Düsseldorf, Mallorca, Bamberg - die drei Stationen, die bisher im Leben von Vincent Uhlke die wichtigste Rolle spielten, könnten unterschiedlicher nicht sein. In der Altbierstadt, Heimat der längsten Theke der Welt, verbrachte der 19-jährige Winter-Neuzugang des Regionalligisten FC Eintracht Bamberg seine Kindheit und unternahm seine ersten fußballerischen Gehversuche. Mit sechs Jahren zog er mit seinen Eltern aus dem Rheinland auf die Balearen. Und Fußball sollte eine immer wichtigere Rolle spielen. Bei Playas de Calvià stellten sie den Neuankömmling erst einmal ins Tor, "weil ich kaum Spanisch konnte", wie Uhlke lachend versichert. Als er bei einem ersten Einsatz im Feld aber zwei Treffer erzielte, war die Karriere in der "Kiste" vorbei.

Mit zehn Jahren wechselte er zu La Salle, wenig später folgte eine Berufung in die Inselauswahl, in der die Späher von Real Mallorca auf das Talent mit dem starken linken Fuß aufmerksam wurden. Mit 13 Jahren holten sie den Deutschen zum renommierten Profiverein. Fünf Jahre durchlief er die Jugendmannschaft der "Königlichen". Eine Zeit, in der auch regelmäßig Begegnungen gegen den großen FC Barcelona anstanden.

Sie sind einer der Winter-Neuzugänge des FC Eintracht Bamberg und für die meisten noch ein unbeschriebenes Blatt. Wenn Sie sich in zwei bis drei Sätzen vorstellen müssten, welche wären das?
Vincent Uhlke: Ich bin ein sehr lernfreudiger Mensch, sehr ehrgeizig und immer positiv eingestellt. Ich mag es, Spaß zu haben und versuche deshalb, egal was ich mache, immer mit Spaß dabei zu sein.

Und was für eine Art Fußballer hat der FCE bekommen?
Einen sehr ehrgeizigen Spieler, einen, der Fußball spielen will. Einen, der dabei immer alles geben wird.

Ihre fußballerische Ausbildung haben Sie in Spanien genossen. Wo liegen dort in den Jugendmannschaften die Schwerpunkte?
In Spanien legt man sehr viel wert auf das Passspiel und die Organisation innerhalb der Mannschaft.

Zuletzt waren sie Kapitän der U18 bei Real Mallorca. Träumt man da nicht von einer Profikarriere?
Es war für mich eine große Ehre, als Deutscher Kapitän von Real Mallorca gewesen zu sein. Profi zu werden, ist natürlich der Traum von fast allen, die Fußball spielen. Aber ich wollte schon immer was Festes, Bodenständiges haben, wie mein Studium, das ich jetzt in Bamberg aufgenommen habe. Natürlich will ich aber auch weiterspielen und versuchen, beides zu kombinieren. Und Profi? Wer weiß schon, was die Zukunft noch so bringen wird.

Was waren die Highlights Ihrer Jugendzeit bei Real Mallorca?
Ein echtes Highlight war ein internationales Turnier mit Teams aus aller Welt, das wir mal in Deutschland bestritten haben. Ich durfte damals bei den "Großen" mitspielen, in der A-Jugendmanschaft, obwohl ich erst gerade mal 16 Jahre alt war. Wir haben damals den Titel gewonnen.

Wie sind Sie auf den Studienort Bamberg gekommen?
Die Uni in Bamberg hat mich sehr angesprochen, da sie ein sehr gutes Konzept für meinen Studiengang hat, in dem auch Fremdsprachen und ein Auslandsjahr vorgesehen sind.

Und wie sind Sie letztendlich beim FC Eintracht gelandet?
Ich wollte auf jeden Fall weiterhin Fußball spielen. Eines Tages habe ich dann einfach spontan angefragt, ob ich ein Probetraining machen könnte. Der FC Eintracht war als Regionalligisten einfach der am höchsten spielende Verein. Die Verantwortlichen sagten zu, ich spielte vor und wir wurden uns einig.

Welche Ziele haben Sie bei Ihrem neuen Verein?
Mein Ziel ist es, der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen. Wir wollen versuchen am Saisonende weiter oben zu stehen als jetzt.

Können Sie sich vorstellen längerfristig beim FCE zu spielen, oder ist weiter Spanien das Traumziel?
Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Ich bin offen für alles. Wenn es beim FCE gut läuft, kann ich mir natürlich vorstellen, länger hier zu spielen, da ich ja auch noch eine Weile in Bamberg studieren möchte.

Wie muss man sich das vorstellen, wenn man bei einer Insel-Spitzenmannschaft spielt?
Wenn man in einer Spitzenmannschaft, wie es Real Mallorca ist, spielt, hat man immer einen gewissen Leistungsdruck. Jedes Jahr wird aussortiert und neue Spieler kommen. Es ist nicht schwer, generell in einer Top-Mannschaft zu spielen, das Schwere ist, über mehrere Jahre in einer Top-Mannschaft zu bleiben.

Zu den Auswärtspartien ging es dann per Flugzeug?
Unsere Auswärtsspiele waren fast alle auf dem Festland. Wir mussten jedes Wochenende mit dem Flugzeug hin und wieder zurück nach Mallorca fliegen. Oft war es so, dass wir kaum einen freien Tag am Wochenende hatten, da wir Samstag hingeflogen sind und erst am Sonntag wieder zurück.

Wo liegen Ihre Stärken, wo müssen Sie sich noch verbessern?
Meine Stärken sehe ich darin, dass ich ein ehrgeiziger Spieler bin, der immer gewinnen will. Ich finde, ich kann gut mit dem Ball umgehen und bin taktisch gut ausgebildet. Ich kann und muss aber auch in allen Bereichen noch was drauflegen. Aber wenn ich etwas herausnehmen und als meine Schwächen bezeichnen soll, dann sind es die Physis, an der ich noch arbeiten muss, und mein rechter Fuß.

Gibt es eine Schlagzeile, die Sie irgendwann gerne über sich lesen würden?
Eine nette Schlagzeile wäre es, wenn ich es irgendwann schaffen sollte, mein erstes Erstliga-Spiel zu bestreiten.

Die Fragen stellte Marco Heumann