Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als sie nach dem Derby in der Kegler-Bundesliga zwischen dem TSV Breitengüßbach und dem SKC Victoria Bamberg auf die Anzeigentafel blickten. Beide Teams hatten Kegelsport der Spitzenklasse gezeigt. Die Gäste setzten sich mit neuem Bahnrekord von 3884:3819 Kegeln bei 6:2 Mannschaftspunkten (MP) gegen die Güßbacher durch. Schon alleine wegen der Weltklasseresultate von Christian Jelitte (708, TSV) sowie Christopher Wittke (692) und Florian Fritzmann (691, beide SKC) hatte sich der Besuch der "Frankenstuben" zum Saisonauftakt gelohnt.

"Es war das bisher beste Derby im Verein Bamberger Sportkegler. Beide Teams trieben sich zu Topergebnissen, noch dazu mit einem neuen Bahnrekord. Ein wichtiger Schlüssel für unseren Erfolg war, dass wir den Rückstand nach der Mittelgruppe in Grenzen halten konnten, ein weiterer der unbedingte Siegeswille der Mannschaft, die sich auch von negativen Erlebnissen im Spiel nicht hat unterkriegen lassen. Trotz des Rückstandes nach dem ersten Satz der Schlussgruppe von über 60 Kegeln sind wir wieder zurückgekommen. Es war beeindruckend, wie sich unser Youngster Christopher Wittke in einen Rausch spielte und mit einer neuen persönlichen Bestleistung maßgeblich zum Sieg beitrug. Vergessen möchte ich nicht, Christian Jelitte zu seinem Riesengergebnis von 708 Kegeln zu gratulieren", sagte Markus Habermeyer, der stolze Teammanager der Victoria, nach dem starken Auftritt seines Teams.

Zwei Neuzugänge am Start

Der TSV ließ seine Neuzugänge Manuel Bachmaier und Christian Rennert gegen die routinierten Rumänen im SKC-Dress, Cosmin Craciun und Nicolae Lupe, starten. Bachmaier zeigte sich bei seinem Erstligadebüt unbeeindruckt von der Atmosphäre und startete blitzsauber mit 168:159 gegen Craciun. Der Gast konterte mit 161:145, ehe Bachmaier mit 150:138 erneut in Führung ging. Mit etwas Glück im vorletzten Wurf kam Craciun noch einmal ins Vollebild und holte sich mit dem letzten Anwurf bei 2:2 Satzpunkten (SP) und 628:625 Kegeln knapp den ersten MP. Auch Rennert kam mit 157 gut aus den Startlöchern, musste sich aber Lupu (166) geschlagen geben. Mit 176:154 schaffte er ebenfalls den Ausgleich. Nach leichten Problemen im dritten Satz (137:158) schien das Duell zu kippen, doch nun zeigte Lupu ungewohnte Schwächen im Abräumen, die Rennert nutzte. Er entschied das Abräumen mit 61:36 klar für sich und machte bei 2:2 SP mit 630:607 Kegeln den ersten MP für den TSV klar.

Jelitte und Fritzmann bärenstark

Die Duelle in der Mittelachse zwischen Christian Jelitte und Sebastian Rüger sowie zwischen den beiden Mannschaftsführern Tobias Stark und Florian Fritzmann nahmen einen einseitigen Verlauf. Über die fulminanten Einzelbahnen von 170, 167, 184 und 170 Kegeln holte sich Fritzmann gegen Stark souverän mit 691:603 ein klares 4:0 nach Sätzen. Nebenan zeigte auch Christian Jelitte eine Weltklasseleistung, mit der er seinen ehemaligen Teamkollegen noch übertraf. Rüger blieb mit seinen soliden 615 Kegeln nur die Zuschauerrolle bei einer glatten 0:4-Niederlage nach Sätzen, denn "Jelly" katapultierte sein Resultat über 185, 174, 183 und 166 auf den Ligabestwert am ersten Spieltag von sagenhaften 708 Kegeln. Die 422 in die Vollen und fehlerfreien 286 Abräumer waren ein Genuss für die Zuschauer, die eine ausgeglichene Partie bei 2:2 MP im Gesamtresultat sahen.

Wittke leitet Sieg ein

Den besseren Start im Schlussabschnitt erwischte erneut der TSV. Robin Parkan holte sich mit fulminantem Beginn (182) gegen Christopher Wittke (165) den ersten Satz, während es Zoltan Hergeth (155) durch einen unnötigen Fehlwurf verpasste, gegen Christian Wilke (155) den kompletten SP für sich zu erspielen. Auch auf der zweiten Bahn teilten sich Hergeth und Wilke mit jeweils 164 Kegeln den SP. Selbiges Szenario zeigten die Nebenbahnen, auf der Wittke mit überragenden 183:141 die Schwäche von Parkan ausnutzte. Die Vorentscheidung des bis dato offenen Derbys fiel im dritten Satz. Weder Parkan (152) noch Hergeth (149) schafften es trotz solider Ergebnisse, erneuten Druck aufzubauen, und so sicherten sich Wittke (167) und Wilke (162) die 2:1-Führung. Bereits im Vollenspiel des letzten Durchgangs mussten die Güßbacher ihre Gegner weiter davonziehen lassen. Mit 170:152 holte sich Wilke das 3:1 nach Sätzen mit starken 651:620 Kegeln gegen Hergeth. Zum Matchwinner wurde der junge Christopher Wittke, der die magische 700er-Traummarke in Angriff nahm, doch mit 177:158 zum Abschluss blieb sein Totalisator bei nicht weniger grandiosen 692:633 stehen, was für ihn den MP bei 3:1 Sätzen gegen Parkan bedeutete.

"Wir haben erneut über 3800 gespielt und können uns daher kaum einen Vorwurf machen. Auch wenn ich mit meiner Leistung selbst nicht zufrieden bin und vielleicht auch anderweitig noch das eine oder andere Holz mehr drin gewesen wäre, muss man die Spitzenleistung der Bamberger, vor allem von Flo mit 691 und Christopher mit 692, neidlos anerkennen. Fast 3900 bei uns zu spielen, ist bisher noch keiner Mannschaft gelungen, außer der Victoria selbst. Ich denke, gegen fast jeden anderen Gegner wären wir heute als Sieger von den Bahnen gegangen, so kann ich dem SKC nur zum Derbysieg mit Mannschaftsbahnrekord gratulieren. Am meisten tut es mir für ,Jelly‘ leid, da seine sensationellen 708 Kegel nicht mit einem Sieg belohnt wurden. Ich denke, heute wäre es sicherlich auch für uns verdient gewesen, aber wir sind nicht mehr so weit entfernt wie in den vergangenen Jahren, das stimmt mich positiv", meinte der nicht lange enttäuschte TSV-Kapitän Tobias Stark. TSV Breitengüßbach - SKC Victoria Bamberg 2:6

(10:14 Satzpunkte, 3819:3884 Holz) Bachmaier - Craciun 2:2 (625:628) Rennert - Lupu 2:2 (630:607) Jelitte - Rüger 4:0 (708:615) Stark - Fritzmann 0:4 (603:691) Parkan - Wittke 1:3 (633:692) Hergeth - Wilke 1:3 (620:651)