Der 1925 gegründete Schwimmverein zählt 5045 Mitglieder. Er ist der größte Sportverein Oberfrankens und der größte seiner Art in Bayern. Trotzdem wird er noch ehrenamtlich geleitet. Klaus Lachmann (54) ist seit 1970 Mitglied und seit 2005 Erster Vorsitzende. Am Wochenende wurde das Vorstandsteam einstimmig wiedergewählt und mit einem Millionenprojekt beauftragt (siehe oben stehenden Betrag). Fragen dazu an den Vorsitzenden.

Was motiviert Sie, freiwillig diese Verantwortung zu übernehmen?
Klaus Lachmann: Meiner Entscheidung, als Vorsitzender zu kandidieren, lag der Gedanke einer grundlegenden Reformierung und Modernisierung des Vereins zu Grunde, um dessen Zukunft gewährleisten zu können.

Seit 2005 haben wir Investitionen für insgesamt 4,5 Millionen Euro getätigt, überwiegend finanziert aus Mitgliedsbeiträgen. Ohne ein stabiles Vorstandsteam wären solche unternehmerisch und wirtschaftlich wichtigen Entscheidungen nicht möglich.

Wir trafen sie unter dem Aspekt, Althergebrachtes zu bewahren und neue Ideen einzubringen. Auch den SVB zu neuen sportlichen Erfolgen zu führen - 2005 war er nur bayerisches Mittelmaß - ist eines unserer damals gesetzten Ziele.

Hinzu kommt, dass es auch einfach Spaß macht, sich für die Belange so vieler unterschiedlicher, junger und älterer Menschen einzusetzen und diesen ein einzigartiges Vereinsgelände bieten zu können. Die Mitglieder wissen das sehr zu schätzen.

Bei Konflikten, die es natürlich gibt, kommt mir meine Berufserfahrung aus dem Management einer Baumarkt-Kette zu Gute. Als Dienstleister im Vertrieb habe ich tagtäglich mit ähnlichen Situationen zu tun.

Die Mitgliederversammlung gab "grünes Licht" für den Neubau der Beckenanlage 2013/2014. Fürchten Sie angesichts des 2,5 Millionen-Euro-Projekts schlaflose Nächte?
Diese Frage kann ich klar verneinen. Der SVB ist über alle bisherigen Vorstandschaften für sein solides Wirtschaften bekannt. Bei grober Fahrlässigkeit könnte man uns unter Umständen persönlich in Regress nehmen.

Doch wir beschäftigen uns bereits seit fünf Jahren mit der auf uns zukommenden Beckensanierung und haben eine vorzeitige Rückzahlung unserer Altdarlehen aus dem Jahr 2005 in Verbindung mit Sondertilgungen in die Wege geleitet. Somit gehen wir quasi schuldenfrei an unser aktuelles Projekt.

Dazu gilt es festzustellen, dass uns als Verein weder das Land Bayern noch der Bayerische Landessportverband finanziell unterstützen. Unser jetziges Finanzierungskonzept basiert überwiegend auf den Beiträgen der Mitglieder, zudem ist das historische Zinstief eine einmalige Chance, so ein Großprojekt umzusetzen.

Der SVB hat über 5000 Mitglieder und mit 730 000 Euro ein Budget wie ein kleiner Betrieb. Stellt sich da nicht die Frage nach einem hauptamtlichen Geschäftsführer?
Die stellt sich natürlich und wir haben uns im Vorstand ebenfalls mit dieser Frage auseinander gesetzt. 2011 haben wir uns einen Überblick über die von uns geleisteten Stunden geschafft: Das Team kam auf 2400 Arbeitsstunden.

Und da ist nicht die Fahrzeit in den Verein gemeint, sondern effektiv geleistete Arbeit. Mein Anteil liegt bei 400 Stunden, geleistet meist vor oder nach der hauptberuflichen Tätigkeit.

Vergleichbar große Vereine arbeiten meist in einem professionelleren Umfeld als wir. Trotzdem wäre ein hauptberuflicher Geschäftsführer bei unserem Beitragsaufkommen von 730 000 Euro und unseren Investitionen nicht zu realisieren.

Können Sie das erläutern?
Ein guter Geschäftsführer hat seinen Preis; wir müssten mit einem hohen fünfstelligen Betrag rechnen. Das Geld würde uns für Rücklagen fehlen, die der SVB bisher für gezielte Baumaßnahmen wie die anstehende Beckensanierung stets gebildet hat und bildet.

Eine gewisse Entlastung wäre aber schon wünschenswert, wenn ich Sie richtig verstehe.
Natürlich. Deshalb bin ich dafür, dass wir uns Gedanken in alle Richtungen machen. Ich sehe auch die Stadt Bamberg gefordert.

Sie ist sich zwar der Leistung aller Vereine und deren ehrenamtlicher Vorstände bewusst, muss sich jedoch auch die Frage stellen, wie lange Großvereine wie der SVB, der mit seinem Freibad in Bughof die Kommune ja auch finanziell entlastet, noch ehrenamtlich geführt werden können.

Ein Denkansatz wäre zum Beispiel, einen Geschäftsführer für zwei bis drei Großvereine zu installieren. Oder: Warum sollte ein Domberg-Koordinator, wie er nach einem FT-Bericht geplant ist und vom Freistaat finanziert werden soll, nicht ein Bamberger sein, der in Personalunion Vorstand eines Großvereins ist?

Die Risiken wären minimal und die Kosten könnte man splitten. So wäre dem Staat, der Stadt und dem Verein geholfen.

Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied Jutta Behr-Groh.