Die Graf-Stauffenberg-Halle, die "Blaue", wird gerne als altehrwürdig beschrieben. Einen geradezu legendären Ruf genießt die John-F.-Kennedy-Halle. Damals auf dem Gelände der US-Armee gelegen, brannten sich in den 70er-Jahren die Duelle eines 1. FC 01 Bamberg um Jim Wade mit dem USC Heidelberg um "Didi" Keller ins Gedächtnis der Basketballfans ein. Ein heißes Gefecht möchten auch die Korbjägerinnen der DJK Don Bosco Bamberg abliefern, wenn sie am Freitag (19.30 Uhr) zum zweiten Finalspiel um die Meisterschaft der 2. Liga Süd bei den favorisierten BasCats des USC Heidelberg in der Halle "ISSW 700" zu Gast sind.

Da die Pforten der "Blauen" sanierungsbedingt wohl bis Ende 2020 geschlossen bleiben, hat sich die Mannschaft von Trainer Konstantin Hammerl in dieser Woche auch in der "JFK" vorbereitet. "Eine schöne Halle", befindet Hammerl. Obwohl auch für Spiele sicher bestens geeignet, lassen Sicherheitsauflagen der Bundespolizei, in deren Ausbildungszentrum der Basketballtempel steht, bislang nur Trainingseinheiten zu.

Noch richtig kurze Hosen trugen die Herren, als es zwischen Bamberg und Heidelberg zur Sache ging. Jedes einzelne Spiel eine Nervenschlacht seinerzeit in der JFK-Halle. Nur wenn es die DJKlerinnen am Freitagabend schaffen, den gastgebenden Damen am Neckar das Zittern beizubringen, können sie die Entscheidung im Titelrennen auf Sonntag (14 Uhr) an selber Stelle vertagen. Noch keinem Gegner gelang es in dieser Saison, die Heidelbergerinnen vollkommen aus dem Tritt zu bringen. Zu souverän traten sie auf, fuhren in ihren 19 Spielen 19 klare Siege ein.

Der mit 52:65 verlorene Auftakt der Finalserie am vergangenen Sonntag lässt Hammerl und seine Damen jedoch hoffen. "Wir dürften das erste Team in dieser Saison gewesen sein, das Heidelberg im Rebounding überlegen war", erklärt der DJK-Coach. Zudem: Ein mit 6:14 verlorenes Viertel wie das dritte in Bamberg kannten die Heidelbergerinnen in dieser Runde auch noch nicht. "Wir haben gewonnen, aber auch gemerkt, dass es gegen Bamberg kein Spaziergang wird", bemerkte der USC-Trainer Dennis Czygan. Zwölf Punkte erzielte Helena Chatzitheodoros für die BasCats in Bamberg. Sie fordert nach dem Auftaktsieg: "Jetzt sollte nur noch unsere Wurfausbeute etwas besser werden."

Sicher haben sich auch die Bambergerinnen vorgenommen, besser zu treffen. 31 Prozent ihrer Würfe verwandelte die DJK aus dem Feld, auf 30 Prozent kam der USC. Zudem gelte es, so Hammerl, nach 21 Ballverlusten in der ersten Finalpartie die Fehlerquote zu senken. Kleinigkeiten würden wieder den Unterschied ausmachen. "Das erste Spiel hat gezeigt: Wir sind sehr wohl im Geschäft, und das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. Das Erste wollen wir bleiben, das Zweite geraderücken."