Als Franz-Josef Dorn im Dezember auf den Philippinen ankommt, bietet sich ihm ein erschütterndes Bild: Häuser sind zerstört. Menschen sitzen in den Trümmern. Das Essen ist knapp. Es gibt keinen Strom. "Das war schockierend", erzählt Dorn nach seiner Rückkehr in Strullendorf.

Der Taifun, der im November über die Philippinen hinwegfegte, hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Evelyn und Franz-Josef Dorn haben daraufhin mit der Katholischen Pfarrgemeinde Strullendorf zu Spenden aufgerufen. Fast 25 000 Euro sind dabei zusammengekommen (wir berichteten).

Franz-Josef Dorn reiste dann im Dezember für zehn Tage in der Gegend Batan. Die Hilfe sollte ankommen. Dorn erzählt, wie er in Napti, dem Heimatdorf seiner Frau, die zerstörte Kirche und die beschädigte Schule sieht. Auch im Nachbarort Mambuquiao sind Kirche und Schule vom Taifun gezeichnet. "Ich musste mir erst einmal einen Überblick verschaffen", erzählt Dorn. Er versammelt einige Arbeiter um sich. Die will er engagieren und ihnen die Chance geben, Geld zu verdienen.

Die kaputte Kirche von Mambuquiao ist ihr erstes Projekt. Da Holz knapp ist, will Dorn Stahlträger besorgen. Die muss er in einer 30 Kilometer entfernten Stadt bestellen. Mit dem Motorrad geht es nur dorthin. Durch überschwemmte Straßen. "Es regnete sehr viel."

Dort angekommen, bestellt Franz-Josef Dorn allein 800 Quadratmeter Bleche für die Dächer der Kirche und Schule in Mambuquiao. Die alten Bleche waren verbogen. Die überlässt Dorn den Bewohnern, damit diese ihre Häuser wieder decken können. "So hat jeder etwas von der Hilfe." Er kauft für die 240 Schüler in Mambuquiao und die 400 Schüler in Napti noch Schulhefte und Stifte, damit der Unterricht wieder stattfinden kann. Weitere Tage mit viel Arbeit folgen.

Die Hilfsbilanz fällt positiv aus: Mit den Strullendorfer Geldern konnten die Kirchen und Schulen in Napti und Mambuquiao weitestgehend wieder aufgebaut werden. Die Spenden reichten auch, um der Schule in dem Nachbarort Mandong zu helfen.

Was Familie Dorn besonders freut: Die Aula der Schule in Napti hat wieder ein Dach. Dort konnten die Kinder dann auch Weihnachten feiern. "Das ist den Spenden der Schule aus Memmelsdorf zu verdanken." Schüler und Lehrer gaben allein 1000 Euro. Die philippinischen Schüler bedankten sich in handgeschriebenen Briefen dafür.

Was noch bleibt: Auch die Schulbibliothek in Mambuquiao hat gelitten. Ohne Dach sind viele Bücher durchweicht. Hier sollen auch Spenden aus Strullendorf eingesetzt werden. "Wir haben noch etwas Geld übrig", sagt Franz-Josef Dorn, der sich mit seiner Frau bei allen Geldgebern herzlich bedankt. Wer noch spenden möchte, könne dies tun.