Zwei überraschende Verlierer der Vorwoche stehen sich am Samstag (14 Uhr) auf der Rudi-Ziegler-Sportanlage in Wildensorg gegenüber. Die gastgebende DJK Bamberg vergoldete ihren sensationellen Saisonauftakt mit zwei Siegen nicht und unterlag in Überzahl bei der bis dorthin punktlosen Drittligareserve des FC Würzburger Kickers. Der FSV Erlangen-Bruck kassierte eine empfindliche 1:5-Heimpleite allerdings gegen das Spitzenteam TSV Großbardorf.
Die Voraussetzungen für den Vergleich mit dem letztjährigen Aufsteiger ähneln denen vor gut drei Monaten, als die Brucker mit einer 1:3-Pleite gegen Aubstadt im Gepäck kamen und die Don-Bosco-Elf zu gleicher Zeit ein in letzter Sekunde niederschmetterndes 1:2 in Schweinfurt verdauen musste. In Würzburg wiederholte sich diese Art von Negativerlebnis. Drei Minuten vor dem Abpfiff ermöglichte die Bamberger Passivität den Siegtreffer der bereits seit fast 40 Minuten in Unterzahl agierenden Nachwuchstruppe der Kickers.
Kritisch beurteilt DJK-Trainer Mario Bail die Leistung. "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Die Kaltschnäuzigkeit und der Druck aufs gegnerische Tor fehlten. Die viel zu leichtfertige Verteidigung der letzten Ecke führte aus dem Nichts zum Würzburger Siegtreffer." Dies war umso bitterer, weil "auch der zweite Schuss aufs Tor drin war". Der 38-Jährige gewann aber auch positive Erkenntnisse. "Wir haben aus dem Spiel nichts zugelassen, den Gegner von unserem Strafraum ferngehalten, uns aber um den Lohn gebracht."


Viele erfahrene Akteure

Chancenlos waren dagegen die Erlanger Vorstädter gegen Großbardorf, obwohl sie drei Tage zuvor mit dem 5:1-Sieg in Ansbach für einen Paukenschlag gesorgt hatten. Die Mannschaft des 44-jährigen Übungsleiters Norman Wagner setzt sich aus einer Mischung von Jung und Alt zusammen. Die torgefährliche Offensive und das spielstarke Mittelfeld sind mit Routiniers bestückt, die über längere Zeit in der Regionalliga ihren Mann standen und die Jungen an ihrer Seite reifen lassen.
In der Spitze arbeitet mit dem 31-jährigen Oliver Seybold ein Topstürmer, der in den letzten 14 Jahren elf Tore in der Regional-, 61 in der Landes- und 64 in der Bayernliga erzielte. Da sein ehemaliger kongenialer Partner Tom Jäckel in der aktuellen Saison für Jahn Forchheim auf Torjagd geht, bekam er mit dem 28 Jahre alten Adem Selmani (aus Forchheim) einen adäquaten Nachfolger an die Seite. Seybold (3) und Selmani (2) erzielten zusammen bereits fünf Treffer.
Als Drahtzieher fungiert Kapitän Bastian Lunz (33 Jahre, 100-mal Regionalliga, 205-mal Bayernliga), der auf der Sechserposition vom zweikampfstarken Florian Fromholzer unterstützt wird. Beiden gelingt es immer wieder, die quirligen und torgefährlichen Außenstürmer Thomas Roas (29, 2 Tore) und Firat Cagli (19, 1), der dem eigenen Nachwuchs entsprang, im Umschaltspiel in Szene zu setzen.
Dieser Offensive bekundet Mario Bail allergrößten Respekt. "Für uns wird das brutal schwer. Alle Brucker Stürmer sind in der Lage, ein Spiel im Alleingang zu entscheiden." Der DJK-Coach spricht von einer ganz anderen Aufgabe als beim 4:1-Heimsieg am 24. April. "Die Brucker hatten damals den Klassenerhalt in der Tasche und keinerlei Druck. Dieses Mal werden sie deutlich heißer sein." Diesem Elan will Bail begegnen. "Gegen den Ball arbeiten wir hervorragend. Das wollen wir auch weiterhin so praktizieren und fleißig Punkte sammeln, die allesamt im Kampf für den Klassenerhalt zählen." Keeper Michael Edemodu, Ali Eckert und Michael Fischer fehlen aus privaten Gründen. Dafür rücken der 18-jährige Peter Stöcklein fürs Tor und der genesene Azizou Zoumbare in den Kader.
DJK Bamberg: Glos, Stöcklein - Allgaier, Esparza, M. Hoffmann, P. Hoffmann, Jessen, Kettler, Leicht, Müller, Niersberger, Rosiwal, Schmauser, Schmoll, Spies, Strobler, R. Thomann, Wunder, Zoumbare