Nach einer schwachen Vorstellung in München und einem aufgrund der personellen Voraussetzungen von vornherein nahezu aussichtslosen Unterfangen im Heimspiel gegen Spitzenreiter Bad Aibling wollen die Zweitliga-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg am Sonntag im dritten Anlauf den ersten Sieg des Jahres einfahren. Ab 16 Uhr ist der Tabellenvierte dann zu Gast in Bad Homburg, wo ein abstiegsgefährdeter Aufsteiger wartet, der just vor Wochenfrist seine zehn Spiele andauernde Niederlagenserie beendet hat.


Bad Homburg will nachlegen

Entsprechend groß dürfte der Ansporn auf Seiten der Elangeni Falcons Bad Homburg sein, nach dem 77:56-Auswärtserfolg bei Schlusslicht Karlsruhe vor eigenem Publikum nachzulegen und damit Druck auf den punktgleich auf dem zehnten Platz geführten ASC Mainz auszuüben. Dass die Hessinnen ein unbequemer Gegner sein können, zeigte bereits das von Kampf und Krampf geprägte Hinspiel im vergangenen Oktober, aus dem die Bambergerinnen trotz nur magerer 52 Zähler als Sieger hervorgingen. Als auffälligste Akteurinnen im Aufgebot von Headcoach Jay R. Brown präsentierten sich seinerzeit wie auch im weiteren Saisonverlauf die beiden US-Importe Chelsea Meeks und Elizabeth Horton. Letztere legte ausgerechnet in der Graf-Stauffenberg-Halle mit 16 Rebounds ihren absoluten Saisonbestwert auf, wohingegen ihre durchschnittliche Ausbeute sieben eingesammelte Abpraller und 13 Punkte beträgt. Spielmacherin Meeks führt die teaminterne Werferliste an (15,4 Punkte pro Partie) und ist zudem als zweitbeste Balldiebin (3,0 Steals) sowie sicherste Freiwerferin der Liga gelistet (84/95 - 88 Prozent).

"Das Erfolgserlebnis hat Homburg sicher Auftrieb gegeben, insofern wird uns ein sehr motivierter Gegner erwarten. Wir müssen dem mit unserer Verteidigung begegnen, ähnlich wie im Hinspiel, als wir sehr viel investiert haben", sagt DJK-Trainer Ulf Schabacker, der allerdings mit gemischten Gefühlen auf die Trainingswoche zurückblickt. Die Mannschaft sei zwar wieder einigermaßen komplett, bewege sich aber noch nicht auf dem angestrebten Niveau.

Wenn auch noch mit angezogener Handbremse, kehrten zu Wochenbeginn Kapitänin Liisi Sokman und Ieva Jansone ins Training zurück. "Beide sind noch längst nicht wieder bei 100 Prozent. Kathrin Gut war in dieser Woche mit der Schule unterwegs, Sandra Schrüfer trainiert nach wie vor nicht voll mit der Mannschaft - von daher ist die Situation weiterhin nicht optimal", berichtet Schabacker.

Dennoch hoffen die Verantwortlichen, dass die Truppe trotz der am Ende rein zahlenmäßig klaren Niederlage gestärkt aus dem Duell mit Tabellenführer Bad Aibling hervorgeht. Die über weite Strecken gezeigte Leistung des dezimierten Kaders gebe zumindest Anlass dazu.


Cantrell: aus den Fehlern lernen

"Ich denke schon, dass uns die letzten beiden Begegnungen weitergebracht haben", bestätigt US-Centerin Miranda Cantrell. "Vor allem haben sie uns gezeigt, dass wir von Anfang bis Ende konzentriert unser Spiel spielen und kämpfen müssen - unabhängig von dem, was von der Anzeigetafel leuchtet. Es ist wichtig, dass wir unsere Fehler erkennen, daraus lernen und sie nicht wiederholen. Wir müssen nach vorne schauen. Und das beginnt mit dem Spiel in Bad Homburg." Die 22-Jährige nimmt dabei auch sich selbst in die Pflicht: "Nachdem ich im Hinspiel verletzungsbedingt gefehlt habe, hoffe ich, diesmal wertvolle Impulse geben zu können. Egal, was von mir gefordert wird, ich muss bereit sein. Erst recht, wenn wie zuletzt wichtige Spielerinnen fehlen." red