Das letzte Euroleague-Heimspiel dieser Saison am Donnerstag (20 Uhr) gegen Armani Mailand ist für drei Bamberger eine ganz besondere Partie: Ricky Hickman, Daniel Hackett und der neue Trainer Luca Banchi standen bereits in Diensten der Lombarden, wobei Coach Banchi Mailand nach 19 Jahren ohne Titel 2014 zur Meisterschaft geführt hatte. Während Hackett die ganze Saison die Zuverlässigkeit in Person ist, blühte der oft in der Kritik stehende Hickman zuletzt auf, war beim 93:88-Sieg über Malaga mit 28 Punkten bester Werfer und zusammen mit Nikola Milutinov (Piräus) wertvollster Spieler des 28. Spieltags.
Sportlich ist die Begegnung des Tabellenzehnten (Brose/11 Siege) gegen den 14. (Armani/9) zwar von untergeordneter Bedeutung, dennoch werden die Brose-Basketballer vor eigenem Publikum alles versuchen, den sechsten Euroleague-Heimsieg in Folge zu feiern und sich für die 98:105-Bundesliga-Pleite zuletzt in Göttingen zu rehabilitieren. Ein Erfolg wäre auch im Hinblick auf die nationale Herausforderung am Ostersonntag (20.45 Uhr) für das Selbstbewusstsein förderlich, denn gegen den den Tabellendritten aus Ludwigsburg darf sich der deutsche Meister keine weitere Niederlage erlauben, sonst wird es mit dem Erreichen der Play-offs für den Achten noch einmal richtig eng.
Von solchen Problemen sind die Mailänder in der Lega A weit entfernt: Mit 18:5 Siegen führt das Armani-Team die Tabelle vor dem Vorjahres-Meister aus Venedig (17:6) an. Am Sonntag feierte die Mannschaft von Trainer Simone Pianigiani beim Rangvierten in Avellino einen 82:75-Auswärtserfolg, bei dem Vladimir Micov (14), Arturas Gudaitis (13), Davide Pascolo (11) und Andrew Goudelock (10) zweistellig punkteten.
"Wir müssen versuchen, den Bambergern die einfachen Punkte aus dem Schnellangriff wegzunehmen. Wir wollen uns weiterentwickeln und versuchen, den Sieg mitzunehmen, um für die Play-offs in Italien gerüstet zu sein", gibt Pianigiani die Marschroute aus.
Sein Gegenüber Banchi sieht die Begegnung ähnlich: "Wir müssen das Spiel als das nehmen, was es ist: Die nächste Chance, uns gegen ein gutes europäisches Team zu bewähren. Mailand hat hervorragende Einzelspieler, von denen jeder eine Partie im Alleingang entscheiden kann. Für uns ist es wichtig, dass wir als Team agieren - und das sowohl in der Offensive, vor allem aber in der Verteidigung."
Vor allem Goudelock und Theodore gilt es zu stoppen
Topscorer der Italiener sind Goudelock (12,5 Punkte im Schnitt) und der Ex-Frankfurter Jordan Theodore (12). Mindaugas Kuzminkas folgt mit 11,8, Vladimir Micov mit 10,8 Zählern. Aber auch Curtis Jerrells (9,7) kann ein Spiel im Alleingang entscheiden. Mit dem 2,08-m-Mann Gudaitis (10 Punkte/6,2 Rebounds) und dem 2,13-m-Center Kaleb Tarczewski (6,8/5,7) stehen zwei Top-Ten-Rebounder für die freien Bälle bereit. Zudem müssen sich die Bamberger mit dem von Darussafaka Istanbul nach Italien gewechselten Letten Dairis Bertans auseinandersetzen.
Wichtig wird für das Brose-Team sein, die Konzentration bis zur Schlusssirene hoch zuhalten, denn im Hinspiel gestatteten die Bamberger Milan am Ende einen 19:0-Lauf und schenkten dem Gastgeber den 71:62-Sieg.