"2013 ist das letzte Geschäftsjahr vor der nächsten Kommunalwahl, es wird die Gemeinde wieder ein gutes Stück voranbringen!" Diese Zuversicht verbreitete Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) am Ende seines Rückblicks auf ein Jahr, in dem der Gemeinde trotz zahlreicher Baustellen finanziell die Luft nicht ausging. Ursächlich dafür ist die vor vier Jahren erreichte Aufnahme Litzendorfs in die von Bund und Land finanzierte Städtebauförderung. Sie bescherte mit den 2012 abgeschlossenen Großprojekten Tanzwiesenweg, Bücherei, Bürgerhaus und Umfeld eine Investition von vier Millionen Euro in die Ortsmitte.

Der größte Kraftakt war die nicht unumstrittene Streichung von 20 Hektar Bauerwartungsland aus dem Flächennutzungsplan und die Konzentration auf Baulücken sowie auf innerorts liegende Brachflächen. Möhrlein: "Litzendorf ist die einzige Gemeinde, die auch hinsichtlich der Klimaallianz und der demografischen Entwicklung den Flächennutzungsplan so konsequent umgesetzt hat." Gleichzeitig wurde die Ortsdurchfahrt von Pödeldorf mit einem gemeindlichen Anteil von knapp einer Million Euro ausgebaut. Dabei sind auch Verbesserungen für die nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer bis hinaus zum Gewerbegebiet Schlemmerwiesen erzielt worden.

Darin seien mittlerweile alle Grundstücke verkauft; das letzte werde 2013 bebaut, versicherte der Bürgermeister.
Entgegen den Erwartungen wurde der Ausbau der Kreisstraße BA 54 von Pödeldorf Richtung Schammelsdorf nicht mehr in diesem Jahr fertig. Schuld daran seien unerwartete Komplikationen beim Brückenbau sowie der Umstand, dass die Gasleitung teilweise nur 40 bis 50 Zentimeter unter dem Asphalt verlegt sei. Die Tieferlegung nimmt Zeit in Anspruch.

Auf dem Erfolgskonto verbucht Möhrlein insbesondere den Baubeginn für die neue Kindergruppe mit Turnraum, Sozialraum und Elternsprechzimmer. Im Haus "Wiesengrund" in Naisa würden die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, um eine dritte Kindergartengruppe zu beherbergen. Die Finanzierung der 930 000 Euro Baukosten sei nur dank der "Krippenförderung" sowie der FAG-Mittel für die Sanierung des Hauses "Wiesengrund" möglich.

Mehr als 200 000 Euro seien in diesem Jahr in den Brandschutz investiert worden, merkte Möhrlein an.
Der gemeinsame Tourismusverband der Gemeinden Litzendorf, Memmelsdorf und Strullendorf trägt Früchte - zum Beispiel den "Brauereiweg" durch die drei Gemeinden zu 13 Brauereien. Dafür werde sogar am Flughafen München in englischer Sprache geworben, ergänzte Stadtplanerin Edith Obrusnik, die das Projekt Städtebauentwicklung leitet.

Sie würdigte den Auftritt bei der Landesgartenschau mit stark beachteten regionalen Produkten. Ein "denkwürdiges Ereignis" war für sie der Besuch der Obersten Baubehörde, die sich in Litzendorf für die Ergebnisse der Städtebauförderung interessierte. Obrusnik lenkte ebenso wie Bürgermeister Möhrlein den Blick auf die bauliche Entwicklung der "Aufseesianischen Stiftungswiesen" in Pödeldorf, wofür im Frühjahr ein Ideenwettbewerb unter Bürgerbeteiligung ausgeschrieben wird.

Viel vor im nächsten Jahr

Die weiteren Ziel der Stadtplanerin sind der Naturerlebnisweg Melkendorf, ein Marketingkonzept unter dem Titel "Kaufen - wo ich lebe!" sowie die Fortsetzung des schwierigen Gebäude- und Flächenmanagements. Mit Hilfe der Städtebauförderung soll 2013 der Ausbau der Ortsmitte von Litzendorf im Bereich Geisfelder Straße, Hauptstraße und "Am Knock" vorangetrieben werden.

Bürgermeister Möhrlein kündigte fürs neue Jahr ferner den Neubau des Regenrückhaltebeckens mit Pumpenhaus in Pödeldorf an, die Fertigstellung des Kindergartens sowie der Kreisstraßen in Pödeldorf. Ferner will man sich dem Ausbau der Breitbandversorgung in der Gemeinde widmen, ein Konzept für die Sanierung der Wasserversorgung entwickeln und Lücken im Radwegenetz schließen. Auch die Sanierung des Friedhofes soll begonnen werden.

Der Koordinator der lokalen "Agenda-21-Arbeitskreise", Georg Lunz, legte einen detaillierten Rechenschaftsbericht vor. Seinem Fazit "Es wurde absolut gute Arbeit geleistet!" wurde applaudiert. Freilich musste zur Kenntnis genommen werden, dass der anfängliche Eifer etwas nachgelassen hat. Aber das Ziel eines "lebendigen Litzendorfs" wird weiterhin vielseitig angestrebt. Das Angebot reichte von der Fackelwanderung im Januar bis zum kürzlichen Weihnachtsmarkt mit "lebendiger Krippe" im Pfarrhof, vom Thema Badesee bis zum Live-Earth-Konzert, von der Frauenförderung bis zum Projekt Bürgerwindräder. Lunz bedauert: "Im Arbeitskreis CO2 -Reduzierung macht sich vereinzelt Frust darüber breit, wie unser ehrenamtliches Engagement von den Behörden torpediert wird."