Minigolf lässt sich heute beim besten Willen nicht mehr zu den Trendsportarten zählen. Das spiegeln die Hallstadter Zahlen deutlich wider: "Unter 1000 Besuchern" pro Saison ergab die Nachfrage bei Kämmerer Markus Pflaum. Dabei fallen für die Anlage regelmäßig Instandhaltungs- und zudem Pflegemaßnahmen mit den entsprechenden Ausgaben an. Einig war sich der Stadtrat, dass es wenig Sinn macht, die Anlage, die 1979 zusammen mit dem Freibad errichtet worden war, weiter zu halten. Das heißt: Die nahende Saison ist für Freunde des Minigolf zumindest in Hallstadt die letzte.

Auch wenn man erst vor Kurzem den Beschluss zur moderaten Anhebung der Benutzungsgebühren (für Erwachsene von 1,50 auf 2 Euro und für Kinder von einem auf 1,50 Euro) beschlossen hatte. Für eine neue Nutzung des Areals gibt es schon konkrete Vorstellungen: Hier könnten Wohnmobilstellplätze entstehen. Die Verwaltung soll dafür Angebote einholen, so das 12:6-Votum nach heftiger Diskussion.

Drei Szenarien


Für die in die Jahre gekommene Anlage beim Freibad gab es im Prinzip drei Szenarien, die man zuvor schon beleuchtet hatte: Erstens eine Sanierung der Anlage, um sie auch künftig weiterzubetreiben. Zweitens könnte hier angsichts des offensichtlichen Zuspruchs der angrenzenden Freegame-Anlage auf der Minigolfanlage eine weitere für Freegames errichtet werden. Drittens die Auflassung der Minigolf-Anlage und Errichtung von Wohnmobilstellplätzen.

Variante drei schlug Erster Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) dem Gremium als die geeignetste vor. "Eine Fortführung bringt glaube ich nichts", stimmte auch CSU-Fraktionssprecher mit Blick auf "die wenig genutzte Anlage" und eine zu findende sinnvolle Nutzung zu. Allerdings hält er die Schaffung von Parkplätzen fürs Bad für sinnvoller angesichts der Parkplatznot. Für Wohnmobile hingegen müsse man schon eine ganze Anlage schaffen, meinte er.

Erst einmal abwarten, was sich "da oben tut", riet Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (Bürgerblock) in Anspielung auf eine mögliche Expansion bei Brose. Er riet, "nichts übers Knie zu brechen". Zirkel sprach in Sachen Wohnmobile die Synergie-Effekte an, die sich durch das Bad mit dessen Infrastruktur - von den Duschen, Wasser, Abwasser, Strom bis zum Kiosk - auftun. Michael Beck (CSU) wiederum machte den Einwand, der Badbetrieb sei nur saisonal und wie stehe es danach mit der Infrastruktur für die Wohnmobilisten.

Yasmin Birk (SPD wiederum verstand die ganze Diskussion nicht, gehe es jetzt doch nur um die Kostenermittlung. Auch Hans Parteimüller (CSU) schlug in diese Kerbe: "Die Botschaft ist, die Kosten zu ermitteln." Deswegen solle man zuerst das tun, "dann können wir uns immer noch raufen". Ludwig Wolf befand den Standort weniger geeignet. Er wünscht sich so eine Station näher am "Flussparadies Franken" und damit Richtung Main. "Dort bringst Du kein Wohnmobil rein", widersprach Partheimüller heftigst.

Weiteres Freegame-Feld


Veit Popp (CSU) gab sich als Freegame-Platz-Fan zu erkennen. Einen zweiten solchen Platz kann sich auch Bürgermeister Zirkel vorstellen, allerdings an anderer Stelle. Eine Lanze für Wohnmobile brach Harald Werner. Der Standort Minigolfanlage passe, befand er, weil die meisten eh "ihr Rädla drauf" haben und damit die Gegend erkundeten. Parkplätze fürs Bad gewönne man da oben hingegen kaum. Dem pflichtete Bürgermeister Zirkel bei. In der Regel reichten die Plätze für die durchschnittlichen Tage. Für die relativ geringe Anzahl an Spitzentagen, würde auch die Fläche des Minigolfplatzes nicht viel bringen.

Stephan Czepluch (CSU) sprach den Aspekt der Lärmbelästigung an, den der Freegameplatz für Wohnmobilisten mit sich bringe. Das sei kein Problem, versicherte Werner: "Auf jedem Campingplatz ist Remmi-Demmi."
Letztlich kam man überein, dass es ab 2013 keine Minigolfanlage mehr geben wird und die Verwaltung die Kosten für Wohnmobilstellplätze ermittelt.