Die Saison in der Regionalliga Bayern ist gerade eine Woche vorbei. Der FC Eintracht Bamberg hat trotz einiger Schwierigkeiten im Verlauf der Runde die Klasse sicher gehalten und spielt auch 2013/2014 in der höchsten bayerischen Amateurklasse. FCE-Vorsitzender Mathias Zeck schaut zurück auf die Saison und gewährt einen Blick in die Zukunft der Mannschaft und des Vereins.


Wie zufrieden sind Sie mit der ersten Regionalliga-Saison des FC Eintracht Bamberg?
Mathias Zeck: Sicher war es eine anstrengende Saison, weil wir zwar einige Höhen, aber im Frühjahr schon auch einige Sorgen hatten. Am Ende steht der Klassenerhalt, den uns ja einige so genannte Experten vor der Saison nicht zugetraut hatten. Das war das Maß aller Dinge. Und da wir dies erreicht haben, bin ich mehr als zufrieden.


Um welche Experten hat es sich da gehandelt?
Vor der Saison gab es nach dem Neuanfang viel Unruhe. Und da gab es dann auch Experten, ehemalige Trainer und Funktionäre aus dem Bamberger Umfeld, die uns als Absteiger Nummer 1 bezeichnet haben. Aber dies war für mich, Adi Leicht und die Mannschaft die beste Motivation.


Während der Sorgen im Frühjahr kam auch der Trainerwechsel von Petr Skarabela zu Dieter Kurth. Hat der Verein da zum richtigen Zeitpunkt die Bremse gezogen?
Man muss ein bisschen unterscheiden. Wir haben auch mit Petr Skarabela einige Punkte geholt und mit ihm beispielsweise zweimal den Regionalliga-Meister 1860 München geschlagen. Von daher war unter Skarabela nicht alles falsch. Aber ihm haben einfach das nötige Quäntchen Glück und die besondere Ansprache an die Mannschaft gefehlt. Dieter Kurth hatte vom ersten Tag an Erfolg gehabt. Es gibt genügend Beispiele in der Liga, wo der Trainerwechsel nicht funktionierte. Von daher hatten wir das Glück, mit Kurth jemanden zu holen, der die Regionalliga in- und auswendig kennt. Die Entscheidung, diesen Fachmann zu verpflichten, war richtig.


Auch die Bilanz spricht ja für ihn. Skarabela holte in 26 Spielen 26 Punkte - Kurth in zwölf Partien 21.
Kurths Bilanz ist hervorragend und es wäre schön, wenn es so weitergeht. Aber wir sind realistisch.


Schauen wir einmal nach vorne: Der FCE hat schon einige Hochkaräter verpflichtet und mit Leistungsträgern verlängert. Wie sieht die weitere Personalplanung aus?
Wir werden auch in die neue Saison nur mit 20 Feldspieler und drei Torhüter gehen. Wir verlieren auch an Qualität, zum Beispiel mit Florian und Josef Pickel oder Christoph Herl - um nur drei zu nennen. Es verlässt uns auch eine stattliche Anzahl an Spielern. Von daher ist es dringend notwendig, dass wir uns verstärken, wenn wir nicht jedes Jahr bis zum vorletzten Spieltag zittern wollen. Das haben wir gemacht. Wir sind in Oberfranken die Nummer eins. Wir haben jetzt drei Jahre ordentlich gearbeitet und schon merkt man, dass der FC Eintracht auch eine Adresse ist, wo gute Spieler gerne hingehen.


Und was ist das Ziel für die kommende Saison?
Wir haben noch zwei, drei Personalien abzuarbeiten. Wenn uns diese so gelingen sollten, wie wir uns das vorstellen, glaube ich schon, dass wir selbstbewusst ins nächste Jahr gehen. Wenn wir frei von Verletzungssorgen bleiben, trauen wir uns zu, unter den ersten Zehn eine gute Rolle zu spielen.


Unter den ersten Zehn - sogar auf Platz drei - war der FCE bei den Zuschauerzahlen. Im Schnitt kamen 947 Fans ins Fuchs-Park-Stadion. Sind Sie mit der Zuschauerentwicklung zufrieden?
Absolut zufrieden. Selbst wenn ich das Bayern-Spiel mit 4800 Zuschauern herausnehme, haben wir trotzdem unsere Zuschauerzahl gegenüber der Bayernliga nahezu verdoppeln können. Ich hätte mit so einem großen Sprung nicht gerechnet. Die Zuschauer haben wieder Freude, zum FCE zu gehen.


Sie sprachen vom Spiel gegen Bayern München II. Das ist sicher einer der positiven Nebeneffekte der Regionalliga Bayern, dass auch große Vereine nach Bamberg kommen. Wie sehen Sie die neu geschaffene höchste bayerische Amateurliga?
Sie ist ja relativ alternativlos. Die Bayernliga hätte sich auf Dauer abgenutzt, wenn man da nichts geändert hätte. Für uns hat sich die Regionalliga von den Zuschauerzahlen und von der Attraktivität der Spielweise her sicher gelohnt, wenn auch einige Auflagen zu erfüllen sind, die mir und meinen Kollegen manchmal Kopfzerbrechen bereiten, wie zum Beispiel Sicherheitsauflagen oder zusätzliche Schiedsrichterkosten. Das ist etwas, was uns in unserer Freude drückt. Da muss man weiter mit dem Verband reden. Aber insgesamt glaube ich, dass die Liga sich bewährt hat, auch wenn ich mir wünschen würde, dass der eine oder andere nordbayerische Verein dazukommen würde. Wir brauchen einfach die Derbys. Sollte das in den nächsten Jahren gelingen, bin ich zuversichtlich, dass wir auch die 1000-Zuschauer-Marke knacken.


Ein weiterer Erfolg war in dieser Saison der Zuschlag des Bayerischen Fußball-Verbandes für das Nachwuchsleistungszentrum. Was bedeutet das für den Verein?
Mich macht ein wenig traurig, dass unsere sportlichen Nachbarn aus Memmelsdorf und Wildensorg so massiv immer wieder gegen dieses NLZ in Bamberg wettern. Das ist eine Chance für die ganze Region. Es gibt nichts Besseres, als dass die Talente über den Verband optimal gefördert werden. Von daher wundern mich die zuletzt getätigten Aussagen. Nichtsdestotrotz bietet uns das NLZ die Möglichkeit, noch gezielter mit unserer Jugend zu arbeiten. Wir haben mittlerweile wieder fast 300 Jugendliche, die bei uns Fußballspielen. Und auch wenn es manch einer nicht hören mag: Die Jugend zieht es zu dem Verein, der das Aushängeschild der Region ist - und das ist nun mal der FCE. Wir haben den Zuschlag bekommen. Im Volkspark entsteht ein wunderbarer Fußballpark mit modernsten Möglichkeiten. Wir haben jetzt den Auftrag, den Kindern sowohl auf als auch neben dem Platz ein optimales Umfeld zu bieten, damit es bald wieder einen Spieler wie Stefan Kießling oder Harald Spörl in der Bundesliga gibt. Übrigens kamen auch diese Spieler damals vom FC oder der Eintracht. Und von dieser Jugendarbeit profitieren und profitierten viele Vereine in der Region.

300 Jugendliche brauchen natürlich Platz. Wie sieht es denn aus mit dem Neubau des Vereinsgeländes?
Die Stiftung ist mit Hochdruck dran. Der Kunstrasenplatz ist bereits fertig. Im Sommer werden die nächsten Schritte angegangen, wenn der SC 08 umgezogen ist. Und ich bin zuversichtlich, dass Stiftung und Verein bis 2014 dieses neue Vereinszentrum fertig haben.

Abschließend noch zu Ihrer Person. Es steht im Raum, dass Sie einen hauptamtlichen Posten beim FC Eintracht anstreben.
Der FCE ist in den letzten drei Jahren eine Erfolgsgeschichte. Wir haben über 700 Mitglieder, elf Abteilungen und im Fußball-Bereich wurden unsere Ziele immer wieder erreicht, so konnten wir unseren Etat inzwischen fast verdoppeln. Dies ist nur möglich, weil in der Vorstandschaft absolute Ruhe und Teamwork angesagt war, jedoch sind wir jetzt an den Grenzen der Ehrenamtlichkeit angelangt. Wir möchten aber weiter vorankommen und das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Deshalb müssen wir neue Wege gehen und versuchen unseren Platz auch im Wettbewerb mit dem übermächtigen Basketball zu behaupten. Ein hauptamtlicher Vorstand ist hier sicher der richtige Ansatz und in der Regionalliga auch keine Seltenheit, aber die Entscheidung hierüber haben die Mitglieder. Ich würde gerne die Arbeit der letzten drei Jahre fortführen, aber dies geht nicht mehr am Feierabend oder Wochenende, sondern hier müssen wir professioneller werden, um erfolgreich zu bleiben.