Vor den Augen von Liisi Sokman, die offiziell verabschiedet wurde, haben die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg auch ihr viertes Spiel in dieser Saison der 2. Liga Süd verloren. Vor 100 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Cheftrainerin Jessica Miller in der Graf-Stauffenberg-Halle am Samstagnachmittag den Elangeni Falcons Bad Homburg mit 68:80 (39:44). Die Dreier-Künste ihrer estnischen Ex-Kapitänin hätten den Gastgeberinnen in mancher Phase gut zu Gesicht gestanden. Hauptmanko waren allerdings zu viele Fehler in der Abwehr.
Zu oft wichen die DJK-Basketballerinnen in der Verteidigung von Blöcken, den gefährlichen Schützinnen des Gegners oder bei Aktionen unter dem Korb von ihrem Plan ab und schmälerten dadurch den Gesamteindruck einer Begegnung mit durchaus auch guten Phasen. Just als der Bamberger Anhang sein Team beispielsweise kurz vor der Halbzeitpause beim Stande von 39:35 auf dem richtigen Weg wähnte, kam wieder ein Bruch ins Spiel. Anstelle eines knappen Vorsprungs und eines guten Gefühls nahmen die Miller-Schützlinge nach einer Reihe von Ballverlusten und schlechten Entscheidungen einen 39:44-Rückstand mit in die Kabine. Momente, die sich zu häufig wiederholten.
So auch unmittelbar zu Beginn des Schlussviertels: Gerade hatte die erneut aufgrund von Foulproblemen unter ihren Möglichkeiten agierende Tori Waldner nach zwischenzeitlichem Elf-Punkte-Defizit (44:55) wieder den Anschluss hergestellt, da setzten sich die Gäste mit freundlicher Unterstützung der DJK-Verteidigung mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen umgehend wieder ab (60:69).
Endgültig gefallen war die Entscheidung dann, als Waldner in der 36. Min. mit ihrem fünften persönlichen Foul das Feld verlassen und Bad Homburg die Differenz in der Folge wieder zweistellig gemacht hatte (67:77). "Wir können nicht die gleichen Fehler immer und immer wieder machen", ärgerte Headcoach Miller, dass sie in ihrer Analyse die Themen der letzten Wochen zum wiederholten Male aufgreifen musste. "Wir können nicht bis in die letzten Sekunden eines Angriffs gut verteidigen und dann durch Unachtsamkeit oder ungeschickte Fouls den Rebound bzw. leichte Punkte abgeben. Wir müssen Ball und Gegner sehen. Wir können im Angriff nicht stehenbleiben und warten, dass der Ball zu uns kommt. Wir brauchen Bewegung und müssen erkennen, wann Anspiele möglich sind und wann nicht. Es sind nach wie vor Kleinigkeiten, an denen wir weiter arbeiten und die wir abstellen müssen, wenn wir Erfolge einfahren wollen."
Nicht nur sportlich, auch personell nehmen sich die Nachrichten bei der DJK Brose Bamberg derzeit nicht sehr erfreulich aus. Während der Ausfall von Marie Ulshöfer, Ramona Hesselbarth und Franziska Hager bereits vor der Partie feststand, Anika Hartmann nach dreitägiger Trainingspause angeschlagen auf der Bank Platz nahm und Sandra Schrüfer ebenfalls nicht fit ins Spiel ging, zog sich Mara Münder kurz vor dem Seitenwechsel eine Verletzung zu. Die 25-jährige Flügelspielerin biss in der zweiten Hälfte auf die Zähne, die Anzeichen lassen jedoch einen Bänderriss vermuten. Die genaue Diagnose wird die ärztliche Untersuchung bringen. So oder so gilt es für die Bamberger DJK-Damen, jetzt zusammenzurücken - am kommenden Sonntag geht's zum fränkischen Derby der 2. Liga Süd nach Würzburg.
DJK Brose Bamberg: Förner (16), Bethune (13), Münder (12), van der Velde (10), Waldner (10), Zeis (3), Landwehr (2), Schrüfer (2) / Elangeni Falcons Bad Homburg: Grönberg (23), Kacperska (18), Georgieva (14), Furr (12), Polishchuk (8), Lehnert (3), Krentz (2), Finke, Gregor, Johanns