Die Pfarrei St. Sebastian in Peulendorf feierte am Patronatsfest ihrer Kirche zusammen mit Domkapitular Norbert Jung einen Festgottesdienst zum Abschluss der Kirchenrenovierung. Dazu begrüßte Pastoralreferent und Kirchenpfleger Albin Zeck den Geistlichen und alle Gläubigen in der neu erstrahlenden Kirche.

Zeck sagte, dass Kirchen- und Pfarrgemeinderat erleichtert seien, dass die Renovierung jetzt nach sieben Jahren abgeschlossen sei. Die heutige barocke Kirche wurde 1757 geweiht, ist aber insgesamt sicherlich noch einige Jahrhunderte älter. Besonders gedacht wurde des Architekten Michael Schelz, der neben der Kirche wohnte und die Renovierung leitete, aber leider während der genannten Maßnahmen verstarb. Deshalb dauerten die Arbeiten auch einige Jahre. Schelz habe sie aber so gut vorbereitet, dass man sie alleine zu Ende bringen konnte.

Norbert Jung freute sich, dass er in eine der kleinsten Pfarreien der Diözese eingeladen wurde. Er sei erstaunt, hier ein so großes und prächtiges Gotteshaus vorzufinden. Da das Evangelium über das Hochzeitsfest zu Kana ging, predigte er über Feste im Allgemeinen. Er fragte auch, ob die Kirche heute nicht andere Formen des Feierns anbieten müsste, die die Leute wieder mehr ansprächen. "Unser Problem ist nicht der Mangel wie zur Zeit Jesu, sondern der Überfluss. Viel essen und trinken ist nicht unser Traum, sondern unser Problem", so Jung. Deshalb sei oft unser Ziel ein Wellness-wochenende und kein Fest, fuhr er fort. Um wieder auf die Spur Jesu zu kommen, sei eine Pflege guter Essenskultur mit gemeinsamem Essen in den Familien notwendig. Jung forderte aber auch, die Festkultur in den Dörfern zu erhalten und zu pflegen, "... damit sie nicht vor die Hunde geht und durch Fastfood und Coffee-to-go ersetzt wird." Jung schloss seine Festpredigt mit der Forderung: "Wir müssen diesen Hunger nach Gerechtigkeit wecken, denn ohne ihn hat unsere Kirche und unser Leben keinen Sinn."

Prozession durch den Ort

Musikalisch gestalteten Thomas Grzonka mit Gesang und Gitarre und Hans Heinlein an der Orgel den Gottesdienst mit. Es schloss sich eine Prozession durch den Ort an, bei der Domkapitular Jung das Allerheiligste und vier junge Männer die Statue des Heiligen Sebastian trugen. Dazu spielten die Pünzentaler Musikanten unter ihrem Dirigenten Andreas Arnold.

Hiltrud Weber besuchte ebenfalls das Fest in Peulendorf. Ihr Großvater Dominikus Weber war vor fast genau 109 Jahren in der Schule geboren worden und gründete 1910 den Obst- und Gartenbauverein. Sie schwärmte von dem neuen Gotteshaus: "Die Kirche hat durch die Renovierung viel gewonnen, sie ist hell und freundlich geworden und lädt zum Gebet ein. Ich komme jedes Jahr gerne wieder."

Beim Festakt in der Alten Schule sprach nochmals Albin Zeck auch im Namen von Pfarrgemeinderatsvorsitzender Angelika Arnold und Kirchenrat und Mesner Roland Unger. Er dankte dem Diözesanarchitekten Sandro Selig für seine Baubegleitung und allen Firmen und Helfern bei der Renovierung. Da über die ganze Zeit Gottesdienste gehalten wurden, habe jede Woche ein Putztrupp anrücken müssen. Zeck wünschte sich, dass eine Gemeinschaft gebildet und die Nächstenliebe gelebt werde.

Annette Merklein erläuterte anhand einer Powerpointpräsentation noch einmal ausführlich die Renovierungsarbeiten an der Peulendorfer Kirche. Diese begannen 2012 mit der Installation der Funkuhr, des Schlagwerks und der Glockenläutanlage. Auch die Elektroinstallation, Putz-, Stuck- und Malerarbeiten wurden getätigt. Nach der Freilegung alter Farbschichten wählten die Verantwortlichen helle beige Farbtöne. In den folgenden Jahren wurden die Bankpodeste und Sakristeimöbel erneuert. Außerdem wurden die Heiligenfiguren und der Beichtstuhl restauriert. Eine moderne, induktive Beschallungsanlage ermöglicht auch Schwerhörigen, dem Gottesdienst und Andachten gut folgen zu können.

Mobile Rampe

Die neue Heizungsanlage sorgt für angenehme Temperaturen und spart Kosten. Altäre und Orgel mussten gereinigt werden. Holzarbeiten am Turm und am Geländer zur Empore leistete ein Peulendorfer kostenlos. Für Behinderte steht in der Sakristei eine mobile Rampe zur Verfügung. Gegen die UV-Strahlen muss an den Fenstern noch ein Schutz angebracht werden.

Die Gesamtkosten betragen 228 300 Euro. Zuschüsse leisteten die Erzdiözese Bamberg mit 64 Prozent, die Oberfranken Stiftung 15 Prozent, zwei Prozent gab das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und 19 Prozent muss die Kirchenstiftung Peulendorf tragen.

Bürgermeister Roland Kauper (CSU) sprach ein Grußwort und sicherte den Peulendorfern, zu denen auch die Pünzendorfer und Weingartener zählen, einen Zuschuss der Stadt Scheßlitz zu.