Dennis Czygan war ihr Jugendtrainer. Eva Marschall ist als Basketballerin bei den BasCats des USC Heidelberg aufgewachsen. Begeistert war das Bamberger Kämpferherz nach den drei Spielen im Halbfinale gegen die TS Jahn München mit vier Verlängerungen. "Das habe ich noch nie erlebt", sagte die 28-Jährige, wusste vor den Play-off-Endspielen gegen die Czygan-Truppe aber auch: "Das wird dreimal so schwer." So ist es. Die erste Finalpartie um die Meisterschaft der 2. Liga Süd verloren die Korbjägerinnen der DJK Don Bosco Bamberg am Sonntag vor rund 500 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle erwartungsgemäß mit 52:65 (24:39). Das war der 19. Sieg im 19. Spiel der Saison für die Damen vom Neckar.

Dreieinhalb Minuten konnten die Bambergerinnen den hohen Favoriten fordern, da stand es 7:3. Dann fand der Gast zu seinem Spiel, führte nach dem ersten Viertel mit 18:7 und nach zwölf Minuten mit 22:7, ehe wieder ein Bamberger Korb fiel. Beim 13:34 betrug der Rückstand 21 Zähler. Die Fans feuerten die DJK unverdrossen an, freuten sich, dass der Kampfgeist der Mannschaft von Trainer Konstantin Hammerl mit einem 17:21 im zweiten Spielabschnitt belohnt wurde - auch dank der Punkte der von Coach Hammerl deutlich ermunterten Branka Lukovic (14 Punkte, 12 Rebounds). Vier Dreier hatten die USC-Basketballerinnen bereits versenkt, die Bambergerinnen keinen. Mit 21:24 Rebounds hielt sich die DJK wacker.

Aufgegeben hatten sich die DJKlerinnen längst nicht, wacher kamen sie aus der Kabine, der Respekt vor dem selbsternannten Titelaspiranten und Bundesliga-Rückkehrer war abgelegt. Nach 34 Minuten versenkte DaJonee Hale den ersten von zwei Dreiern für Bamberg, per Korbleger vollendete Ivana Grbic zum 34:40. Mit 14:6 ging das dritte Viertel an die DJK, beim 38:45 standen die letzten zehn Minuten an.

Ein Hale-Dreier brachte das 43:47, ein Korbleger von Ramona Hesselbarth das 45:49. An der Freiwurflinie sorgte DaJonee Hale für das 47:51. Der Gast war verunsichert, blieb jedoch vorn und spielte seine Routine aus - Dreier Helena Chatzitheodoros. Schnell führte der USC wieder mit 57:47, bei der DJK wollte kein Korb mehr fallen. Die letzten zweieinhalb Minuten ging bei der Hammerl-Truppe nichts mehr. Die Heidelbergerinnen liefen nach Ballgewinnen ihre Fastbreaks, die Bambergerinnen waren platt. Mit dem 52:65 blieb die große Schlappe aus. Wenn auch die schnellen Damen aus dem Südwesten meist weitaus fitter wirkten, war ein freundlicheres Ergebnis möglich.

Mit den finalen Play-offs gegen Heidelberg hat die DJK Don Bosco viel mehr erreicht als erwartet. Gleichwohl sollen sie nur eine Zwischenstation sein. Dirk Landwehr, der Geschäftsführer der DJK Damenbasketball GmbH, definierte in der Hallenzeitung das Ziel in der kommenden Serie: "Wir wollen mit einem weiterentwickelten Team nächstes Jahr den Aufstieg in die Bundesliga erreichen." Die langjährige Leistungsträgerin der DJK, Liisi Sokman, war auch in der "Blauen", die ab heute saniert wird. Die Estin darf in ihrer stets professionellen Einstellung Vorbild sein für alle, die das Projekt 1. Liga realisieren wollen.

Bei USC-Trainer Czygan "kamen keine Zweifel an unserem Sieg auf, auch als es zwischendurch eng wurde". Für sein Bamberger Pendant Hammerl war die schwache Phase in der ersten Halbzeit "der Grund für unsere Niederlage. Respekt, dass wir uns da nach der Pause noch einmal zurückgemeldet haben. Die Heidelbergerinnen haben gewonnen, weil sie unsere Fehler genutzt haben. Daran müssen wir arbeiten." Weiter geht's am Freitag (19.30 Uhr) in Heidelberg.

Viel Selbstvertrauen getankt, als Leistungsträgerinnen mit jeweils teils weitaus mehr als 32 Minuten Einsatzzeit aber auch viel Kraft gelassen, hatten zur Mittagszeit bereits Jana Barth, Julia Förner und Magdalena Landwehr, als sie zusammen mit ihren U18-Teamkameradinnen mit dem 64:57 gegen den USC Freiburg in der Baskidhall den Einzug ins "Final Four" der Mädchen-Bundesliga perfekt machten.

Statistik

DJK Don Bosco Bamberg: Hale (14 Punkte/2 Dreier), Lukovic (14), Grbic (11), Landwehr (7), Förner (2), Hesselbarth (2), Waldner (2), Barth, Marschall, Ulshöfer / BasCats USC Heidelberg: Gianotti (13/1), Chatzitheodoros (12/1), Nash (12/1), Arthur (10/1), Spatzier (6/1), Palenickova (5), Daub (3/1), Lummer (2), Zipser (2), Meusel, Karavassilis / SR: Petricevic, Harth / Zuschauer: 490