Die DJK Brose Bamberg hat nach der jüngsten Niederlage zum Auftakt der Rückrunde auf die zunehmend angespannte sportliche Situation reagiert und Trainer Steffen Dauer freigestellt. Das Amt des Headcoaches übernimmt ab sofort Ulf Schabacker, der bis Ende 2013 das Baunacher Pro-B-Team betreute. Mit zwei Siegen aus zwölf gespielten Partien und vier Zählern Rückstand auf das rettende Ufer bilden Bambergs Bundesliga-Basketballerinnen derzeit das Tabellenschlusslicht.

"Die Entscheidung ist uns sehr, sehr schwer gefallen, weil wir ohne Steffens Arbeit in den letzten viereinhalb Jahren wohl nicht in der zweiten Saison in der ersten Liga spielen würden. Ich kenne ihn seit 15 Jahren und deshalb ist es auch keine hohle Floskel, wenn ich sage, dass wir ihm sehr dankbar für das sind, was er seit seiner Übernahme 2009 für die Mannschaft und den Damen-Basketball in Bamberg geleistet hat. Wir alle haben uns gewünscht, dass wir mit dem Spiel in Freiburg eine Trendwende einleiten können. Durch die Niederlage dort hat sich unsere Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt aber leider weiter verschlechtert. Deshalb haben wir uns nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, noch einmal eine Veränderung vorzunehmen, in der wir die Chance sehen, für einen neuen Impuls zu sorgen und einen Richtungswechsel herbeizuführen", begründet DJK-Geschäftsführerin Annika Lohneiß die Entscheidung, die sie dem bisherigen Übungsleiter am Dienstag in einem persönlichen Gespräch mitteilte. Gleichzeitig betont die 27-Jährige, dass es "falsch und unfair wäre, die augenblickliche sportliche Situation ausschließlich an ihm festzumachen". Auf dem Feld stünden die Spielerinnen in der Verantwortung, für die es jetzt keine Ausreden mehr gebe. "Das sind sie Steffen auch ein Stück weit schuldig", so Lohneiß.

Dauer war seit 2009 Cheftrainer der ersten Damen-Mannschaft der DJK Don Bosco Bamberg (seit August 2012 DJK Brose Bamberg). In den vergangenen drei Jahren führte er die Mannschaft von der Regionalliga auf Anhieb in die zweite Liga und dort zu zwei Meisterschaften in Serie. Nach dem Bundesliga-Aufstieg 2012 feierte man in der vergangenen Saison nach einem furiosen Schlussspurt den kaum mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt und rutschte nach dem Rückzug der BV Wolfenbüttel Wildcats sogar in die Playoffs. Von den bisherigen zwölf Begegnungen der laufenden Runde konnte die DJK Brose allerdings lediglich zwei zu ihren Gunsten entscheiden.

Nachfolger des 40-Jährigen ist Ulf Schabacker, der in den letzten 15 Jahren im Herrenbereich für diverse Jugendmannschaften im Bamberger Basketballprogramm bis hin zu den Zweitliga-Kooperationspartnern aus Breitengüßbach und zuletzt Baunach als Headcoach verantwortlich war. Mit der Übernahme eines Damen-Teams betritt der 56-Jährige hingegen Neuland. "Auch aufgrund der Begleitumstände ist das sicher eine Situation, die sich nicht von heute auf morgen grundlegend ändern lässt", plant Schabacker, die taktischen Grundprinzipien seines Vorgängers beizubehalten. "Wir werden hier und da eine Kleinigkeit einstreuen, aber die Systeme zum jetzigen Zeitpunkt der Saison nicht mehr großartig ändern. Unser Hauptthema wird die Verteidigung sein." Neben dem intensiven Studium der letzten Begegnungen stünden zunächst vor allem Gespräche mit den einzelnen Spielerinnen auf der Agenda. Das erste Mannschaftstraining leitet der seit über 30 Jahren im Geschäft tätige Trainerroutinier, dem Tobias Hassfurther und Rainer Heckmann als Assistenz- beziehungsweise Atheltiktrainer zur Seite stehen werden, am Mittwochabend.

Nur drei Tage später steht dann das erste Spiel unter neuer sportlicher Führung auf dem Plan: Am Samstag um 17.00 Uhr geht es im ersten Heimspiel des neuen Jahres in der Graf-Stauffenberg-Halle gegen die Rhein-Main Baskets. "Nach der Verpflichtung von Raddy Bachvarova und dem Trainerwechsel haben wir noch einmal die Gelegenheit, uns neu zu sortieren und für die verbleibenden zehn Partien neu auszurichten. Es war von Anfang klar, dass uns erneut ein harter Kampf um den Klassenerhalt bevorsteht. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir ihn ein zweites Mal gewinnen können", gibt Lohneiß die Marschroute vor.