Für eine lebhafte und zum Teil emotional geführte Diskussion sorgte in den letzten Monaten immer wieder die Frage, wie viele Veranstaltungen Bamberg verträgt und vor allem wie die damit verbundenen Lärmbelästigungen in der Innenstadt eingedämmt bzw. vermieden werden können. Dazu berief die Stadtverwaltung in den Harmoniesälen nun einen Workshop ein, auf dessen Tagesordnung stand, wie eine "Veranstaltungskultur" ausschauen könnte, die zum einen den Bedürfnissen der Anwohner nach mehr Ruhe als auch den Wünschen der "Feierenden" gerecht wird. Die Ideen am Ende des durchaus konstruktiv arbeitenden Workshops scheinen eine gute Ausgangsbasis für eine Kompromisslösung zu sein.

Zunächst war es für ganz viele Teilnehmer wichtig, dass Veranstaltungen nicht kaputtgeredet werden sollten. Zur Lärmvermeidung wurde vorgeschlagen, dass Streetworker gerade bei Jugendlichen mehr Aufklärungsarbeit leisten sollten und dass insbesondere in Sommermonaten die Polizei mehr kontrolliere. Auch wurde angeregt, dass das Umweltamt bei Veranstaltungen verstärkt Lärmmessungen durchführe. Ferner könnte durch die Schaffung von alternativen Veranstaltungsorten wie beispielsweise der Jahnwiese die Verdichtung von Events in der Innenstadt entzerrt werden.

In Sachen Sperrzeit hingegen gingen die Meinungen auseinander. So plädierten die einen dafür, diese wieder abzuschaffen bzw. flexibler zu gestalten. Denn diese Maßnahme könne dazu führen, dass das lärmverursachende Gästeaufkommen entzerrt wird. Andere jedoch forderten die Beibehaltung der Sperrzeit.

Viele Veranstaltungen belasten durch Sperrungen und Umleitungen auch die Verkehrsteilnehmer. Hier schlug der Workshop unter anderem eine Ausweitung des Shuttlebusverkehres vor. Vor allem sollen die Verkehrsteilnehmer durch Rabatt- oder Sonderaktionen auch verstärkt angeregt werden, die Park-&-Ride-Plätze außerhalb der Innenstadt bei Veranstaltungen zu nutzen. Man könnte aber auch die Wasserwege mit einbeziehen, um Besucher in die Innenstadt zu bringen. Darüber hinaus sollten die Anwohnerplätze bei Veranstaltungen verstärkt kontrolliert und die Bau stellenplanungen mehr auf die in Bamberg stattfindenden Events abgestimmt werden.


Mehr öffentliche Toiletten

An vielen Wochenenden besonders im Sommer und nach den Veranstaltungen quellen oftmals die öffentlichen Mülleimer über, die Straßen sind zugemüllt und viele Wildpinkler treiben ihr Unwesen. Zu dieser Problematik war es den Workshopteilnehmern wichtig, dass mehr öffentliche Toiletten bereitgestellt werden und dass auch Gastronomen, die dann eventuell mit einem Zuschuss entschädigt werden, bei Großveranstaltungen zusätzlich ihre Toiletten für Besucher öffnen. Zudem könnten Wildpinkler mit höheren Geldstrafen und besser ausgeleuchteten Problemstellen abgeschreckt werden. Einig war man sich auch, dass bei Veranstaltungen mehr Müllbehälter aufgestellt werden müssen.

Um den öffentlichen Verzehr von Alkohol auf freien Plätzen mehr Einhalt zu gebieten, wurde unter anderem vorgeschlagen, dass anstelle von Verboten mehr alternative Kulturorte geschaffen werden. Auch hier sollte die Polizei mehr Streifen durchführen und vor allem müssten bereits bestehende Verbote mehr geahndet werden. Auch sind gerade bei Jugendlichen die Streetworker gefordert, die im Schichtbetrieb auf trinkende junge Menschen einwirken sollen. Besonders viel Anklang fand obendrein der Vorschlag, die Polizei könnte Veranstaltungen auch mit Pferdestreifen kontrollieren.


Sicherheit garantieren

Gedanken haben sich die Teilnehmer des Workshops zur Sicherheit in Bambergs Innenstadt gemacht. Um Diebstähle und Schlägereien soweit wie möglich zu verhindern wurde vorgeschlagen, dass die Gastronomen mehr Sicherheitspersonal einstellen und die Polizei häufigere Kontrollen durchführen und mehr Präsenz zur Abschreckung zeigen sollten. Ein generelles Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen ab 24 Uhr fand eher weniger Anklang. Dafür aber sprachen mehrere Teilnehmer für ein Verbot des Bier-Bikes sowie von Junggesellenabschieden.

Zuletzt konnten die Workshopteilnehmer noch weitere Wünsche anführen. Hier wurde unter anderem vorgeschlagen, die Sandkerwa auf sieben Tage zu verlängern. Es wurde aber auch noch ausdrücklich betont, dass die derzeitigen Veranstaltungen beibehalten werden sollen. Gleichzeitig solle man bei der Konversion neue Veranstaltungsflächen bzw. -orte auf dem Kasernen-Gelände mit einplanen. Einige sprachen sich dafür aus, mehr junge Leute in den Stadtrat zu wählen oder eine Art "Studentenrat" mit jungen Leuten ins Leben zu rufen.