Beim 5. Shotokan-Tag im hessischen Lich wurde eine seltene Prüfung abgehalten. 19 Karatekas stellten sich den hochkarätigen Prüfern des 9. Dan, um ihr Können unter Beweis zu stellen und die Dan-Grade 6 bis 8 zu erlangen. Vom Post- SV Bamberg trat Werner Sadlauskas zur Prüfung zum 7. Dan an. Auch Bundestrainer Efthimios Karamitsos trat zur Prüfung (8. Dan) an.

Die 19 Prüflingen hatten einen langen Abend vor sich - es wurde von 18 Uhr bis Mitternacht das komplette Repertoire, von diversen Schlag- und Trittkombinationen über Kata (Formenlauf) und Kumite (Freikampf) bis hin zu Bunkai (Anwendung der Techniken aus der Kata) alles geprüft. Die Prüfer waren sehr kritisch, doch Sadlauskas ließ sich davon nicht beeindrucken. Nach über fünf Stunden Prüfung stand das Ergebnis fest: Sadlauskas bestand als einer der Besten die Prüfung und wurde von allen Prüfern in höchsten Tönen gelobt. Auch Bundestrainer Karamitsos bestand die Prüfung. Sieben Sportler konnten jedoch nicht überzeugen - und fielen durch.

Ein Leben für den Sport

Die Kampfkunst-Karriere von Sadlauskas begann 1967 als damals 16-Jähriger in Bamberg. Schon damals konnte man seinen Trainingsfleiß und sein außergewöhnliches Verständnis für diesen Sport erkennen. Bereits vier Jahre später bestand er seine Prüfung zum 1. Dan. Im selben Jahr wurde er Bamberger Stadtmeister im Karate. Bereits von Beginn seiner sportlichen Laufbahn an gab er sein Wissen an andere weiter. 1972 folgte die Prüfung zum 2. Dan. In den Jahren bis zu seinem 3. Dan (1978) erkämpfte Sadlauskas sich mehrere Titel auf Bezirks- und Landesebene, 1973 folgte sogar der dritte Platz bei der deutschen Meisterschaft. Bis 2008 folgten die weiteren Dan-Prüfungen bis zum 6. Dan.

Daneben brachte er in den über 50 ehrenamtlichen Jahren als Trainer des Post-SV Bamberg und väterlicher Wegbegleiter unzählbaren Karateka-Generationen sein Wissen, seine Leidenschaft und sein Verständnis für diese Kampfkunst bei. Für dieses Engagement erhielt er 2017 bei der 50-jährigen Jubiläumsfeier der Karateabteilung die goldene Ehrennadel vom Verband. Doch damit nicht genug: Sadlauskas gab sich in den seltensten Fällen mit den erreichten Leistungen (sei es von sich oder seinen Schülern) zufrieden, so dass er seit einigen Jahren auch wieder selbst auf der Wettkampffläche bei den Masters zu finden ist. Und das sehr erfolgreich: 2018 wurde er, um nur ein Beispiel zu nennen, deutscher Meister seiner Altersklasse. Doch auch damit nicht genug. Er steht jede Woche bis zu fünf Mal in der Halle, um seine Karateka anzutreiben und sie über ihre eigens gesetzten Grenzen zu bringen. Die Erfolge können sich auch hier sehen lassen - sei es Igor Abramovic, Andreas De Sario, Athanasios Malekas, Anna Schmuck oder das U12- Kata-Team mit Finn Elflein und Malcolm und Joshua Stenschke.