Die Stadt mit ihren 29 Ortsteilen präsentierte sich beim Kirchweihumzug am Samstag von ihrer besten Seite. Dank des hochsommerlichen Wetters kamen so viele Besucher wie noch nie. Sie säumten die Gehsteige vom Zugbeginn in der Bambergerstraße bis zum Oberend an der Juraklinik in Scharen und jubelten den 55 Zugteilnehmern begeistert zu. Auch das war ein neuer Rekord, über den sich die Organisatoren, Zweiter Bürgermeister Reinhold Söder und Werner Schmutzer als Vorsitzender des Trägervereins, sichtlich freuten.

Angeführt wurde der Umzug von der Feuerwehr Scheßlitz mit dem Kirchweihbaum, gefolgt vom Musikverein Scheßlitz mit ihren Musikzwergen. Die Pünzentaler Musikanten und die Musikkapelle Wattendorf brachten gute Laune mit ihrer Musik mit. Stolz trugen die Metzenhüpfer die Zunft- und Vereinszeichen. Eine Pflicht war es natürlich für die Bürgermeister, die Stadt- und Pfarrgemeinderäte, sich im Zug zu zeigen. Zufällig hinter den Politikern aber zeigte die Laufgruppe des TSV, wie es auch in Scheßlitz schneller vorangeht.

Turner und Gartenbauer

Die Grazie weiblicher Eleganz brachten die TSV-Gruppen Mädchenturnen, Dream'n Dance, Tanzsportgarde, Dancing Queen, die Fantasy Garde, die Tanzmariechen und die Zumba-Gruppe vor dem jubelnden Publikum zur Geltung. Nicht weniger anmutig, aber ruhiger, präsentierten sich die Frauen des Obst- und Gartenbauvereins Neudorf und Umgebung. Sie saßen auf dem geschmückten Traktoranhänger und winkten ihren Fans zu, zu denen offensichtlich auch ein Kellner vom "Athene" gehörte, denn schwupps kam er mit einem großen Tablett Ouzo und verteilte ihn an die Damen vom Jura.

Auch die Gartenbauvereine von Peulendorf, Roschlaub-Pausdorf und Ehrl waren wieder beim Umzug dabei. Die Kaminkehrer waren nicht geizig mit Umarmungen und schwärzten manches weibliche Gesicht etwas dunkler ein. Sehnsüchtig erwartet wurden die Wagen der Brauereien Drei Kronen, Hoh und Schmittbräu mit ihren Getränken, sodass diese beim Gegenzug vor der Deutschen Eiche schon nichts mehr in ihren Fässern hatten.

An Ideen mangelte es nicht

Auch diese Jahr mangelte es dem Boot der Wasserwacht wieder an Wasser und die Wasserwachtler konnten es nicht flott machen. Nichts zu tun hatte an diesem Tag die Bergrettungswache Scheßlitz. Auch die Juraschwestern, GKG Juraklinik, Caritas und Bayerisches Rotes Kreuz kamen nicht zum Einsatz. Mountainbiker, Imker, Heimatkundlicher Verein, Tennisclub, FCB- und FCN-Fanclubs, JFG Giechburg, Rewe, Friseur Loskarn, Reservisten, Steuerkanzlei Kann und weitere waren beteiligt.

Mancher Besucher staunte, wie viele handwerkliche und industrielle Betriebe es in Scheßlitz und Umgebung gibt. So zeigte sich Einwich-Naturstein mit einem zentnerschweren Felsen, die Schlosserei Pfarrdrescher mit Pumpe, die Zimmerei Holzbau Keller mit einem Holzdachstuhl, Korczynski-Bau mit einer Tormauer, ELG Leitungsbau und Elektromontage mit drei riesigen Transportern mit großen Kabeltrommeln, Zeck-Freileitungsbau, die Autohäuser Bärenstrauch und Nützel, Albea und weitere Betriebe. Biggi verteilte Krapfen, Café Schmittinger Leckereien und die Gärtnerei Schmittinger Blumen. Den Abschluss des Zuges machten die Freunde des MSC und die Quadfreunde Scheßlitz, die als sieben Zwerge dieses Jahr sogar ihr Schneewittchen auf dem Thron dabei hatten.

Der 31 Meter lange Kirchweihbaum war diese Jahr neu aus dem Stadtwald bei Dörnwasserlos geholt worden. Unter dem Oberkommando von Stefan Molitor und Claus Freudensprung hievten ihn die Scheßlitzer Feuerwehrler in die Senkrechte. Anschließend schraubten die Baumkletterer Gerald Uch und Felix Weber die Zunft- und Vereinszeichen an den Stamm.

Missgeschick beim Anzapfen

Nach den Tänzen der Metzenhüpfer konnten endlich die Promis die Fässer Festbier anstechen. Dazu hatten sich MdL Holger Dremel, Landrat Johann Kalb und Bürgermeister Roland Kauper (alle CSU) in Position gebracht und MdB Emmi Zeulner (CSU) assistierte. Dremel aber passierte das Missgeschick, es spritzte kräftig aus seinem Fass und traf genau seinen Parteikollegen Kalb.

Auch hier war das Freibier innerhalb kürzester Zeit weg und alle strömten dann in die Wirtshäuser mit ihren Höfen und Gärten. Hier spielte unter anderen auch die eigens zur Kerwa formierte "Scheßlitzer Kerwesmusik". Für die Jugend legen am Montag im TSV-Sportheim nochmals DJ Richi und DJ Stengl auf.