Ist die Kasse gut gefüllt, sind im Spitzensport auch Spitzenleistungen möglich. Das gilt längst auch für die Bundesliga der Basketballerinnen. Mit viel Euphorie, bekanntem Kampfgeist und dem Können einer für die Endphase der Saison verpflichteten Schwedin Binta Drammeh behaupteten sich die Korbjägerinnen der DJK Brose Bamberg in der Runde 2012/13 nach ihrem Aufstieg in der 1. Liga. Jetzt steht die zweite Spielzeit im Oberhaus vor der Tür. Am Samstag geht es um 14.15 Uhr in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle gegen die Eisvögel des USC Freiburg, den Fünften der letzten Saison. Wir unterhielten uns mit Steffen Dauer, dem Trainer der DJK-Basketballerinnen.

57:90 im letzten Test gegen den deutschen Meister TSV Wasserburg: ein deutlicher Fingerzeig darauf, was die DJK Brose Bamberg in ihrem zweiten Jahr Bundesliga erwartet?
Steffen Dauer: Nach den Veränderungen im Umfeld und innerhalb der Mannschaft befinden wir uns noch im Findungsprozess, der seine Zeit braucht. Für uns geht es einzig und allein darum, die Klasse zu halten, was erneut eine sensationelle Leistung wäre. Durch die zwei starken Aufsteiger ist heuer erneut mit einer sehr spannenden Liga zu rechnen. Und auch die Teams an der Tabellenspitze haben sich nochmals erheblich verstärkt, was wir beim letzten Test gegen Wasserburg gesehen haben. Der Beginn der Vorbereitung verlief sehr schleppend, da immer wieder einige Spielerinnen gefehlt haben. Somit konnten wir da nur im individuellen und im athletischen Bereich arbeiten. Im mannschaftstaktischen Bereich können wir erst seit rund zwei Wochen arbeiten, was dazu führt, dass gewisse Abläufe noch nicht verinnerlicht worden sind. Und auch im Umfeld wurden, beziehungsweise werden weitere Strukturen geschaffen, um uns auf diesem Niveau zu etablieren. Auch hier sind sich alle Entscheidungsträger einig, dass hier die nächsten Schritte für das Programm getätigt werden müssen.

Brett Benzio hat sich im Spiel gegen die Wasserburgerinnen glücklicherweise nicht die Hand gebrochen. Ihr Ausfall träfe die DJK Brose hart. Ist noch an eine Verstärkung auf der Center-Position gedacht?
Um konkurrenzfähig zu sein, brauchen wir auf der großen Position auf jeden Fall noch eine Verstärkung. Auf den beiden großen Positionen sind wir extrem dünn besetzt, was auch in den Vorbereitungsspielen deutlich zu sehen war. Eine weitere Spielerin wäre hier Gold wert für uns.

DJK Brose Bamberg - ein klingender Name, den so mancher Basketballinteressierte und wohl auch die Bundesliga-Konkurrenz schnell in Verbindung mit dem deutschen Herren-Meister Brose Baskets bringt. Sind die Bamberger Erstliga-Korbjägerinnen wirklich finanziell so üppig ausgestattet, um - wie vielleicht viele vermuten - in der Bundesliga ein gewichtiges Wort mitzureden?
Nein, unser Etat ist weit im hin t eren Teil der Liga anzusiedeln. Um sich weiter oben zu etablieren, müsste man den Etat mindestens verdoppeln, um auch weitere professionellere Strukturen im Umfeld schaffen, beziehungsweise den Kader entsprechend verstärken zu können. Somit ist unsere Zielsetzung eine ganz andere. Alles andere als das Ziel Klassenerhalt wäre in der momentanen Situation nicht realistisch. Und auch dieses Ziel zu verwirklichen, wird auf Grund der starken Konkurrenz alles andere als einfach.

Wie sehen Sie die Zukunft des Damen-Basketballs in Bamberg, wie ist es um den Nachwuchs bestellt?
Auch im Nachwuchsbereich müssen die Möglichkeiten verbessert werden, damit auf lange Sicht regelmäßig Spielerinnen für die Bundesligamannschaft nachkommen. Hierbei ist es extrem ärgerlich, dass wir heuer keine Regionalligamannschaft haben, um die Spielerinnen an das Bundesliganiveau heranzuführen. Die Zukunft wird auch stark davon abhängen, in welchem finanziellen Rahmen man sich bewegt. Auf dem sportlichen Niveau sind die Ergebnisse und die Strukturen nun mal sehr stark von den finanziellen Rahmenbedingungen abhängig.

Ein Wort zu den treuen, begeisterungsfähigen Zuschauern bei den Heimspielen der DJK Brose Bamberg in der Graf-Stauffenberg-Halle.
Da kann man sich nur bei allen Zuschauern und Fans bedanken, die uns in den letzten Jahren hervorragend unterstützt haben. Gerade zu Beginn der letzten Saison, als es bei uns nicht so gut lief, hatten wir trotzdem einen großen Zuschauerzuspruch. Auch auswärts wurden wir immer wieder von einem harten Kern von Fans treu unterstützt. Über die ganze Unterstützung hat sich die Mannschaft sehr gefreut. Und gerade das abschließende Play-off-Heimspiel in der letzten Saison der Bundesliga gegen Wasserburg war von der Stimmung nochmal ein absolutes Highlight.