Es ist ein Projekt, das wegen der Kosten bislang in ferner Zukunft schien: die Generalsanierung des Rathauses Maxplatz samt der benachbarten im Besitz der Stadt befindlichen Gebäude an der Hauptwachstraße. Das änderte sich, als am Donnerstag gegen 16 Uhr der Haushaltsausschuss des Bundestags seine Liste zuschussfähiger Projekte absegnete. Eines der Vorhaben, die aus dem Etat des Bundeskanzleramtes gefördert werden sollen, ist die Generalsanierung des einstigen Priesterseminars, in dem heute die Ausschüsse des Stadtrats tagen und unter anderen das Standesamt untergebracht ist.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), der an diesem Tag zu einer Sitzung des Deutschen Städtetags nach Berlin gereist war, sprach von einer "tollen Nachricht" für Bamberg, die er aus erster Hand von seinem Parteigenossen, dem Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz, erhielt. Schwarz, Mitglied im Haushaltsauschuss, hat laut Starke großen Anteil daran, dass die Stadt Bamberg nach dem Michelsberg und der Sanierungs von Schloss Geyerswörth nun schon zum dritten Mal mit einem hohen Millionenbetrag profitiert. Es sind 15 Millionen Euro, die für die Generalsanierung des Gebäudekomplexes aus dem Haushalt des Bundes aufgewendet werden sollen. "Das ist ein respektables Geschenk kurz vor Weihnachten", freute sich MdB Schwarz. Damit könne ein Kulturdenkmal nationalen Ranges gesichert werden.

Auch CSU-Abgeordneter Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Silberhorn lobte am Donnerstag die Entscheidung des Gremiums. Es sei gelungen Monika Grütters, die Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zu gewinnen. Der Bund leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Weltkulturerbestadt Bamberg.

Insgesamt soll das Projekt 30 Millionen Euro kosten und zwischen 2023 und 2028 verwirklicht werden. OB Starke begründete die Notwendigkeit des Vorhabens nicht nur mit der Bedeutung der Barockgebäude für das Welterbe Bamberg. Es gehe auch um die Schaffung attraktiver Geschäftsräume entlang der Hauptwachstraße und um die Klimaziele der Stadt: "Wir wissen alle, die beste Möglichkeit für Kommunen, das klimaschädliche Gas einzusparen ist, die stadteigenen Immobilien zu sanieren. "

Tatsächlich verschlingt die Beheizung des Rathauses Maxplatz jedes Jahr ein Vermögen. Viele Mitarbeiter müssen wechselweise mit zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen hinter den dicken Mauern leben, weil die Temperierung über die derzeitigen Messfühler nicht funktioniert. Franz Eibl, stellvertretender Personalratsvorsitzender, spricht von undichten Fenstern und Uralt-Technik in der Heizzentrale. Der langfristige Handlungsbedarf sei unbestritten.

Dennoch hatte die Politik in Bamberg das Großprojekt bislang nicht auf dem Schirm. Bei der bereits begonnenen Fassadensanierung im Innenhof handelt es sich nur um einen Einstieg, um die größten Schäden zu bereinigen.

Der Ältestenrat soll in einer der nächsten Sitzungen über das Vorhaben informiert werden. Starke wünscht sich, dass ein erster Grundsatzbeschluss im Stadtrat noch vor der Weihnachtspause gefällt wird. "Wir möchten jetzt als nächsten Schritt eine Konferenz der Fördermittelgeber einberufen, um bis Ende 2022 die Planungen voranzutreiben." Ziel sei es, das Großprojekt, das von der Komplexität die Sanierung von Schloss Geyerswörth und des Bürgerrathauses bei weitem übertreffen werde, zum Großteil durch Mittel von Bund, Land und Bezirk zu finanzieren. Starke hofft, dass der Eigenanteil der Stadt drei Millionen Euro nicht überschreitet.

Aus dem Stadtrat ist trotz des bevorstehenden Wahlkampfs wenig Gegenwind zu erwarten. Dieter Weinsheimer, Vorsitzender der Bamberger Allianz, kritisiert das Vorgehen Starkes allenfalls vom Stil. Wenigstens der Ältestenrat hätte informiert sein sollen, um die politisch Verantwortlichen mitzunehmen. Nun werde man Hals über Kopf mit einem neuen Großprojekt konfrontiert. Inhaltlich sei aber klar, dass die Sanierung der stadteigenen Immobilien sinnvoll sei, wenn die Fördermittel entsprechend fließen, sagte Weinsheimer. Zustimmung kam am Donnerstag auf Nachfrage von Bambergs CSU-Fraktionschef Helmut Müller. Wenn der Bamberger Haushalt durch dieses Projekt nur wenig tangiert werde, könne man nur froh über die Zusage aus Berlin sein. Es mache keinen Sinn, den Zeitplan selbst bestimmen zu wollen, wenn jetzt das Geld fließt.

Lange will einen Ratskeller

Christian Lange, wusste bis Donnerstag nichts von dem Förderantrag der Stadt. Er begrüße die Sanierung, wünscht sich aber eine Einbeziehung des Maxplatzes in die Planungen, sagte der OB-Kandidat der CSU. Lange spricht sich für die Idee eines Brunnens aus, wie es der Bürgerverein Mitte vorgeschlagen hat. Auch ein Keller in den Katakomben des Rathausgebäudes würde die Stadt bereichern.