13 der bislang 23 Treffer des SV Wernsdorf, des 14. der Kreisklasse Bamberg 3, in dieser Saison hat Christopher Wagner erzielt. Das sind rund 57 Prozent. Ein Wert, der in den Fußball-Kreisklassen des Kreises und darüber hinaus seines Gleichen sucht. Seine Bestmarke liegt bei 40 Treffern in der Saison 2011/12.

Mit sechs Jahren begann der schnelle Linksfuß beim SV Wernsdorf mit dem Fußballspielen. Und zwar von Beginn an als Offensivmann. "Entweder im Sturm oder im offensiven Mittelfeld", sagt Wagner. An sein allererstes Tor kann er sich zwar nicht mehr erinnern, "aber mit dem Ball hat es eigentlich schon früh ganz gut funktioniert", blickt der 29-jährige Werkzeugmechaniker zurück.

Aber eines weiß er sicher noch: "Das Trikot war immer viel zu groß." Mittlerweile ist er nicht nur ins Trikot hineingewachsen, sondern längst auch in eine tragende Rolle als Sturmführer und Torgarant beim SV Wernsdorf: 207 Tore stehen für ihn in den 236 Spielen der vergangenen neun Spielzeiten zu Buche. In dieser Zeit schoss der SVW 683 Tore - und Wagner fast ein Drittel davon. Sein Rekord in einer Spielzeit liegt bei 40 Einschlägen. "In der Aufstiegssaison 2011/12 war das."

Seine Bestmarke in einem Spiel stellte er am 1. Mai 2014 auf, als Wagner beim 7:2 gegen die DJK Teuchatz fünfmal traf. In dieser Spielzeit hatte "Chrissi" Wagner bereits eine längere Ladehemmung: sieben Spiele lang traf er nicht. "Verrückt machen darf man sich in diesen Phasen nicht", das weiß der erfahrene Stürmer. Und irgendwann platzt dann der Knoten wieder. So war es auch bei ihm: Einem Tor gegen Stechendorf ließ er im letzten Spiel beim 5:1 im Derby gegen Mistendorf gleich wieder einen Dreierpack folgen.

"Von klein auf", so der wuchtige, 1,77 m große Stürmer, "war Fußball immer an erster Stelle gestanden." Das hat sich geändert. "Mittlerweile", erklärt der Vater eines Kindes, "steht natürlich die eigene Familie im Vordergrund." Seine Stärken, die Wagner "in meiner Schnelligkeit und meinem guten linken Fuß" sieht, brachten ihn als 14-Jährigen dazu, in die B-Jugend des TSV Eintracht Bamberg und dann in die A-Jugend des TSV Hirschaid zu wechseln. Dort kickte er höherklassig, bevor er wieder den Weg zurück zu seinem Heimatverein SV Wernsdorf fand. Und dort netzt er Jahr für Jahr zweistellig ein.

Zuverlässig treffende Stürmer, auch in der A- und Kreisklasse, wecken naturgemäß das Interesse anderer Vereine. Nicht anders war es bei Wagner: "Angebote und auch der Gedanke an einen Wechsel waren durchaus schon mal vorhanden. Doch ich entschied mich immer dafür, beim SVW zu bleiben", so der 29-Jährige. Vielleicht nicht zuletzt deswegen, weil der unbedingte Erfolg nicht alles ist für den Stürmer. "Ganz wichtige Aspekte, die für mich zum Fußball gehören, sind ganz klar die Kameradschaft und der Zusammenhalt."

Und genau das findet er beim SVW vor. Wie sieht ein typisches Wagner-Tor aus? "Der Ball wird in die Spitze gespielt, ich starte in die Lücke und gehe ins Eins-gegen-Eins mit dem Keeper", beschreibt der in Hirschaid wohnhafte Wernsdorfer Stürmer, dem als Fußballer Cristiano Ronaldo imponiert. Der SV Wernsdorf ist derzeit 14. der Kreisklasse, Gruppe 2, und damit in direkter Abstiegsgefahr. Aber Wagner ist optimistisch, den Klassenerhalt zu schaffen: "Es wird zwar sehr schwer werden. Aber wenn wir zusammenhalten, und vor allem auch das spielen, was wir können, ist es eine machbare Aufgabe." Was Wagner nicht kann: "Ich bin leider ein wenig lauffaul." Was er kann: Tore schießen.