocknet werden, damit der genaue Schadensort und das Ausmaß festgestellt werden können. Die Böden wurden freigelegt, der Umkleidekabinentrakt wird wohl noch mehrere Wochen, möglicherweise sogar Monate gesperrt bleiben.
Zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU), zuständiger Sportreferent, lobt die Umsicht der Fachabteilung, die sofort reagiert habe. Das zuständige Gartenamt gibt für das Sportgelände und die Außenbereiche Entwarnung, diese könnten gefahrlos genutzt werden. Auch die von außen zugänglichen Toiletten seien uneingeschränkt nutzbar. So können auch die Fußballer der Eintracht ihr Spiel am heutigen Samstag gegen den SV Friesen im Stadion bestreiten. Allerdings müssen sich die Spieler und das Schiedsrichterteam ein paar Meter weiter im Eintracht-Gebäude umziehen.