Der CSU-Stadtrat Franz Pichler ist tot. Wie die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage bestätigte, hat der CSU-Politiker am Mittwoch einen Herzinfarkt erlitten, an dem er am Allerheiligentag verstorben ist. Pichler arbeitete seit 1990 in Bamberg als Facharzt für Chirurgie. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. In der Kommunalpolitik engagierte er sich spätestens seit Mai 2008 - als er in den Stadtrat eingezogen ist. In Abstimmungen ließ er sich von seinen eigenen Überzeugungen leiten: So stimmte er als Mitglied des Senats für Stadtentwicklung, Verkehr und Klima beispielsweise bei der Frage, ob die Parkplätze in der Langen Straße aufgelassen werden sollen, gegen die eigene Fraktion.

Pichler wurde am 20. März 1949 in Ulm geboren. Wie es in einem von der CSU Bamberg veröffentlichten Lebenslauf zu lesen ist, zog seine Familie 1962 nach München um. 1968 trat er in das Theresianum in Bamberg ein, wo er 1971 Abitur machte. Sein Medizinstudium absolvierte Pichler in Würzburg, ebenso seine Facharztausbildung an der Chirurgischen Universitätsklink in Würzburg.

1990 ließ er sich in der Jäckstraße in Bamberg als Facharzt für Chirurgie nieder und gründete 1992 die chirurgische Gemeinschaftspraxis mit Dr. Edwin Kreisköther. Seit seiner Niederlassung wurde Pichler in der Kassenärztlichen Vereinigung, Bezirk Oberfranken, in verschiedene Gremien berufen. Zuletzt war er Mitglied im Zulassungsausschuss Ärzte Oberfranken und ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht München. Die Bamberger Ärzteschaft wählte Pichler 2001 in den Vorstand des Ärztlichen Kreisverbandes und 2003 zum Zweiten Vorsitzenden.

Neben seinem beruflichen und berufspolitischen Engagement galt sein Interesse auch dem Cartellverband (CV) der katholischen deutschen Studentenverbindungen, dem Bürgerverein Kaulberg, dem Historischen Verein Bamberg und dem Jazzclub Bamberg.