Nach Ablauf der Länderspielpause geht Brose Bamberg personell unverändert ins letzte Drittel der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga. Die Möglichkeit, bis zum Ende der Wechselfrist am 31. März einen einen Ersatz für Stevan Jelovac zu verpflichten, wird der Tabellenfünfte wahrscheinlich nicht nutzen. "Wir müssen nichts tun, weil man gesehen hat, dass die Mannschaft auch ohne Jelovac funktioniert", sagt Geschäftsführer Arne Dirks. Über eine Nachverpflichtung wolle man nur nachdenken, wenn noch etwas Außergewöhnliches passieren sollte. Der Serbe Jelovac ist in die Türkei gewechselt.

Im ersten Spiel nach dem Pokaltriumph sind die Bamberger am Samstag (20.30 Uhr) bei den Gießen 46ers zu Gast. Die Hessen haben sich im Gegensatz zu ihrem nächsten Kontrahenten für den Rest der Saison noch einmal verstärkt. Mit dem ehemaligen Bamberger Jared Jordan holte 46ers-Trainer Ingo Freyer einen erfahrenen Aufbauspieler. Der 34-jährige Assist-König der Bundesliga kommt in seinen bisherigen sechs Partien für die 46ers bereits auf 7,2 Vorlagen pro Spiel. Zuletzt beim 101:92-Erfolg in Bremerhaven gab er zwölf Assists und erzielte zudem 15 Punkte.

Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Tabellensiebten ist aber John Bryant. Der amerikanische Centerkoloss mit deutschem Pass ist in der Form seines Lebens. Der 31-Jährige ist sowohl bei bei Punkten (20,1) als auch Rebounds (10,6) und Blocks (1,1) Ligaspitze.

Hinspiel ging in die Verlängerung

Trotz eines "Double-Double" von Bryant (20 Punkte/11 Rebounds) verloren die Gießener das Hinspiel in Bamberg - allerdings erst nach Verlängerung. 98:98 stand es nach Ablauf der regulären Spielzeit, in den fünf Zusatzminuten hatten die Oberfranken mit 11:3 die größeren Kraftreserven.

In der spielfreien Zeit haben die Bamberger weiter an der Verbesserung ihrer Verteidigung gearbeitet. Schließlich gestatteten sie ihren Gegnern in den letzten drei Auswärtsspielen im Schnitt über 92 Punkte. "Wir hatten jetzt eine längere Pause, in der wir intensiv und gut trainiert haben. Wir müssen von Beginn an bereit sein zu verteidigen. Nur dann haben wir eine Chance", meint Coach Federico Perego vor dem Spiel in der berüchtigten Sporthalle Ost. "Dort ist es immer schwer zu spielen. Die Gießener haben großartige Fans, die sie extrem pushen." Das bekamen auch die Bamberger schon zu spüren. Von den vergangenen 21 Heimspielen gegen das Brose-Team gewannen die Gießener elf.

Allzu gerne würden die 46ers den dritten Bundesliga-Sieg in Folge einfahren und damit ihren Platz in den Play-off-Rängen festigen. Die Mannschaft von Perego war vor der Länderspielpause gar viermal hintereinander erfolgreich und holte zudem mit dem Pokal auch den ersten Titel der Saison. Während der Cupgewinner in Bestbesetzung nach Hessen fährt, müssen die Gastgeber mit Benjamin Lischka (Knöchelblessur) und Alen Pjanic (Oberarmverletzung) auf zwei gebürtige Gießener verzichten.