Etwa 30 Eschen, Erlen, Birken und ein Ahornbaum wurden in den letzten Tagen entlang des Leitenbaches in Drosendorf gefällt. "Die Aktion war mit dem Bund Naturschutz abgesprochen. Es soll auch für Ersatz gesorgt werden", teilte Bürgermeister Johann Bäuerlein (CSU/WLW) im Gemeinderat mit. Kritik entzündete sich daran nicht: Die Bäume standen der Hochwasser-Freilegung von Drosendorf im Weg. Und die soll voran gehen. Weil der Winter auf sich warten lässt, setzt die Schweinfurter Firma Glöckle seit einigen Tagen die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Hochwasserschutzes für Drosendorf fort.

Von besonderem Wert waren die Gehölze am Bachufer nicht, ergänzte Bauamtsleiter Michael Karmann. Meist auf natürliche Weise angewachsen, stellten sie keine floristische Besonderheit dar. Außerdem solle die Bevölkerung von der Fäll-Aktion sogar profitieren: Am morgigen Samstag um 8.30 Uhr wird das Holz an Ort und Stelle versteigert. "Bis auf zwei Stämme. Die müssen aus Naturschutz-Gründen als Totholz liegenbleiben", so Bäuerlein.

Ob wohl der Winter bisher ausbleibt, können die Arbeiten an der Hochwasserfreilegung derzeit nur bedingt fortgesetzt werden. "Wegen der Nässe im Boden ist das Aufschütten von Dämmen derzeit nicht möglich. Gebaut werden können lediglich die Schutzmauern entlang der Dr. Ritz-Straße und am Sportplatz", informierte das Bauamt weiter. Doch dafür gibt es genug zu tun: Etwa 150 Meter Mauer sind am Sportplatz nötig, rund 300 Meter am Nordufer des Leitenbaches, während die Mauer am Südufer schon vor Jahren angelegt wurde. Hinzu kommen voraussichtlich im Frühjahr etwa 200 Meter Deich am Sportplatz und weitere 80 Meter in Anschluss an die Mauer am Leitenbach in Richtung Westen. Außerdem wurde mit den Arbeiten am Pumpwerk begonnen, mit dem im Fall des Falles Wasser von innerhalb der Schutzanlage nach außen befördert werden kann.

"Wir hoffen natürlich, dass die Arbeiten von keinem Hochwasser überrascht werden", gab Bürgermeister Bäuerlein dem Wunsch der Bauleute wie der Bauherren Ausdruck.

Weil der Bezirk Oberfranken inzwischen aus der Finanzierung des Projektes ausgestiegen ist, hat sich der Kostenanteil der Gemeinde Memmelsdorf erhöht? Statt wie beim ersten Bauabschnitt 25 Prozent muss die Gemeinde nun ein gutes Drittel (35 Prozent) an den voraussichtlichen Baukosten von 1,8 Millionen Euro schultern. "Eigentlich hätten wir die Hälfte beisteuern müssen. Aber wir konnten Vertrauensschutz geltend machen und man hat sich auf 35 Prozent geeinigt", so Michael Karmann. Für die Gemeinde sicherlich keine schlechte Lösung.

Bauplatz muss warten

Noch warten muss die Erweiterung des Baulandes um eine Parzelle, bis der Bau des Hochwasserdammes abgeschlossen ist. Der Lärmschutz zum Sportplatz hin sei für die Erweiterung aber bei möglichen geringfügigen Überschreitungen gegeben, ließ Architekt Willy Steinhoff wissen.