Der Landkreis beschafft in den kommenden beiden Jahren für seine Feuerwehren vier sogenannte Wechsellader-Fahrzeuge mit insgesamt zwölf Einsatz-Containern. Ein Konzept dafür hat jetzt der zuständige Kreisausschuss des Kreistages bei einer Gegenstimme (Bernd Fricke/ Grüne) beschlossen. Bereits im Frühjahr war das Vorhaben diskutiert worden; damals hatten SPD und Grüne einen Plan für Stationierung und Einsatz gefordert. Ein solches Konzept wurde jetzt vom Geschäftsbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Matthias Schmolke, vorgelegt. Für die SPD zeigte sich Kreisrat Jonas Merzbacher damit "zufrieden". Ohne über Kosten zu reden wurde die Beschaffung beschlossen.

Laut Schmolke sollen die vier Fahrzeuge auf die vier Inspektionsbereiche des Landkreises verteilt und in Hallstadt, Scheßlitz, Schlüsselfeld und Hirschaid stationiert werden. Um das Kreisgebiet auf seiner ganzen Fläche bedienen zu können, werden "Achsen" von verschiedenen Feuerwehren gebildet. Um die Ausrückzeiten möglichst klein zu halten, könne die Stationierung nur dezentral erfolgen, begründete Schmolke. Dennoch war den Kreisräten nicht auf Anhieb verständlich, weshalb beispielsweise der Einsatzcontainer (im Fachjargon Abrollbehälter genannt), für Hochwasser ausgerechnet in Schlüsselfeld stationiert werden soll, weit entfernt von den Hochwassern des Mains.
Die Erklärung lieferte Feuerwehr-Referent Heusinger: "Der AB Hochwasser wurde mit Absicht dort geplant, wo es kaum Hochwasser gibt. Damit können die dortigen Wehren bei Überschwemmungen den Feuerwehren beispielsweise am Main, die schon beschäftigt sind, zu Hilfe kommen".

Unter diesem Aspekt sollen in Hallstadt die AB Sonderlöschmittel, Führung und Logistik disloziert werden, weil Hallstadt im Landkreis zentral gelegen ist. Wegen der waldreichen, dünn besiedelten und wasserarmen Regionen kommt einer der beiden AB Wasser nach Scheßlitz, der andere in den Steigerwald nach Schlüsselfeld. In Scheßlitz sind außerdem noch die AB Unwetter und Transport vorgesehen, in Schlüsselfeld ebenfalls ein AB Transport. In Hirschaid werden ein Schlauch-Container, eine Mulde und ein AB Logistik bereit gehalten.

Von der Verwaltung wurden Einzelheiten zu den Fahrzeugen und Abroll-Containern genannt. So haben die Trägerfahrzeuge (mit Container) ein zulässiges Gesamtgewicht von 26 Tonnen. Sie sind mit Hakenlift und Ladekran ausgestattet um die Container rasch wechseln zu können.

- Ein AB Wasser beispielsweise kann maximal 6000 Liter Wasser mitführen, verfügt über Schnellangriffseinrichtung und tragbare Wasserwerfer.
- Der Container "Sonderlöschmittel" führt Schaummittel, Löschpulver und Kohlendioxid zum Löschen mit, dazu Metallbrandpulver sowie eine Schaummischanlage.
- Ein AB Unwetter ist bestückt mit Stromgenerator und verschiedenen Pumpen.
- Ein AB Schlauch ist mit 4000 Meter Schläuchen ausgestattet.
- Ein AB Führung dient zur Erweiterung des Einsatzleitwagens des Landkreises und beinhaltet zum Beispiel einen Küchenblock, Beamer und Leinwand sowie Material zur Stabsarbeit.
- Der AB Logistik dient zum Transport aller Einsatzmittel.
- Ein AB Hochwasser verfügt über eine Sandsackfüllmaschine, Stromerzeuger, Teleskoplader, Sandsäcke und Schaufeln.

Neben diesen Anschaffungen gibt es bei der Stadt Bamberg bereits einen AB Ölabwehr.
Noch nicht entschieden ist, das ergab eine Nachfrage von Kreisrat Bernd Fricke (Grüne), welche Container wann angeschafft werden. Die Zuführung werde auf zwei Jahre - 2014 und 2015 - verteilt, beschied Landrat Denzler (CSU), das Nähere ergäben die Ausschreibungen.

Führerscheine noch dazu

Weil für die Fahrzeuge ein Führerschein der Klasse C notwendig ist, finanziert der Landkreis einmalig den Erwerb dreier solcher Führerscheine pro Standort mit je bis zu 2000 Euro. Für die Bedienung der Ladekräne werden 24 Feuerwehrleute auf Kosten des Landkreises die nötigen Lehrgänge absolvieren (Kosten 2100 Euro). Die Ausbildung zum Umgang mit Fahrzeugen und Behältern obliegt den jeweiligen Wehren. Die Betriebskosten trägt der Landkreis.