Die Keglerinnen des SKC Victoria Bamberg sind erneut das Maß der Dinge in Europa: Mit einem 6:2-Finalsieg im kroatischen Zapresic gegen Mlaka Rijeka holten sie zum dritten Mal in Folge den Titel in der Champions League. Durch den Titel-Hattrick verbleibt der Pokal auf ewig beim SKC Victoria. Beste Spielerin des Finalturniers wurde Sina Beißer (663 Kegel).

Bei den Herren siegte KK Zapresic, sie nutzten ihren Heimvorteil und bezwangen im Finale den Titelverteidiger aus Podbrezova mit 5:3.

Harter Kampf im Halbfinale

Bevor die Victoria überhaupt an das Finale denken durfte, musste das schwere Halbfinale gegen KK Slovan Rosice bestritten werden. Zwischen dem deutschen und dem tschechischen Meister entwickelte sich ein spannendes Spiel. Ioana Antal machte ein überragendes Spiel und setzte sich mit 3:1 SP und 657:618 durch. Einen ebenso wichtigen Punkt fuhr Sina Beißer (3:1 SP, 628:580) ein. Wie wichtig die Kegel sind, zeigt das Resultat von Daniela Kicker, die sich mit 0:4 SP und 570:597 geschlagen geben musste. Die Victoria führte mit 2:1 SP und 60 Kegel.

Nun sollten Alina Dollheimer, Ines Maricic und Beata Wlodarczyk für den Sieg sorgen. Dollheimer, die im Lauf des Spiels vonCarolin Eigler ersetzt wurde, unterlag mit 1:3 SP und 554:589. Da auch Wlodarczyk im Hintertreffen lag, wuchs der Druck. Auch die für Wlodar-czyk eingewechselte Melissa Stark konnte nicht für die Wende sorgen, beide unterlagen mit 0:4 SP und 600:601. Es kam also auf Maricic an, die ihr Duell souverän gestaltete. Sie setzte sich locker mit 3:1 SP und 629:554 durch und sorgte nicht nur für den wichtigen dritten MP, sondern auch für die Differenz beim Gesamtergebnis von 3598:3539. Dieses sollte den Ausschlag geben, da man in den Sätzen mit 10:14 im Hintertreffen lag.

Im anderen Halbfinale setzte sich KK Mlaka Rijeka mit 6:2 gegen den BBSV Wien durch und zog damit ins Finale ein.

Bamberg baute sein Starttrio für das Finale um und brachte neben Antal und Beißer auch Stark in die Startaufstellung. Antal kam wie im Halbfinale gut ins Spiel und ging mit 1:0 (162:155) in Führung, ehe man sich mit 153:153 den SP teilte. Doch dann glich die Gegnerin mit 165:140 zum 1,5:1,5 aus, so musste der letzte Satz die Entscheidung bringen. Antal bewies Nervenstärke im Abräumen und setzte sich durch (2,5:1,5 SP, 609:611). Stark hatte zu Beginn Probleme und lag 0:2 zurück. Dann platzte der Knoten, mit 175:156 gelang der Anschluss. Doch ihre Gegnerin gab nie auf, auch wenn sie nach den Vollen erneut gegen Stark in Rückstand lag, und sicherte sich den MP mit 3:1 SP und 631:596 Kegel - der Ausgleich zum 1:1.

Aber es gab ja noch eine Sina Beißer, die wie entfesselt aufspielte. Mit 166:143 und 165:165 stand es zur Halbzeit 1,5:0,5 für Beißer. Unter Anfeuerung setzte sie sich zur Freude vieler Bamberger auch im dritten Satz mit 153:146 durch und machte den MP perfekt. Doch nun wollte Beißer alles. Nach 109 in die Vollen folgten 70 im Abräumen, womit sie sich auch den letzten Satz mit 179:140 gewann und so der MP mit 3,5:0,5 SP und 663:594 nach Bamberg ging. Dank des Resultats von Beißer konnte Bamberg nach dem Start eine Führung von 2:1 MP und 32 Kegel verbuchen.

Diese Führung sollte von Dollheimer, Maricic und Kastner verteidigt werden. Dollheimer steigerte sich im Vergleich zum Halbfinale deutlich und ging nach 163:150 mit 1:0 in Führung, ehe ihre Gegnerin zum 1:1 ausglich. Doch danach war Dollheimer überlegen und sicherte sich die Sätze 3 und 4 mit 158:143 und 142:139, womit der MP mit 3:1 SP und 603:585 an Bamberg ging. Kastner, die im Halbfinale geschont wurde, war im Finale stets im Bilde. Sie hatte keine Probleme und erspielte sich den MP vorzeitig, da sie die ersten drei Sätze mit 142:138, 147:134 und 153:141 gewann.

Die eingewechselte Gegnerin konnte mit dem Satzgewinn (153:148) zum 3:1 und 590:566 für Schadensbegrenzung sorgen. Im mit Spannung erwarteten Duell von Maricic gegen Bosak, zwei der besten Spielerinnen der Welt, sahen die Zuschauer einen enorm spannenden Wettkampf, in dem sich Maricic zu Beginn zwei Mal haarscharf mit 152:151 und 159:157 durchsetzte. Doch Bosak gab trotz des Rückstands nicht auf und verkürzte nach 152:149 auf 2:1 SP, wobei beide Spielerinnen mit 460:460 gleichauf lagen. Trotz eines soliden Satzes von 154 konnte sich Maricic nicht durchsetzen, da Bosak 9 Kegel mehr abräumte, die ihr den Satzgewinn mit 163 bescherten und somit auch der MP bei 2:2 SP mit 620:614 an Rijeka gingen. Doch dies war nicht mehr entscheidend, da Bambergs Vorsprung neben den bereits vier erspielten Duellsiegen reichte und der Titel-Hattrick in der Champions League somit perfekt war. maha