"Ich finde es eine gute Geste, dass Michael Ehlers nun die Konsequenzen zieht." Mit diesen Worten kommentierte Michael Stoschek, Aufsichtsratsvorsitzender der Bamberger Basketball GmbH, eine Personalie, die am Mittwoch bekannt wurde.

Michael Ehlers tritt als Präsident des Brose Baskets Business Clubs zurück und übernimmt damit die "Verantwortung für die Irritationen in den letzten Wochen", wie es in einer Mitteilung der Basketball-Gesellschaft heißt. Zuvor wird er im Februar und März noch zwei Veranstaltungen im Business Club durchführen.

"Demokratische Basis"

Stoschek kündigte gegenüber unserer Zeitung an, dass mit dem Weggang von Ehlers auch die Strukturen des Marketing clubs geändert werden sollen. Ziel sei es, dass der Club seine Aufgabe, zu denen unter anderem die Betreuung der Sponsoren gehört, künftig auf einer soliden Basis erfüllen kann.

So verfügte der Brose Baskets Business Club bisher nicht über eine Satzung. Außerdem sei der bisherige Präsident, der seit mehreren Jahren im Amt ist, nicht von den Mitgliedern gewählt worden. "Ich möchte, dass es in einem Club, der immerhin unseren Namen trägt, demokratisch zugeht. Auch soll mit dem Kauf einer VIP-Karte keine Zwangsmitgliedschaft verbunden sein", erklärte Stoschek. Bei der VIP-Betreuung will sich der Basketballförderer unter anderem auch an Beispiel von Bayern München orientieren.

Die Aufgabe, den Business Club vorerst zu leiten, hat Marko Beens übernommen, der am Mittwoch seinen Dienst als zweiter Geschäftsführer für Marketing, Organisation und Finanzen in der Basketball GmbH aufnahm. Er steht künftig an der Seite von Wolfgang Heyder.

Solange kein neuer Club-Präsident gewählt ist, wird Beens den Business Club interimsweise führen. Er betont, dass sein Vorsitz nur eine Übergangslösung sein soll. Als längerfristige Lösung stehe dies für ihn nicht zur Debatte. "Nein, ich werde mich nicht zur Wahl stellen, wenn die Mitglieder des Clubs einen neuen Vorsitzenden bestimmen", sagte er.

Einen Termin, an dem die Wahl stattfinden soll, gibt es noch nicht. Natürlich bemühe man sich, das bald in Angriff zu nehmen. Aber Beens, der erst am Mittwoch sein Büro bezogen hat, sagt auch: "Ich plane gerade noch auf anderer Ebene. Das Ziel für die ersten Wochen heißt: herausfinden, wie es überall aussieht und wo akuter Handlungsbedarf besteht."

Auf die Frage, wie man auf ihn als Interims-Vorsitzenden des Brose Baskets Business Clubs gekommen sei, antwortet er: "Das ist gewissermaßen in die Stellenbeschreibung mit eingeflossen. Bei Sportclubs ist es ja häufig so, dass man als Geschäftsführer für das Stopfen von Löchern zuständig ist, falls welche entstehen."
Michael Ehlers, den nun zurückgetretenen Präsidenten, kennt Marko Beens nur flüchtig. "Ich habe ihn beim Neujahrsempfang nur zwei Minuten gesprochen. Zu den Hintergründen seines Rücktritts kann ich inhaltlich nichts sagen", erklärte Beens.

Michael Ehlers selbst, der am Mittwoch bei einem Rhetorik-Seminar im Ausland war, konnten wir zu einer Stellungnahme nicht erreichen. Geschäftsführer Wolfgang Heyder sprach von einer "vernünftigen Neuorientierung", nachdem die Ereignisse der letzten Wochen leider verbrannte Erde hinterlassen hätten. An der Bedeutung des Clubs als "hervorragende Netzwerk-Plattform" werde sich durch den Wechsel nichts ändern.

Bekanntlich hat Ehlers in einem offenen Brief, der als bezahlte Anzeige dieser Zeitung gedruckt worden war, Vorwürfe gegen Michael Stoschek erhoben und die Befürchtung geäußert, dass die Interessen der Kleinsponsoren durch die Übermacht von Brose im Bamberger Basketball künftig an den Rand gedrückt würden.

Stoschek: Debatte beigelegt

Michael Stoschek selbst sieht spätestens seit dem nicht öffentlichen Sponsorengespräch am 22. Dezember die Debatte als beigelegt an. Dabei sei mit absoluter Offenheit gesprochen und informiert worden. Es habe sich herausgestellt, sagte Stoschek, dass von einer breiten Unzufriedenheit unter den Sponsoren keine Rede sein könne. "Viel Lärm um nichts: Die ganze Debatte war aufgebauscht", sagte Stoschek. Ehlers habe in den letzten Monaten nicht das Gespräch mit ihm gesucht.

Der Firmenchef räumte allerdings Versäumnisse bei der Kommunikation der zahlreichen Veränderungen ein, die mit der Professionalisierung der Basketballstrukturen einhergehen.

Dazu zählt Stoschek auch die Verbreiterung der Führung in der Basketball-Gesellschaft durch die Berufung von Marko Beens als zweitem Geschäftsführer. Dadurch sei es möglich, die vielfältigen Aufgaben, die anstehen, deutlich systematischer als früher anzugehen. Wolfgang Heyder wird sich als Sportdirektor künftig vor allem um die Bereiche Sport und Fans kümmern.