19 junge Erwachsene tauschten am Mittwochvormittag Vorlesungssaal oder Klassenzimmer gegen den "Freiraum", eine Bar in der Kapuzinerstraße. Hier erarbeiteten sie auf Einladung vom Fränkischen Tag und der Volkshochschule Bamberg-Stadt in drei Kleingruppen Visionen, wie sie sich Bambergs Zukunft in den Bereichen Arbeit, Mobilität und Kommunikation vorstellen.

Dafür klebten sie auf Bilderrahmen neonfarbene Notizzettel, sortierten Stichpunkte auf den Tischen hin und her und stärkten sich unter anderem mit Spezi in der alkoholfreien Variante. Ginge es nach einigen von ihnen, würde es so eine Arbeitsstätte im besonderen Stil zugänglich für jedermann in Bamberg geben.


Arbeiten im rosa Mädchenzimmer

Eine der konkreten Visionen lautete nämlich: Ein Co-Working-Space, eine Büroanlage, in der unterschiedliche Räume - im Kneipen- oder rosa Mädchenzimmerstil - unterschiedliche Berufstätige aber auch Schüler anlockt. "Wenn ich irgendwo bin, wo es mir gefällt, bin ich auch produktiver", sagt Tina während der Abschlusspräsentation. Mit für sie teils neuen Methoden, die FT-Innovationsmanagerin Catharina Stamm unter dem Begriff "agiles Arbeiten" zusammenfasst, sammelten die Schüler und Studierende Ergebnisse, zu denen zum Beispiel auch eine starke Internetverbindung - in jeder Gemeinde des Landkreises und in jeder Straße der Stadt - gehört.

"Es kann nicht sein, dass man in einem Kaff eine bessere Internetverbindung hat als in der Stadt", sagte Max. Über das Thema "Internet und Kommunikation" sprach zu Beginn der Veranstaltung auch Gero Schmitt-Sausen, Geschäftsführer von infranken.de.


Von Angesicht zu Angesicht

Auf den Schulgong wartete keiner. "Für mich hätte es ruhig den ganzen Tag gehen können", sagt eine Schülerin in der Abschlussrunde. Um sich nicht aus den Augen zu verlieren, tauschen die meisten noch Handynummern aus - am allerliebsten wäre den jungen Erwachsenen aber ein Nachtreffen, persönlich und direkt. Denn die "Face-to-face"-Kommunikation scheint zwar immer mehr in den Hintergrund zu rücken, wird aber zumindest von diesen 19 jungen Leuten als zwischenmenschliches Nonplusultra wahrgenommen.


Ergebnisse: Arbeitsgruppe Arbeit

Diese Punkte hat die Arbeitsgruppe Arbeit entwickelt:
In die Bildung sollte bis 2050 investiert werden, darunter fallen
- Einrichtung von Co-Working Spaces in Bamberg für Schüler, Studenten und Arbeitnehmer. Für alle drei Gruppen soll es spezielle Spaces geben, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Auch sollen in den Räumlichkeiten Themenwelten entstehen, welche die Kreativität fördern.
- Ausbau des Breitbandnetzes in Bamberg, um es möglich zu machen, an jedem Ort zu arbeiten, z. B. Home Office. Durch ein schnelles und funktionierendes Internet wird der Austausch via Skype, AI, etc. möglich gemacht. Das wiederum trägt dazu bei, von überall arbeiten zu können und dabei "virtuell" seine Kollegen kennenzulernen. Auch kann man so den Job nachgehen, welchen man ausüben möchte, ohne dafür umzuziehen oder pendeln zu müssen.
- Weiterbildung von Schülern, Lehrer, etc. in den Themen digitales Arbeiten/ Nutzung von digitalen Hilfsmitteln. Auch die Uni/ Schule soll digitalisiert werden, Aufbau eines Lehrstuhls an der Bamberger Uni, der sich mit solchen Themen beschäftigt
- Medienbildung, digitale Kommunikationsmittel sollen geschult werden


Ergebnisse: Arbeitsgruppe Kommunikation

Dies haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Kommunikation festgehalten:
Kommunikation sollte persönlich und im Netz stattfinden können, schnell und einfach gehen
Plus: permanente Erreichbarkeit, sofortige Übermittlung, Vernetzung, überall und global, Medien / Infos können stets eingesehen und übermittelt werden
Es werden sich ständig neue digitale Formen entwickeln (Vielleicht lassen sich mehrere Funktionen in einigen wenigen apps bündeln)
Informationen sollten frei zugänglich sein für alle, aber im Diskurs von internationalen Gremien kontrolliert sein
Nur Bildung und Aufklärung können Sender und Empfänger, wie Auswerter von Infos urteilsfähig machen. Nur Bildung und Aufklärung führen zu sinnvollen Infos.
Etikette für das jeweilige Kommunikationsmittel (mediale Kommunikation, internationale Kommunikation) sollte entwickelt werden - damit Verständigung und Zusammenarbeit gewährleistet sind
Persönliche Kontakte sind absolut wichtig, emotionale Erfahrungen, Blickkontakte und echte Begegnungen fördern und erhalten das Zwischenmenschliche
Bamberg 2050: Bamberg, ein multikultureller, pluralistischer Ort mit Tradition und Innovation und zahlreichen Bildungseinrichtungen, unterschiedlichen Kulturanbietern ist ein idealer Ausgangspunkt, von dem aus der Wunsch nach Etikette, Interkultureller Bildung ausgehen könnte und weiter entwickelt werden könnte. Gemeinsam mit anderen Standorten (international) könnte man dies bis 2050 entwickelt haben.
Weitergedacht mit dem Reizwort Bank:
Datenbank: Medien - Information; Speichern und Verteilen; Diskurs und öffentliche Kontrolle durch internationale Gremien; Internationale Lösungen
Parkbank: Zwischenmenschlich (Blickkontakt); Nicht nur Information, auch Emotion; Spontaneität; öffentlich, nah und fern
Schulbank: Kritisches Denken; Urteilsfähigkeit; Bildung; Internationalität; Aufklärung
Sandbank: Datenklau; Trolle; Isolation; Missverständnisse; Fake news; Monopolisierung von Informationen; Internet - Arthrose


Ergebnisse: Arbeitsgruppe Mobilität

Was die Arbeitsgruppe Mobilität entwickelt hat, ist hier nachzulesen.