Markus Ritter wohnt dort, wo er jeden Tag das Problem hautnah erlebt: Verkehrsstaus in der Pödeldorfer Straße und Gehupe, das vom wenige Meter entfernten und meist überfüllten Parkplatz des Einkaufszentrums am Berliner Ring herrührt. "Die Situation hat sich in den letzten Wochen dramatisch verschlechtert. Da geht es zu wie auf dem Münchner Stachus", ist der Eindruck von Ritter.

Immer wieder komme es an der Ein- und Ausfahrt des Geländes zu brenzligen Situationen, auch für Radfahrer und Fußgänger. Da die Parkplätze auf dem Areal, auf dem unter anderem Edeka, McFit und der Drogeriemarkt dm zu finden sind, nicht ausreichen, würden die Parkplätze in der Pödeldorfer Straße zugeparkt. Ritter sieht die Verwaltung in der Pflicht, dass sie etwas an der Situation ändert.


"Vernünftige Lösung"

Ritter scheint nicht allein: "Der Bürgerverein Bamberg Ost will nun, auf Drängen zahlreicher Bürger, einen erneuten Anlauf unternehmen, Bewegung in die verfahrene Situation zu bringen." Das schreibt Heinz Kuntke, Vorsitzender des Bürgervereins, an Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und fordert in dem Brief, dass ein "koordinierter Termin vor Ort mit den Verantwortlichen, Eigentümern, Vertretern der Stadt, Nachbarn und Geschäftsinhabern durchgeführt" wird. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass Anwohner und Besucher entlastet und eine "gemeinsame vernünftige Lösung in Bezug auf die Zufahrts- und Parksituation" erarbeitet werde.

Vieles wurde bereits versucht, auch die Stadtpolitik hatte sich eingeschaltet. So auch die Bamberger Allianz um Dieter Weinsheimer, die Ende vergangenen Jahres die Verwaltung erneut auf das Problem aufmerksam gemacht hatte. Kritik war da auch vom Elternbeirat der benachbarten Kita Sankt Heinrich geäußert worden.

Es stand früher bereits die Frage im Raum, ob eine Entlastung durch eine zweite Ausfahrt in Richtung Starkenfeldstraße möglich wäre. Allerdings hieß es dazu zuletzt aus dem Baureferat, dass dies aufgrund der baulichen Situation nicht möglich sei.

Weitere Maßnahmen wie die Markierung einer Linksabbiegespur in der Pödeldorfer Straße sowie weitere kleinere Verbesserungen scheitern derzeit, da laut Verwaltung bisher keine Lösung mit den Investoren gefunden werden konnte. Diese sieht die Stadt mit in der Pflicht.


Freie Gedanken machen

Anwohner Markus Ritter sieht dagegen die Stadt in der Verantwortung, schließlich sei die Ein- und Ausfahrt in der Pödeldorfer Straße eine Fehlplanung. Außerdem habe die Stadt statt ausreichender Stellplätze eine Ablöse akzeptiert, was zum Engpass auf dem Parkplatz führe. Ritter spricht sich auch für einen Ortstermin aus, an dem man sich "freie Gedanken" über mögliche Lösungen machen könne - auch über eine Ausfahrt in der Starkenfeldstraße: "Wo wirklich ein Wille, da ist auch ein Weg."

Ob es zu einem Ortstermin kommt, ist noch offen. Das Schreiben des Bürgervereins ist der Stadt erst zugegangen. Sprecherin Ulrike Siebenhaar sagt aber: "Wenn Besprechungsbedarf da ist, dann werden wir einen Termin selbstverständlich auch anbieten."