Zu schaffen machen den Internetermittlern vor allem die Verbreitung von Kinderpornografie, Betrügereien auf Handelsplattformen wie etwa Ebay und Schadprogramme beispielsweise zum Ausspähen von Daten. Kauf und Verkauf von Drogen und Waffen findet in der Regel im Darknet statt, einem kaum zugänglichen Teil des Internets. Seit 2015 ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) in Bamberg den Kriminellen im Netz auf der Spur. Gemeinsam mit Fachleuten der Polizei und des Bundeskriminalamtes ermitteln spezialisierte Staatsanwälte sowie IT-Fachleute rund um die Uhr an den virtuellen Tatorten des Landes.

"Juristisch betreten wir in vielen Fällen Neuland", sagt der Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky in Bamberg. Die Fallzahlen steigen: 2017 hat die Polizei im Freistaat mehr als 25 000 Fälle mit dem "Tatmittel Internet" registriert, deutschlandweit waren es fast 252 000. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen, so Janovsky. Im privaten wie im gewerblichen Bereich würden die Fälle zu selten angezeigt, sagt er.

Es gebe mittlerweile keine Straftat mehr, die nicht auch im Internet passieren kann. "In der Regel will der Cyberkriminelle aber Geld", meint Janovsky. Beispiel digitale Erpressung: Die Täter verschlüsseln über eine Schadsoftware die Computer ihrer Opfer und geben die Daten nur gegen Lösegeld wieder frei. Die ZCB rät übrigens davon ab, zu zahlen. Sonst werde deren Geschäft erst lukrativ, heißt es. Laut Polizeistatistik lag die Aufklärungsquote im Jahr 2017 bei 47,8 Prozent. Üben müssen sich die Netz-Ermittler in Geduld und Akribie. Vor allem, weil im Falle einer Ermittlung immer größere Datenmengen anfallen. "Wir leben von den Fehlern der Gegenüber", meint ZCB-Sprecher Goger, betont jedoch schnell: "Wir sind aber kein zahnloser Tiger."

Täter sind hauptsächlich Männer

Einhundertprozentige Sicherheit im Netz gibt es nicht. Wer über Internetzugang verfügt, ist angreifbar, so Goger. "Ich finde es unverständlich, wie wenig etwa mittelständische Unternehmen in Cybersicherheit investieren", sagt er mehr Sensibilisierung fordernd. Allein im Jahr 2017 haben sich die Beute- und Vermögensschäden durch Cybercrime auf mehr als 15 Millionen Euro summiert. Die vom ZCB ermittelten Täter sind fast immer Männer, in der Regel zwischen 18 und 35 Jahre alt, erklärt Goger.

Um sich zu schützen, helfen einige Tipps des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zum Beispiel sollten regelmäßig Sicherheitsupdates installiert und Virenschutzprogramme aktualisiert werden. Zudem sollte man persönliche Daten zurückhaltend herausgeben. Die Zwei-Faktor-Authentisierung erhöht die Sicherheit zusätzlich, rät das BSI. Ein starkes Passwort lässt sich etwa mit Chipkarten, TAN-Generatoren oder einem Fingerabdruck gut kombinieren.