Derzeit werden mehr als 2000 Bundespolizisten auf einem Großteil der ehemaligen US-Kaserne im Osten Bambergs ausgebildet. Dauerhaft sollen die Zahlen in den kommenden Jahren auf rund 1000 Aus- und Fortbildungsplätze schrumpfen. In der Stadt werden Hoffnungen daran geknüpft, dass dann Flächen und Gebäude für bezahlbaren Wohnraum frei werden.

Nun scheint auch klar, wann die Zahlen des Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrums (BPOLAFZ) genau zurückgehen: Ab 2024 sollen sie mehr als halbiert werden und auf 985 Plätze sinken, das berichten Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum und die GAL Bamberg in einer aktuellen Pressemitteilung. Die konkreten Zahlen gehen aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Anfrage von Badum hervor.

"Das ist eine gute Nachricht für Bamberg, weil dadurch Entwicklungspotenziale für die Stadt und besonders für die Konversionsflächen im Stadtosten frei werden", erklärt Badum. GAL-Stadträtin Petra Friedrich fordert, dass sich nun Oberbürgermeister und Stadtrat daran machen müssen, die Planungen für die freiwerdenden Flächen und Gebäude zu forcieren. Es gehe darum, bezahlbaren Wohnraum besonders für Familien mit Kindern zu schaffen.

GAL-Vorstand Jonas Glüsenkamp findet, dass man sich vor diesem Hintergrund auf die Entwicklung der bereits genutzten und bebauten Warner Barracks, wo sich heute die Bundespolizei befindet, konzentrieren sollte und nicht auf "die wertvollen Naturflächen und den Wald des Muna-Geländes".

Laut Auskunft der Stadt hat die Bundespolizei von Anfang an verdeutlicht, dass das Aus- und Fortbildungszentrum sowohl von der Personalstärke als auch vom Flächenbedarf kleiner werden wird. "Unklar war bislang allerdings immer, wie deutlich diese Verkleinerung ausfällt und wann diese eintreten wird", erklärt Konversionsreferent Christian Hinterstein.

In eine konkrete Planung kann laut Stadt noch nicht eingestiegen werden. Entscheidend sei nun, zu erfahren, welche Fläche die Bundespolizei für den dauerhaften Ausbildungsbetrieb benötige. Das müsse der Bund zunächst erklären. "Erst dann ist klar, welche Flächen für eine nachhaltige, auch ein verkleinertes BPOLAFZ integrierende, Stadtentwicklung zur Verfügung stehen", so Hinterstein.

Aus Sicht der Stadt müsse sich die Planung des Bundes auf das für die Aufgabenerfüllung unbedingt benötigte Mindestmaß beschränken und besondere Rücksicht auf die Wohnungssituation in Bamberg nehmen. "Ziel der Stadt Bamberg ist es, insbesondere die ehemaligen US-Housing-Areas als neuen Wohnraum für die Stadtgesellschaft zu entwickeln." Dies gehe aber nur, wenn der Bund diese Fläche frei macht und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben diese an die Stadt verkauft. Entscheidend sei, dass der Bund die Planungen rasch mit der Stadt abstimmt.