Erst ein Wunschkonzert, danach ein Streichquartett : Für Gemeinderat Bernd Fricke (Grüne), der es so formulierte ist es ein ganz "normaler Prozess". Im Juli hatte Architekt Sandro Selig einen ersten Entwurf für den Neubau der Bücherei in Stegaurach im Gemeinderat vorgestellt. Kostenschätzung: 1,452 Millionen Euro. Auf genau diese Summe deckelte der Gemeinderat damals die Ausgaben für den Neubau. Gleichzeitig wurden Änderungswünsche geäußert. So sollte legte eine große Mehrheit des Gremiums Wer darauf, dass der gesamte Büchereibereich, also auch die Empore im Hauptraum, barrierefrei zugänglich sein müsse. Auch der angestrebte Passivhaus-Standard sollte für den gesamten Büchereibereich, also auch das Lager im Untergeschoss, gewährleistet werden.

Architekt Selig vom Erzbischöflichen Bauamt - Träger der Bücherei sind gemeinsam Kirche und Gemeinde - stellte nun die überarbeitete Planung vor. Und eine aktuelle Kostenberechnung: 1,7 Millionen Euro.

An dieser Stelle war sich der Gemeinderat einig: die Kostendeckelung auf knapp 1,5 Millionen Euro muss für die Eingabeplanung gehalten werden. Bürgermeister Siegfried Stengel (CSU) benannte den Aufzug vom Keller zur Empore und den Passivhaus-Standard für den Lager- und Arbeitsraum im Keller als Kostentreiber. Er widersprach aber nicht direkt den Aussagen , dass diese Nachbesserungswünsche durchaus berechtigt seien.

Er führte vielmehr an, dass vom Büchereiteam anfangs eine Nutzfläche von 300 Quadratmetern als sinnvoll und notwendig erachtet wurde. Nun sei man bei 350 Quadratmetern. Würde man die Planung entsprechend eindampfen, ließe sich der ursprüngliche Kostenrahmen einhalten, meinte Stengel. Architekt Selig nannte als Einsparpotenziale etwa die Fassaden. Ein Verzicht auf eine Blechverkleidung des Untergeschosses und auf die hochwertige Holzverschalung des ellipsenförmigen Hauptraums und dafür einfacher Putz käme billiger.

Die Diskussion über Details zog sich auch noch in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung, wo über die Kosten für die einzelnen Gewerke gesprochen wurde. Dem Vernehmen nach hat man sich hier auf das geeinigt, was auch schon zuvor in der Diskussion gestanden war: Es werden Vorschläge gemacht, an welchen Punkten gespart werden könnte. Beispielsweise bei der Raumgröße oder Deckenhöhe. Oder etwa bei der erhöhten Leseecke, die gleichzeitig als Bühne für Lesungen genutzt werden soll. Hier hatte es auch schon Diskussionen über den behinderten gerechten Zugang gegeben.

Die verschiedenen Einsparvarianten sollen dann im Arbeitskreis Bücherei, in dem neben den Gemeinderatsfraktionen und dem Architekten auch das Büchereiteam und der St. Michaelsbund - zu dem die Bücherei gehört -vertreten sind. Dort soll über die Umsetzbarkeit gesprochen werden. Das heißt, die Praktiker um Büchereileiterin Cornelia Kempgen sollen sagen können, worauf verzichtet werden kann und worauf nicht.

Für ein solches Vorgehen hatten sich insbesondere die Gemeinderäte Fricke und Ute Trepesch (BNL) stark gemacht. Nun kommt es darauf an, ob noch in diesem Jahr oder gleich Anfang Januar ein Arbeitskreistreffen zustande kommt. Wenn nicht, kann der Gemeinderat wohl erst im Februar über die geänderte Planung beschließen.