Zum zweiten Spiel der Viertelfinalserie kehren die Basketballer von Brose Bamberg am Mittwoch (20.30 Uhr) an den Ort ihrer bittersten Niederlage in dieser Bundesligasaison zurück. Am 28. Januar ging der deutsche Meister im Bonner Telekom Dome mit 69:106 unter. Doch nach dem klaren 87:74-Heimerfolg des Brose-Teams zum Play-off-Auftakt stand Anthony Dileo, Aufbauspieler der Telekom Baskets, mit seiner Einschätzung nicht alleine da: "Das ist nicht mehr die gleiche Mannschaft wie noch vor zwei Monaten."
In der Tat präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Luca Banchi am Sonntag zum Start in die heiße Phase der Saison als verschworene Einheit, die sowohl offensiv als auch defensiv überzeugte. Im Angriff erarbeitete sie sich mit mannschaftsdienlichem Spiel (23 Assists) viele freie Würfe, die vor allem Dorell Wright (24 Punkte) hochprozentig traf. In der Abwehr legte Daniel Hackett den Bonner Aufbauspieler Josh Mayo in der zweiten Halbzeit an die Kette.
Auch Tomislav Zubcic, der bei der Bonner Gala gegen die Bamberger Ende Januar noch mit 33 Punkten geglänzt und sieben Dreier bei acht Versuchen versenkt hatte, war kein Faktor im Spiel der Rheinländer. Der kroatische Power Forward kam nur auf sieben Zähler.


6000 T-Shirts für die Bonner Fans

"Ich erwarte eine viel bessere Bonner Mannschaft in deren Halle", sagt Brose-Kapitän Nikos Zisis, der in Spiel 1 mit 13 Punkten und neun Assists seine ganze Routine ausspielte, vor dem zweiten Duell. Aufbauspieler Maodo Lo pflichtet ihm bei: "Die Atmosphäre im Telekom Dome ist top. Wir müssen dort noch besser spielen, um zu gewinnen." Die Bamberger erwartet nicht nur ein hochmotivierter Gegner, sondern auch eine magentafarbene Wand. Denn der Bonner Namenssponsor hat für die Zuschauer 6000 T-Shirts mit dem Play-off-Motto der Telekom Baskets ("HEARTberg") anfertigen lassen.


Wieder ohne Hickman?

"Im zweiten Spiel müssen wir den Fokus halten und wieder so als Team auftreten", fordert der Brose-Coach Banchi, der zum Play-off-Start neben Center Dejan Musli auch auf Ricky Hickman verzichtet und stattdessen dem besser verteidigenden Aleksej Nikolic den Vorzug gegeben hatte. Zwar kamen die Bonner in Bamberg nur auf 74 Punkte, allerdings profitierten die Gastgeber auch von der schwachen Dreierquote (20 Prozent) der Rheinländer. Nur viermal trafen sie bei 20 Versuchen.
Mit einem Sieg in Bonn - es wäre der zweite in der Best-of-five-Serie - könnte der Titelverteidiger das Tor zum Halbfinale schon weit aufstoßen. Allerdings muss er sich dazu ähnlich stark präsentieren wie am Sonntag. Doch in fremden Hallen tun sich die Bamberger in dieser Saison meist schwer, wie die bereits zehn Auswärtsniederlagen deutlich zeigen. Auch im letzten Spiel der Hauptrunde gelang ihnen beim Mitteldeutschen BC bekanntlich nur ein 76:74-Zittersieg. Mit einem solchen wären sie aber in Bonn am Mittwochabend hochzufrieden.