Der Kampfsportler Thomas Freitag hat bei den Ju-Jutsu-Weltmeisterschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht nur als Trainer seine "Bamberger Wettkampftruppe" zu außergewöhnlichen Erfolgen geführt. Er hat sich auch selbst als aktiver Athlet den WM-Titel bei den Masters in der Klasse bis 85 Kilogramm erkämpft.

Dank Freitag, der im vergangenen Jahr für seine Verdienste als Wettkämpfer und Trainer mehrerer Weltmeister vom Deutschen Ju-Jutsu-Verband mit dem sechsten Meistergrad ausgezeichnet wurde, hat sich Bamberg zu einem bundesweiten Schwerpunkt im Ju-Jutsu-Fighting entwickelt. Seit einigen Jahren stellt die Wettkampfgruppe des Vereins Karigane Bamberg einen Teil der deutschen Nationalmannschaft. Aus diesem Team heraus qualifizierten sich mit Andrea Pflefka (Klasse bis 48 Kilogramm), Franziska Freudenberger (bis 63 Kilogramm), Theresa Attenberger (bis 70 Kilogramm) und Simon Attenberger (bis 77 Kilogramm) vier Kämpfer bei den Erwachsenen (ab 21 Jahren) für die WM in Abu Dhabi, an der an acht Wettkampftagen mehr als 1500 Athleten aus 71 Nationen teilnahmen.

Andrea Pflefka, Weltmeisterin von 2017, startete mit einem berufsbedingten Trainingsrückstand ins Turnier. Mit zwei gewonnenen und zwei verlorenen Kämpfen erkämpfte sie sich dennoch den fünften Platz und somit zumindest wichtige Weltranglistenpunkte.

Franziska Freudenberger hatte im ersten Kampf Schwierigkeiten mit der späteren Weltmeisterin Juliana Ferreira aus Frankreich. Alle weiteren Kämpfe entschied sie dank ihrer sauberen Atemi-Techniken und schnellen Würfe für sich und sicherte sich verdient Bronze.

Theresa Attenberger marschierte souverän durch bis ins Finale, in dem sie sich allerdings der starken Europameisterin Aafke van Leuwen geschlagen geben musste. Das bedeutete für sie die Silbermedaille.

In der am stärksten besetzten Klasse des Turniers überzeugte Simon Attenberger in seinem ersten Jahr bei den Erwachsenen mit enormer Schnelligkeit und einem großen Technikrepertoire. Erst im Halbfinale unterlag er knapp dem späteren Weltmeister Fredrik Widgren aus Schweden. Im Kampf um Platz 3 dominierte er seinen Gegner aber wieder und erkämpfte sich mit Bronze seine erste WM-Medaille bei den Erwachsenen - ein früher Erfolg, der erahnen lässt, welches Potenzial in ihm steckt.

Alle Kämpfer der Bamberger Wettkampfgruppe wurden aufgrund ihrer Leistungen für den Teamwettkampf am letzten Tag der WM nominiert. Auch hier bestätigten die Ju-Jutsuka von Karigane Bamberg mit beeindruckenden Siegen in allen Kämpfen ihre Nominierung und wurden mit der deutschen Mannschaft Vizeweltmeister. Mit zwei Bronze- und einer Silbermedaille und damit mit Erfolgen auf ganzer Breite hatten die oberfränkischen Athleten ihrem Trainer Freitag eine steile Vorlage gegeben, der selbst bei den Masters der über 35-Jährigen antrat. 15 Jahre nach seiner letzten WM-Teilnahme zeigte Freitag, was noch immer in ihm steckt. Wie schon früher setzte er sich vor allem mit seinen präzisen und druckvollen Schlag- und Tritttechniken, kombiniert mit starken Würfen durch. Nach überzeugenden Siegen über ehemalige Spitzenkämpfer verschiedener Kampfsportarten aus Mexiko, Tunesien und Russland nahm er verdient die Goldmedaille in Empfang.