Wenn sich Äpfel durch leichtes drehen vom Baum lösen lassen, dann sind sie reif - und damit auch die Zeit zur Ernte. Die verspricht in diesem Jahr wieder reichlich auszufallen. Vielleicht nicht wie im Rekordjahr 2008 und auch nicht ganz so groß wie 2012. Aber die Äpfel sind auch etwas früher reif als sonst und vielerorts im Landkreis biegen sich die Äste unter ihrer Last zu Boden. Doch wohin mit dem vielen Obst, das man nicht sofort isst? Lagern lassen sich längst nicht alle Sorten gut. Vor allem die Sommeräpfel, die jetzt reif werden, verlieren rasch an Festigkeit und Frische. Täglich Apfelkuchen und Apfelküchle und im Winter dann Apfelmus sind auch für echte Fans irgendwann zu viel des Guten. Eine Verwertungsmöglichkeit, die immer beliebter wird, ist Apfelsaft aus vom eigenen Obstbaum.

Die Nachfrage steigt

"Statistisch können wir es nicht belegen. Aber es wird mehr, die Leute überlegen sich das immer öfter", stellt Alexandra Klemisch, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, fest. Damit steigt auch die Nachfrage nach Saftpressen und Keltereien, in denen man seine Ernte pressen lassen kann. Das macht inzwischen eine ganze Reihe von Gartenbauvereinen im Landkreis. "Einige haben ihre Pressen in den letzten Jahren modernisiert und technisch besser ausgestattet, zwei haben sogar neue angeschafft", berichtet Klemisch. "Es ist ein großer Vorteil dieser kleinen Keltereien, dass man auch wirklich den eignen Saft bekommt", betont die Gartenbauexpertin.

Termin vorab vereinbaren

Doch bis es so weit ist, gilt es einige Spielregeln zu beachten. Denn die Zeit, in der die Saftpressen betrieben werden ist begrenzt, ihre Kapazität ebenso. Ganz wichtig ist, dass man einen konkreten Termin vereinbart - und auch dabei bereits auf den richtigen Zeitpunkt des Telefonanrufs achtet (Kontakte und Hinweise: siehe Liste am Ende des Textes). Denn die Mitglieder der Gartenbauvereine arbeiten auf ehrenamtlicher Basis.

Der Termin sollte auch nicht erst dann vereinbart werden, wenn man das Obst geerntet hat. Denn manche Pressen sind so gut ausgelastet, dass kurzfristig oft keine freien Zeiten mehr zur Verfügung stehen. Bei der Terminabsprache kann auch gleich nähere Einzelheiten in Erfahrung bringe, wie etwa zu den Kosten, ob Mithilfe erwünscht ist oder ob man selbst gereinigte Flaschen, Ballons oder Kanister mitbringen muss.

Viele Vereine bieten inzwischen das Abfüllen in das sogenannte Bag-In-Box-System an. Das hat den praktischen Vorteil, dass man die Flaschen nicht professionell reinigen muss und der Saft sich in den Plastikbeuteln lange hält. In Erfahrung bringen kann man bei der Terminvereinbarung zudem, ob auch andere Obstsorten, wie Birnen oder Quitten gepresst werden. Wenn die Äpfel dann richtig reif sind - das steigert auch die Qualität des Saftes - und der Termin feststeht, kann geerntet werden. Auch Fallobst oder Äpfel mit Druckstellen sind okay. Aber: "Die Äpfel dürfen nicht schimmlig sein", warnt Klemisch. Obst, das von Schimmel und anderen Pilzen befallen ist, gehört nicht in die Saftpresse.

Eine Frage der Sorte

Welcher Apfel wann erntereif ist, und ob er sich noch lagern lässt oder möglichst rasch verarbeitet werden sollte, hängt von der Sorte ab. Doch die Herauszufinden ist eine Wissenschaft für sich: die Pomologie. Aber an gute Pomologen heranzukommen, ist meist schwierig, weiß Klemisch. Sie rät daher: "Wer selber einen Apfelbaum pflanzt, sollte sich die Sorte genau notieren und diese Notizen auch aufheben. Dann kann man später jederzeit Nachlesen, welche Eigenschaften der Apfel hat."

Bei alten Obstbäumen, die man beispielsweise mit einem Grundstück erworben hat, ist das meist nicht der Fall. Eine Möglichkeit ist dann eben, dass man sich einen Pomologen sucht. Am einfachsten geht das auf Apfelmärkten, auf denen eine Sortenberatung angeboten wird. So zum Beispiel in Priesendorf. Am 12. Oktober findet dort von 10 bis 17 Uhr der nächste Apfelmarkt statt, auf dem auch zwei dieser Apfelkundler zugegen sein werden.
Damit die Pomologen es etwas einfacher haben, empfiehlt Klemisch, von jeder Sorte mindestens fünf Äpfel mitzubringen. Sie sollten möglichst aus dem äußeren Kronenbereich kommen, wo die besten Wachstumsbedingungen sind. Und auch der Stil sollte noch dran sein.

Liste von Keltereien und Obstpressen verschiedener Gartenbauvereine, die dem Kreisverband für Gartenbau bekannt sind. Wer sich nicht darauf findet, kann mit dem Kreisverband (www.kv-gartenbauvereine-bamberg.de) Kontakt aufnehmen. Unbedingt einzuhalten sind die Anmeldezeiten zur Terminabsprache. Ob auch andere Obstsorten gepresst werden, sollte ebenfalls vorab erfragt werden.

Apfelsaft (Pressen und Erhitzen)


Gartenbauverein Abtsdorf-Vorra
Anmeldung: Elisabeth Stöcklein, Tel. 09502/1291
Bitte Anmeldezeit beachten: Anmeldungen werden nur Dienstags von 18 bis 20 Uhr entgegen genommen

Gartenbauverein Ebing
Anmeldung bei Siegbert Tscherner, Tel. 09547/7819

Gartenbauverein Sambach
Anmeldung bei Albrecht Heimbach, Tel. 09502 / 921366

Gartenbauverein Trabelsdorf
Anmeldung bei Norbert Reichl, Tel. 09549/988214

Gartenbauverein Tütschengereuth
Anmeldung bei Walter Rottmann, Tel. 09503/7809
Bitte Anmeldezeit beachten: Anmeldungen werden nur wochentags von 18 bis 20 Uhr entgegen genommen

Gartenbauverein Walsdorf
Keltereibetrieb jeweils Samstag vom 13. September bis 25. Oktober, 8 bis 17 Uhr
Bitte Anmeldezeit beachten: Ab 8. September jeweils Montag und Dienstag, 17 bis 19 Uhr
Tel. 0157/57963549

Gartenbauverein Weichendorf
Anmeldung bei Daniel Weickert, Tel. 0951/43956

Gartenbauverein Zapfendorf
Anmeldung bei Winfried Buckreus, Tel. 09547 / 1568 oder Nikolaus Jung, Tel. 09547/1087

Süßmosterei Gunzendorf
Anmeldung bei Manfred Dennerlein, Tel. 09545/5966

Mosterei Seuferling, Attelsdorf
Anmeldung bei Gerhardt Seuferling, Tel. 09552 / 1077 oder 09552/931437

Most (nur Pressen)

GV Bamberg-Wildensorg
Anmeldung bei Helmut Brendel, Tel. 0951/55587

Tragbare Presse (zum Ausleihen)

Pressmenge bis 1 Zentner; Anmeldung bei Richard Reuß, GV Zapfendorf, Tel. 09547/1487