Die Spiele beim FC Sand werden oft vom Kampf bestimmt, so war es auch in diesem Fall: In einem intensiven Bayernliga-Derby musste sich die DJK Don Bosco Bamberg mit einer Nullnummer begnügen. Vielleicht bezeichnend, dass ein Platzverweis in der 87. Minute für den größten Aufreger des Spiels sorgte: Nachdem Sands Christopher Gonnert seitlich mit vollem Risiko den Gegner zu Boden brachte, zeigte ihm Schiedsrichter Lothar Ostheimer die Rote Karte - eine harte Entscheidung. Möglicherweise hätte es eine Verwarnung auch getan.

Letztendlich war das Derby kein Augenschmaus, doch es lebte von der Spannung. Beinhart gingen beide Teams ans Werk, die rund 300 Zuschauer waren äußerst aufgewühlt.

"Es war klar, dass es in Sand immer schwer ist", betonte Bail. "Über Thorsten Schlereth und Shaban Rugovaj wurde Sand immer wieder gefährlich, deswegen war es schwierig, ins volle Risiko zu gehen. Da wir aufgrund unserer Tabellensituation es nicht nötig haben, die Brechstange herauszuholen, nehmen wir den Punkt gern mit. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren", so Bail.

Der gegenseitige Respekt war groß und lähmte den Spielfluss in der Anfangsphase. Sowohl der FC Sand als auch Don Bosco legten zunächst einen hohen Stellenwert auf einen geordneten Spielaufbau. Hundertprozentige Torchancen waren Mangelware. Den ersten Torschuss der Bamberger feuerte Patrick Hoffmann erst in der 19. Minute ab. Die Gäste besaßen etwas mehr Zug zum Tor, ohne im Strafraum wirkliche Gefahr auszustrahlen. Ähnlich sah es aufseiten der Hausherren aus. Mit Ausnahme von Schüssen aus der Distanz von Rippstein (28.) und Rugovaj (32.) brachten die Sander in der Offensive nur wenig zustande. Die Defensive hingegen stand sicher, in die Zweikämpfe warfen sich die Korbmacher mit aller Entschiedenheit. Die einzige nennenswerte Möglichkeit in der ersten Hälfte hatte Rosiwal, als er im Sechszehner sein Glück versuchte, der Torwart aber sicher parierte (43.).

Kurz nach der Pause erhöhte Bamberg den Druck, Marco Haaf kam aus vielversprechender Position zum Abschluss (48.). Die Gastgeber steigerten ebenso ihre Risikobereitschaft: Rugovaj kam aus aberwitzigen zwei Metern zum Abschluss, allerdings warf sich im letzten Moment ein Bamberger dazwischen - eine Wahnsinnsgelegenheit. Im Nachschuss fand Johannes Bechmann seinen Meister in Keeper Michael Edemodu (55.).

Für die beste Möglichkeit sorgte Rosiwal. Nach einem Freistoß hämmerte der Stürmer die Kugel an den linken Innenpfosten, so dass der Ball an der Torlinie entlang kullerte, bis Keeper Stefan Klemm die Situation endgültig klärte (73.). Die Unparteiischen waren sich sicher: kein Tor.

Bail hätte sich lieber einen Sieg gewünscht, nichtsdestotrotz kann er mit dem Ergebnis leben: "Es war ein sehr kampfbetontes Spiel, beide Teams haben alles reingeworfen. Aus meiner Sicht hatten wir mehr gefährliche Torchancen, allerdings haben wir es verpasst, im richtigen Moment genaue Pässe zu spielen." Der Großchance in der 73. Minute weinte er dennoch etwas nach: "Der Pfostenschuss war natürlich ärgerlich. Auch wenn das letzte Quäntchen Glück in der Offensive gefehlt hat, hat mein Team super gekämpft und läuferisch auf jeden Fall überzeugt." Etwas zweigespalten war auch Simon Allgaier: "Die zweite Hälfte war deutlich besser von uns. Hinten haben wir nicht viel zugelassen, vorn haben wir unsere Chancen leider nicht konsequent genutzt. Es fühlt sich eher so an, als hätten wir zwei Punkte verloren."