Was für die S-Bahn gilt, gilt auch für den ICE. In diesem Punkt wird die Tragweite des Baustopps für die Verschwenktrasse durchs Knoblauchsland oft unterschätzt. Beide Projekte sind eng miteinander verknüpft, wie ein Sprecher der Bahn gestern auf Nachfrage nochmals ausdrücklich bestätigte.

Das heißt, wenn mit der S-Bahn zwischen Fürth und Erlangen nichts vorangeht, dann auch nicht mit dem ICE. Beim Ausbau der Bestandsstrecke zwischen Fürth und Ebensfeld hakt es allerdings nicht nur wegen des Verschwenkstreits. Laut Bahn existiert für den Streckenabschnitt zwischen Eggolsheim und Bamberg-Süd noch rein gar nichts.

In den Bundesverkehrswegeplan für das Jahr 2015 ist die Strecke noch nicht aufgenommen. Das wird derzeit noch geprüft und hängt von der Kassenlage ab. Entsprechend sei auch die Finanzierungsfrage für den Ausbau noch völlig offen. Ohne Beantwortung der Kostenfrage ist aber auch an die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens - das wiederum einige Jahre in Anspruch nehmen dürfte - nicht zu denken. Auf der Strecke zwischen Kersbach und Eggolsheim läuft seit September vergangenen Jahres immerhin das Planfeststellungsverfahren. Ende 2017 möchte die Bahn, so der offizielle Zeitplan, hier zumindest ein Baurecht haben.


Viel Stückwerk

Mit Blick auf den Ausbau der ICE-Strecke bleibt also zwischen Fürth und Bamberg vieles Stückwerk. Anders weiter nördlich. 2017 erreicht die Neubaustrecke Ebensfeld. Von hier erfolgt die Einschleifung auf die Bestandsstrecke. Ein komplexes Unterfangen, so ein Bahnsprecher, das im Jahr 2016 auf einer 12 Kilometer langen Baustelle zu einer 34-wöchigen Vollsperrung der Bahnstrecke führen wird. Harte Zeiten also für Frankens Bahnfahrer.