Auch im vierten Heimspiel in Folge in der Fußball-Landesliga Nordost gelang dem 1. FC Lichtenfels im Karl-Fleschutz-Stadion, das in der Vorrunde noch eine nahezu uneinnehmbare Festung dargestellt hatte, kein Sieg. Bei der 0:1-Niederlage gegen den SV Memmelsdorf präsentierte sich die Heimelf fast etwas leblos. Es schien, als hätte sie am vergangenen Samstag beim leidenschaftlich erkämpften Punktgewinn gegen den SC Feucht zu viele Körner gelassen.
Das Duell der Tabellennachbarn begann zunächst sehr schwungvoll. Zwei Minuten waren gespielt, da tauchte der Gast gleich brandgefährlich vor Schulz auf, doch Schütz verzog freistehend knapp. Im Gegenzug erreichte ein langer Ball Oppel, der zog nach innen, legte am "Sechzehner" quer auf Pfadenhauer, mit dessen Rechtsschuss SVM-Torwart Dörnbrack Mühe hatte. Wieder nur eine Minute später versuchte es Pfadenhauer erneut, verfehlte aber den Kasten. Danach verflachte die Partie. Memmelsdorf hatte etwas mehr Ballbesitz, außer einem Schuss von Griebel, der über den Querbalken ging, hatte allerdings der Gast aber auch keine wirkliche Torchance.
Den zweiten Durchgang begann der SVM mit viel Druck und hatte in den ersten zehn Minuten gleich vier gute Einschussmöglichkeiten. Doch Hörnes traf nur den Pfosten, Seifert zielte zweimal zu hoch, und auch Schütz verzog. Die Korbstädter brachten offensiv kaum mehr Brauchbares zuwege und schöpften erst wieder Hoffnung, als Saal nach knapp 70 Minuten mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen musste. Doch auch in Überzahl wurde der FCL nicht wirklich gefährlich. Mehr als ein Schuss von Graf aus spitzem Winkel, der eine sichere Beute von Dörnbrack wurde, und ein 20-m-Versuch von Zollnhofer, der flach links vorbei rauschte, war an diesem gebrauchten Tag einfach nicht drin. Und da auch die Gäste in Unterzahl nicht unbedingt auf Sieg spielten, hatte man sich auf den Tribünen schon fast mit dem torlosen Remis abgefunden. Außer der zur Pause eingewechselte Thomas Kamm: Der Memmelsdorfer zog in der 88. Min. einen Freistoß aus dem linken Halbfeld scharf nach innen, und der Ball strich an Freund und Feind vorbei zum 0:1 ins Netz. Eine Zeigerumdrehung später hatte Mahr auf der Gegenseite zwar noch eine Halbchance, doch ansonsten spielte sich das Geschehen auch in der Nachspielzeit fast nur noch im Mittelfeld ab, so dass die Memmelsdorfer nach 93 Minuten jubelnd die Arme gen Himmel recken konnten.Der Gast siegte alles in allem verdient, da er insgesamt einfach etwas mehr investierte, entschlossener in die Zweikämpfe ging, ein Plus an Chancen hatte und letztlich dann auch das Tor erzielte. ol
FC Lichtenfels: Schul z - L. Dietz (83. Mohr), Schardt, Wige, Graf, Mahr, Zollnhofer, Scholz, Oppel, Ljevsic, Pfadenhauer (74. J. Bornschlegel) / SV Memmelsdorf: Dörnbrack - Nikiforow, Griebel, Hörnes, Schütz, Schwarm, Wernsdorfer (46. Kamm), Ruß (79. Siric), Koch, Seifert (71. Sowinski), Saal / SR: Horn (Volkach) / Zuschauer: 275 / Tor: 0:1 Kamm (88.) / Gelbe Karten: Wige, Mohr / Nikiforow, Griebel, Schütz, Ruß, Saal / Gelb- Rote Karte: - / Saal (68.)