Nur neun Spieler kamen für Brose Bamberg am Sonntagnachmittag in Bremerhaven zum Einsatz, doch alle leisteten ihren Beitrag zum 93:88-Arbeitssieg bei den Norddeutschen. Damit feierte das Team von Trainer Ainars Bagatskis in seiner dritten Bundesligapartie den dritten Sieg.

Auch an der Nordseeküste blieben die Bamberger vom Verletzungspech nicht verschont. Nachdem sich Maurice Stuckey (Rippenprellung) und Patrick Heckmann (Bänderriss) in der vergangenen Woche Blessuren zugezogen hatten, erwischte es am Sonntag Nikos Zisis. Der Kapitän bekam im zweiten Viertel einen Schlag aufs Knie und wurde in der zweiten Halbzeit vorsorglich geschont.

Doch die Bamberger steckten diesen Ausfall weg und feierten einen verdienten Auswärtserfolg. "Das Wichtigste an so einem langen Trip ist am Ende ein Sieg. Vor allem, wenn man ohne ein paar Spieler unterwegs ist, die den Ball nach vorne bringen können. Das wurde nach dem Ausfall von Zisis nicht leichter", meinte Bagatskis.

Nach abermals holprigem Start - das erste Viertel ging aufgrund von fünf Ballverlusten mit 16:19 verloren - übernahmen die Gäste mit einem 14:0-Lauf im zweiten Abschnitt die Führung und gaben diese bis zum Schluss nicht mehr ab. Besonders unter den Körben hatten sie Vorteile. Das Reboundduell entschied das Brose-Team mit 30:23 für sich und wies eine starke Trefferquote von 71 Prozent aus dem Zweier-Bereich auf. Nur einen Fehlwurf bei acht Versuchen leistete sich Augustine Rubit (16 Punkte). "Wir haben heute gut im Inside-Spiel agiert, dazu in der entscheidenden Phase auch von außen getroffen", freute sich Bagatskis.

Stabile Leistung

Im Gegensatz zu den Spielen zuvor zeigten die Bamberger eine über 40 Minuten weitgehend stabile Leistung, bei der jeder Akteur seinen Beitrag zum Sieg leistete. Eine gute Leistung bot Daniel Schmidt, der seine 27-minütige Einsatzzeit zu neun Punkten nutzte. Formverbessert zeigten sich Arnoldas Kulboka, der mit zwei Dreiern im letzten Viertel die Eisbären auf Distanz hielt, und Louis Olinde. "Zwar passieren uns immer noch Fehler, aber die Einstellung hat wieder gestimmt. Jeder gibt Gas und reißt sich den Allerwertesten auf ", meinte Elias Harris, der zusammen mit Stevan Jelovac bester Rebounder (jeweils fünf) seines Teams war.

Am Mittwoch in Athen

Der überragende Bremerhavener Aufbauspieler Chris Warren (26 Punkte/6 Assists) brachte sein Team kurz vor Schluss zwar noch einmal auf drei Punkte heran, aber die Bamberger ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Am Mittwoch steht für das Brose-Team bereits das nächste Auswärtsspiel an. Um 18.30 Uhr ist es beim Titelverteidiger in der Champions League, AEK Athen, zu Gast.

Spieler des Spiels

Tyrese Rice Auch dieser Partie drückte der Aufbauspieler seinen Stempel auf. Mit 19 Punkten war der 31-Jährige abermals bester Bamberger Korbschütze und setzte seine Mitspieler darüber hinaus mit zehn Assists ins Szene. Sechsmal wurde Rice gefoult, an der Freiwurflinie war er mit acht Treffern fehlerlos. Trotz vier Ballverlusten war er der effektivste Brose-Spieler.

Hickman zurück in Bamberg

Nach seiner Fußoperation Ende Juli kehrte Ricky Hickman am Sonntag nach Bamberg zurück. Nach Vereinsangaben werden hier weitere medizinische Checks und Reha-Maßnahmen durchgeführt.

Die Statistik

Eisbären Bremerhaven - Brose Bamberg 88:93

(19:16, 18:26, 25:26, 26:25) Bremerhaven Warren (26 Punkte/5 Dreier), Turner (17/3), Benson (11), Jackson (11), Wimberg (7/1), Brangers (7/1), Jenkins (5/1), Breitlauch (2), Bleck (2) Bamberg Rice (19/1), Rubit (16), Jelovac (14/1), Olinde (9/2), Schmidt (9/1), Harris (8), Kulboka (8/2), Alexander (6), Zisis (4) SR Lottermoser, Kattur, Arik Zuschauer 2324 Gesamtwurfquote Bremerhaven 50 Prozent (33 Treffer/66 Versuche), Bamberg 60 (31/52)

Dreierquote Bremerhaven 37 Prozent (11/30), Bamberg 39 (7/18) Freiwurfquote Bremerhaven 92 Prozent (11/12), Bamberg 83 (24/29) Rebounds Bremerhaven 22 (13 defensiv/9 offensiv), Bamberg 30 (23/7)

Ballgewinne/-verluste Bremerhaven 7/12, Bamberg 6/14 Assists Bremerhaven 17 / Bamberg 14 Fouls Bremerhaven 23 / Bamberg 15