62:66 im Derby der 2. Liga Süd gegen die BVUK Sharks Würzburg (7.). Das ist zwar ärgerlich für die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg (9.), darf im Normalfall aber so stehen bleiben, zumal im Messen zweier Tabellennachbarn. Das fränkische Duell am Samstag vor 150 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle war jedoch etwas anderes: nominell Bamberg gegen Würzburg, faktisch aber DJK Brose gegen Australien.
Kate Gaze aus Melbourne bezwang die Mannschaft von Trainerin Jessica Miller im Alleingang, ließ ihre Mannschaftskameradinnen mitunter wie Statistinnen aussehen. Der 27-jährige Neuzugang, gerade eine gute Woche in Würzburg, spielte 40 Minuten durch und kam auf die überaus seltene Ausbeute von 43 Punkten, fast zwei Drittel aller Zähler der "Haie". Dabei hatte Janet Fowler-Michel, der Würzburger Coach, im Vorfeld erklärt, mit neun Spielerinnen im Training (die Dreier-Spezialistin Jessika Schiffer fehlte erkrankt) sei es nicht leicht gewesen, der 1,73 m großen Spielmacherin aus dem Land der Kängurus die Systeme beizubringen.
Um möglichen Abstimmungsproblemen aus dem Weg zu gehen, hat Kate Gaze, die auf ein Engagement in der Bundesliga hinarbeitet, offensichtlich gleich das komplette Würzburger Spiel in die Hand genommen - was ihr gelungen ist. Sie nahm sich 30 Würfe aus dem Feld, traf 16 davon (53 Prozent, darunter sechs von neun Dreier-Versuchen). Ihre Freiwurfquote betrug 83 Prozent (5/6).
Verheißungsvoll waren die Bambergerinnen ins traditionsreiche Derby gestartet. Nach fünf Gaze-Punkten fand die DJK Brose ins Spiel, entschied das erste Viertel mit 23:11 für sich. Alle ihre sechs Punkte erzielte Julia Förner in diesem Abschnitt. Mit 27:15 gingen die zweiten zehn Minuten an den Gast, 38:38 hieß es zur Pause. Trainerin Janet Fowler-Michel begründete dies so: "Wir hatten Waldner zunächst nicht im Griff. Im zweiten Viertel haben wir unsere Verteidigung gewechselt, haben Zone gespielt. Damit haben wir das High-Low-Spiel der DJK gestoppt."
Mit 45:44 führte das Miller-Team letztmals, dann fehlte angesichts der Würzburger Zonenabwehr - wie schon öfter - die Durchschlagskraft in der Offensive. Das dritte Viertel (45:52) gewann der Gast mit 14:7. Ihren Kampfgeist hatten die Bambergerinnen, die mit 46:31 das Reboundduell gewannen und sich 65 Wurfversuche aus dem Feld erarbeiteten (26 Treffer, Würzburg 55/23), nicht verloren, auch nicht nach dem 53:63 in der 36. Min. Die Wende verhinderte vor allem - Kate Gaze. Jessie Miller analysiert: "Das war eine harte Niederlage. Unglücklicherweise konnten wir eine Spielerin nicht stoppen. Sie ist gut, vom Kopf her aber haben wir es nicht auf das Level geschafft, das nötig gewesen wäre, um sie aufzuhalten. Den Rest des Würzburger Teams hatten wir im Griff. Wir holten mehr Rebounds, kontrollierten den Ball, aber es hat nicht gereicht. Kopf hoch, wir machen weiter und werden besser!"
Mitarbeit: Udo Schilling
DJK Brose Bamberg: Waldner (16), Bethune (10/1 Dreier), Zeis (8), Landwehr (8), van der Velde (8), Förner (6), Schrüfer (3), Münder (2), Hesselbarth (1) / BVUK Sharks Würzburg: Gaze (43/6), Jäger (8), Bugiardini (7), Daub (5/1), Wucherer (3), Wahl, Riedmann, Arigbabu / SR: Zobl, Aksit / Zuschauer: 150