Die Leute warten drauf! Die Sozialraumanalyse aus dem Jahr 2009 hat es gezeigt: Gundelsheims Bevölkerung kommt in die Jahre, in die Jahre, in denen eine Daseinsvorsorge für die Generation 60 plus getroffen werden muss. Vor kurzem ist das Seniorenzentrum in Betrieb gegangen und hat bei einer Kapazität von 52 Plätzen bereits 24 Bewohner. Nun hat der Gemeinderat die Weichen für einen weiteren notwendigen Schritt gestellt.

Das Gremium befürwortete den Bauantrag für ein Projekt, das Betreutem Wohnen Raum geben soll - gleich neben dem Seniorenzentrum. Das Vorhaben wird von einem Bauträger aus Bad Staffelstein in zwei Bauabschnitten realisiert, wobei der erste im kommenden Jahr begonnen und vollendet werden soll. Der zweite ist für das Jahr 2014 vorgesehen. Insgesamt werden jeweils 13 Wohneinheiten geschaffen, senioren- gerechte Wohnungen mit zwischen 70 und 90 Quadratmetern. Das dafür notwendig Grundstück (insgesamt 3200 Quadratmeter groß) hat die Gemeinde speziell dafür erworben und wird es zu dem Zweck in Kürze an den Bauträger veräußern, ließ Bürgermeister Jonas Merzbacher (SPD) wissen.

Eingebunden waren von Anfang an auch die Anwohner, die hier als Nachbarn sozusagen mit Boot geholt werden sollen. Mit dem Projekt fürs Betreute Wohnen schärfen sich die Konturen von Gundelsheims Süden weiter, wo in den letzten Jahren ein Schwerpunkt baulicher Aktivitäten war: So wurden der Kindergarten um einen Krippenanbau erweitert, die Schule eine Sanierung unterzogen, das Seniorenzentrum gebaut und nun ist das Bauprojekt fürs Betreute Wohnen an der Reihe. Für die Gemeinde sei es wichtig , die Älteren nah am Zentrum und am Geschehen anzusiedeln, erklärt Merzbacher. Deswegen sei bewusst die Nähe zu Kindergarten und Schule, aber auch Kirche und Rathaus, oder der Ortsmitte generell gewählt worden.

Dieser Lückenschluss durchs Betreute Wohnen wird dann auch eine weitere Wegeanbindung durch die Schaffung eines eigenen Wegs für Fußgänger und Radfahrer bringen. Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens muss aber auch für eine Erhöhung der Sicherheit gerade für Kinder und Schüler Sorge getragen werden, verdeutlicht der Bürgermeister. Er freut sich, dass die Senioreneinrichtungen an den neuen und im Entstehen begriffenen Bürgerpark angebunden sind.

Die Nachfrage nach den Wohnungen für Betreutes Wohnen sei wie gesagt groß, lässt Merzbacher wissen. Wegen der enormen Entwicklung Gundelsheims in den 60er bis 80er Jahren herrsche hier ein entsprechender Bedarf. Umgekehrt bedeute mancher Umzug vom eigenen Haus in die eigenen Wände in Betreutem (barrierefreien) Wohnen auch, dass wieder (meist üppig bemessener) Wohnraum frei wird. Die Hoffnung der Gemeinde ist die, dass dies insbesondere junge Familien in die Gemeinde bringt. Ein Ort, der Gundelsheimer aller Generationen zusammenkommen lassen soll, ist die Awo-Cafeteria, die im zweiten Bauabschnitt mit verwirklicht werden soll.