"Wir haben es geschafft! Wir haben gewonnen - 2016 ist vergessen!" Dies waren die ersten Worte der Bamberger Kapitänin Daniela Kicker nach dem mit 7:1 Mannschaftspunkten (MP) gewonnenen Champions-League-Finale gegen das rumänische Spitzenteam von C.S. Electromures Romgaz Targu Mures. Sieger bei den Herren wurde der slowakische Meister SK Zeleziarne Podbrezova, der sich in einem spannenden Finale gegen den deutschen Meister SKV Rot-Weiß Zerbst mit 6:2 durchsetzte.
Die Bronzemedaillen gingen an den KK Slovan Rosice (Tschechien) bei den Damen und den KC Schwabsberg bei den Herren. Beste Spieler des Finalturniers wurden Corinna Kastner mit 646 Kegeln und Vilmos Zavarko (Podbrezova) mit der Weltklasseleistung von 712.


Dauerrivalen bezwungen

Das Halbfinale gegen den Dauerrivalen KK Celje verlief ganz nach dem Geschmack der Bamberger Fans. Am Start boten Sina Beißer, Corinna Kastner und Alina Dollheimer guten Kegelsport und spielten gegen Schatz, Bizjak und Kozmus einen wichtigen Vorsprung heraus. Beißer siegte mit 3:1 Satzpunkten (SP) und 643:574 Holz, Kastner mit 4:0 SP und 646:548, einzig Dollheimer musste sich Kozmus bei 2:2 SP mit 571:558 geschlagen geben. Im Schlusstrio kamen für Bamberg Ioana Antal, Beata Wlodarczyk und Ines Maricic gegen Rad Savic, Nada Savic und Sesko zum Einsatz. Die Sloweninnen gaben sich zwar zu keiner Zeit geschlagen, mussten aber die Überlegenheit der Heimmannschaft anerkennen. Einzig Rada Savic konnte auf der Seite von Celje ein gutes Resultat erzielen. Mit 4:0 SP und 613:583 ließ sie Antal keine Chance. Auf den Nebenbahnen jedoch standen ihre Kolleginnen auf verlorenem Posten. Wlodarczyk und Melissa Stark, die für den letzten Satz eingewechselt wurde, erzielten zusammen gute 601 Kegel und besiegten damit Nada Savic (561) mit 4:0 SP. Maricic besiegte das Duo Sesko und Farasin bei 2:2 SP mit 583:520 Kegeln. Durch die beiden weiteren Duellgewinne siegte der SKC Victoria mit 6:2 MP und 3614:3387 Kegeln. Im anderen Halbfinale setzte sich überraschend Targu Mures gegen den tschechischen Meister KK Slovan Rosice deutlich mit 7:1 MP und 3412:3294 durch.


Mit unveränderter Formation

Im Endspiel vertrauten die SKC-Verantwortlichen der gleichen Formation wie im Halbfinale gegen Celje. Beißer, Kastner und Dollheimer starteten gegen Suciu, Ban und Duka auf die Bahnen. Man könnte fast von einem Start-Ziel-Sieg sprechen. Beißer besiegte Suciu mit 3:1 SP und 558:550 Kegel. Kastner holte sich den MP gegen Ban mit 4:0 SP und 628:569 Holz. Dollheimer konnte sich im Vergleich zum Halbfinale deutlich steigern und siegte gegen Duka mit 4:0 SP und 611:546 Kegel. Mit 132 Kegel Vorsprung im Rücken war die Aufgabe für das Bamberger Schlusstrio, bestehend aus Antal, Wlodarczyk und Maricic, deutlich einfacher. Ihre Gegnerinnen lauteten Baciu, Mehesz und Gyeresi. Antal brachte eine ähnliche Leistung wie im Halbfinale auf die Bahn und siegte gegen Baciu mit 3:1 SP und 584:552. Wlodarczyk, die ganz schlechte ins Spiel fand, musste Mehesz den Ehrenpunkt für Targu Mures mit 1:3 SP und 569:609 überlassen. Maricic sicherte sich gegen Gyeresi den MP bei 2:2 SP und 585:551. Nun kannte der Jubel im Bamberger Lager keine Grenzen mehr, denn mit dem Sieg machte das SKC-Team die Finalniederlage aus dem Jahr 2016 an gleicher Stelle gegen Wien vergessen.


Spannendes Herrenfinale

Das Finale der Herren war ein ganz enges Spiel zwischen Titelverteidiger SKV Rot-Weiß Zerbst und SK Zeleziarne Podbrezova. Nach dem Starttrio führten die Zerbster zwar hauchdünn in der Kegelwertung, aber bei den Duellen stand es 2:1 für Podbrezova, da sich Tomka gegen Pointinger und Zavarko gegen Weber durchsetzten. Einzig Stoklas gelang der Duellsieg gegen das Duo Vadovic und Tepsa (635:553), womit er Zerbst im Rennen hielt.
So mussten es jetzt Weiß gegen Nemcek, Hoffmann gegen Pasiak und Schneider gegen Kuna für den deutschen Meister richten. Doch gelang es nicht, den Titel erneut nach Deutschland zu holen, da die Slowaken in den entscheidenden Phasen guten Kegelsport zeigten. Durch die Siege von Nemcek und Pasiak hatten sie bereits vier Duelle für sich entschieden und mehr als zwölf Satzpunkte erspielt, weshalb die Niederlage von Kuna gegen Schneider nicht mehr ins Gewicht fiel, da Podbrezova in der Kegelwertung auch noch mit 3738:3725 vorne lag. Das Finale ging somit mit 6:2 MP an Podbrezov.
Die Bronzemedaille sicherte sich der KC Schwabsberg, der die Ungarn von Alabardos Szegedi TE mit 6:2 MP, 12:12 SP und 3691:3681 Kegeln besiegte.
Nach der zweitägigen Veranstaltung bedankte sich NBC-Präsident Klaus Barth bei den Ausrichtern vom SKC Victoria Bamberg für das hervorragend organisierte Final Four, das insgesamt 200 Zuschauer auf der Kegelbahn und zahlreiche Kegelfans im Domreiter-Stübla des Sportparks Eintracht verfolgten. Auch der Livestream, der eigens für das Finalwochenende eingerichtet wurde, war ein voller Erfolg. In der Spitze des Finals der Herren verfolgten fast 1200 User den angebotenen Stream im Internet. maha