Die aktuelle Diskussion um 60 Minuten frei parken in ausgewählten Parkhäusern der Innenstadt ist hinfällig. Zumindest, wenn es nach einigen jungen Bambergern zwischen 16 und 27 Jahren geht.

Denn spätestens 2050 ist die Innenstadt autofrei, die Lange Straße eine Fahrradautobahn, die Tiefgarage unter dem Maxplatz ein Fahrradgarage, in der man sich jederzeit ein E-Bike ausleihen kann, wenn es mal weiter beziehungsweise ins Bamberger Berggebiet gehen soll. Und überhaupt, wer will bei den immensen Steuern noch mit dem Auto unterwegs sein, wenn doch Busfahren für alle Bürger kostenlos ist?

Neben dem Umweltbewusstsein wird von den Teilnehmern der Arbeitsgruppe "Mobilität" unter Leitung von FT-Redaktionsleiter Michael Memmel auch der Spaßfaktor nicht vernachlässigt: Senioren und Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, werden von Jüngeren in Rikschas zum Gemüsehändler gefahren. Auf dem Nachhauseweg verweilen sie noch einen Moment bei der Tanzlinde auf dem Maxplatz oder toben sich auf einem der Spielplätze für Erwachsene aus. Platz für Freizeitflächen und Ruheoasen gibt es genug, denn in einer autofreien Innenstadt, für die der Zentrale Omnibusbahnhof von der Promenade an den Bahnhof umgesiedelt und das Atrium abgerissen wird, sind Autoparkplätze hinfällig.

Dies alles mögen zwar nur Visionen sein, aber es sind Ideen, die sich die Bamberger innerhalb von drei, vier Stunden bei der "Denkwerkstatt" am Mittwochvormittag im "Freiraum" so überzeugend erarbeitet haben, dass die Ausführungen bei der Präsentation gar nicht so unrealistisch klingen. Ob App, die den persönlichen CO2 -Verbrauch misst und den Bürgern ein umgekehrtes Bezahlmittel bietet, Rufbusse oder regionaler ZOB: "Teilweise gibt es das schon, aber es muss noch viel besser ausgebaut werden", sagt Carla.