Der FC Eintracht Bamberg hat am Samstag im Bamberger Fuchs-Park-Stadion eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben und musste sich am Ende mit einem 2:2 gegen den FC Kickers Würzburg begnügen.
"Ich habe gedacht, ich habe ein kleines Déjà-vu. Wie beim 1:4 in Seligenporten sind wir auch in Bamberg schnell mit 0:2 in Rückstand geraten. Damals wie jetzt haben wir uns von der körperlichen Präsenz beeindrucken lassen. Vorne konnten wir nur wenig Druck auf die gezielten langen Bälle aufbauen", haderte Gäste-Trainer Dieter Wirsching mit der Leistung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten. Tatsächlich standen die Bamberger sehr hoch und attackierten früh. Bei einem Freistoß des FC-Torjägers Johannes Bechmann musste Daniel Tsiflidis das erste Mal eingreifen. Auf der Gegenseite parierte Oliver Scheufens gegen Cristian Alexandru Dan. In der 14. Min. durften die 609 Zuschauer jubeln: Nach einem Freistoß durch Florian Pickel brachten die Würzburger den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Kevin Kühnlein war zur Stelle und drückte das Leder zum 1:0 über die Linie. Dann war es Alex Deptalla, der nach einem feinen Pass von Victor Gradl das 2:0 auf dem Fuß hatte. Es gelang dem Bamberger Stürmer schließlich in der 31. Min.: Ein langer Ball fand Deptalla, der sich gegen Tsiflidis durchsetzte und zum 2:0 einschob.
Die Freude über den zweiten Treffer währte nur 120 Sekunden. Scheufens verschätzte sich bei einer Flanke, Christopher Bieber besorgte den Anschlusstreffer. Die Bamberger verpassten in Person von Lukas Görtler das 3:1 nach einem Kollektivversagen in der unterfränkischen Defensive. "Was mich ärgert, ist das 1:2 - ein Tor aus dem Nichts", so FC-Coach Petr Skarabela. Seine Elf hatte die Partie im Griff und war verdient mit einem 2:1 in die Pause gegangen. Würzburg tat insgesamt zu wenig und kreierte kaum Chancen.
Das aber sollte sich grundlegend ändern. Während die Würzburger nun immer mehr das Heft in die Hand nahmen, traten die Bamberger desolat auf. Bereits kurz nach Wiederanpfiff verpassten gleich drei gegnerische Angreifer den Ausgleich nach einer Hereingabe von Joseph Mensah. In der 57. Min. vergab Bieber freistehend per Kopf die bis dato beste Gelegenheit. Die Gäste kamen durch Carl Murphy und Frank Wirsching zu weiteren guten Möglichkeiten. Den Bambergern fiel wenig ein, zu ideenlos ihr Spiel nach vorne, das Rezept, mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen, erwies sich als falsch. "Los jetzt, kommt raus!", forderte Skarabela ein ums andere Mal - und wurde nicht erhört.
Anders auf der Gegenseite, wo die Würzburger die Wünsche des Trainers nach der Pause umsetzten. "Durch das 1:2 haben wir Zugriff auf das Spiel bekommen und in der zweiten Halbzeit mehr Druck ausgeübt. Wir hatten in der Folge mehrere hundertprozentige Einschussmöglichkeiten, die Eintracht hat wenig nach vorne gemacht und wollte das 2:1 über die Zeit retten. Wir haben dann völlig verdient das 2:2 durch Bieber erzielt", freut sich Dieter Wirsching über den Ausgleich. Jenes Tor besorgte in der 87. Min. wiederum der Torjäger der Gäste nach einer scharfen Flanke von Murphy. Skarabela zeigte sich vor allem mit dem Auftreten seines Team im zweiten Durchgang unzufrieden: "Wir haben unsere Linie verloren. Wenn wir mit dem 2:0 in die Kabine wären, wäre das Spiel wahrscheinlich anders gelaufen. In der zweiten Halbzeit war der Druck der Würzburger dann enorm. Wir haben um den Ausgleich gebettelt. In den letzten 20 Minuten haben wir die Bälle nur nach vorne geschlagen. Es ist schade, dass wir drei Minuten vor Schluss so ein Tor kassieren. Der eine Punkt ist für uns zu wenig. Das Remis geht in Ordnung."

FC Eintracht Bamberg 2010 - FC Kickers Würzburg 2:2
FC Eintracht Bamberg 2010: Scheufens - Gradl, Bechmann, Kühnlein, Gressel, F. Pickel, Kaiser (63. Kettler), Mekic, J. Pickel, Görtler (80. Wieczorek), Deptalla / FC Kickers Würzburg: Tsiflidis - Murphy, Sonnenberger, Konjevic, N. Wirsching (43. Azizi), Mensah, F. Wirsching, Duhnke, Borba (80. Ochs), Bieber, Dan (66. Desic) / SR: Treiber (Neuburg) / Zuschauer: 609 / Tore: 1:0 Kühnlein (14.), 2:0 Deptalla (31.), 2:1 Bieber (34.), 2:2 Bieber (87.) / Gelbe Karten: J. Pickel, Gressel / N. Wirsching, Mensah, Murphy, Desic