Vielleicht wird das ja mal eine richtig nette Ecke? Dasitzen, aufs Wasser schauen und das Bamberg-Flair genießen. Hinkommen könnte man zum Beispiel mit dem Fahrrad und das an den neuen Abstellbügeln festketten - oder das E-Bike an die Ladestation anschließen. All das ist nämlich geplant für den Hinterhof an der Ecke Kettenbrücke/Hauptwachstraße, den man bisher nur aus der Luft gut erkennen kann.

Gut, Bänke oder Stühle stehen noch nicht in den Unterlagen der jüngsten Sitzung des Bau- und Werksenates. Doch Baureferent Thomas Beese kündigte an: "Die Anregung zu den Sitzgelegenheiten nehmen wir gerne mit auf." Angefragt hatte Ursula Sowa von der Grün-Alternativen Liste (GAL).


Kiosk und Mauer abreißen

Doch bis es soweit ist, steht noch Einiges an Arbeit bevor. Der leer stehende Pavillon, auf dem Foto das halbrunde Häuschen, muss abgebrochen werden. Ebenso das Tor davor. Dann soll der Boden im Stil der Fußgängerzone gestaltet werden, sprich mit Granitsteinpflastern. Diese Straßenbauarbeiten sind für das Jahr 2019 geplant. Am Ende sollen die Bamberger wieder ein Stück öffentlichen Raumes zurückbekommen.

Das Grundstück an der Kettenbrücke war Jahrzehnte lang an ein dort ansässiges Busunternehmen vermietet, das mittlerweile nicht mehr existiert. Der Kiosk und das Tor sollen aber noch vom Mieter abgerissen werden.
Doch saniert wird nicht nur die ebene Fläche, sondern sozusagen auch 90 Grad nach unten: Eine historische Stützmauer aus "Stampfbeton", die erst auf den zweiten Blick auffällt. An der Uferseite des Einzeldenkmals sind quadratische und rechteckige Facetten eingearbeitet, die teilweise recht mitgenommen aussehen: An einigen Stellen ist der Beton abgeplatzt, auch Risse sind zu sehen und teilweise haben sich Algen und Moos ausgebreitet.

Am oberen Rand der Mauer geht die Schadensaufnahme weiter: Direkt an den Aufzug schließt eine massive Absturzsicherung aus Stahlträgern und Holzplatten an. Sie war zusammen mit dem Neubau der Kettenbrücke errichtet worden. Nicht zu Übersehen ist dabei ein Stück Straßenleitplanke. Nicht gerade passend für ein Welterbe, wie Baureferent Beese andeutete. Hinter dem noch vorhandenen Tor geht es weiter: Dort verläufen ein stark verrostetes Stahlgeländer und ein Holzgeländer, die Standhaftigkeit beider Konstruktionen ist mittlerweile fraglich.

Deswegen plant die Stadt im ersten Bauabschnitt noch dieses Jahr mit der Sanierung der historischen Stützmauer "Heinrichsdamm Nord" zu beginnen. Das heißt unter anderem: Abbau der alten Absturzsicherung, Sanierung der Betonmauer inklusive Graffitischutz, Sanierung der Sandsteinmauer inklusive Graffitischutz und Anbau eines neuen Stahlgeländers.


Hoffen auf satte Förderung

Die Kosten dafür liegen etwa bei 180 000 Euro. Noch etwas mehr kostet die Gestaltung der Straßenoberfläche: Diese Arbeiten sind mit etwa 200 000 Euro veranschlagt. Insgesamt werden also rund 380 000 Euro fällig.

Doch es gibt Hoffnung für die Stadtverwaltung: Wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist, können für die denkmalgeschützte Stützmauer Fördermittel aus der Städtebauförderung, der Oberfrankenstiftung und der Bayerischen Landesstiftung beantragt werden. Bis zu 60 Prozent der Kosten könnten so aus der Städtebauförderung von Bund und Ländern erstattet werden. "Es ist erfreulich, dass eine hohe Förderung möglich ist", sagte Heinz Kuntke von der SPD.
Städtische Haushaltsmittel sind mit etwa 215 000 Euro bereitgestellt. "Damit sind die Voraussetzungen zur Sanierung der Stützmauer im Jahr 2018 gegeben", steht dazu in den Unterlagen. Für die Finanzierung der Oberflächengestaltung werden Haushaltsmittel für das Jahr 2019 beantragt, das Gleiche gilt für mögliche Fördergelder.

Wie geht es nun konkret weiter? Die Planung zur Sanierung der Stützmauer liegt beim Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt (EBB), die Finanzierung ist gesichert. Genehmigungen und Förderungen sind beantragt. Sobald alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann es losgehen.
Vielleicht fällt manchem Spaziergänger am Fluss dann doch einmal auf, dass diese eine hohe Mauer mit ihren Mustern eine nicht ganz gewöhnliche ist.