Vor einer brisanten Hausaufgabe steht die DJK Don Bosco Bamberg (13.) in der Fußball-Bayernliga, wenn sie am Sonntag um 15 Uhr mit dem ATSV Erlangen (6.) am letzten Vorrundenspieltag die Mannschaft der Stunde empfängt. Der ATSV hat als einziges Team der Liga seine letzten drei Partien gewonnen.

Unter den Gegnern der Erlanger war auch Spitzenreiter SV Seligenporten, dem sie vor 14 Tagen die dritte Niederlage beibrachten (3:2) und Lob von allen Seiten erhielten. Eine Woche zuvor standen sie mit Glücksgöttin Fortuna im Bunde, als ihnen der 1:0-Siegtreffer gegen den Würzburger FV in der 92. Minute gelang. Wie sehr sie von der Erfolgswelle getragen werden, bewiesen sie beim klaren 5:0 gegen Karlburg vor Wochenfrist, wo sie laut Trainer Shqipran Skeraj "zielstrebig gespielt" haben und beweisen wollten, dass der Sieg beim Ligaprimus kein Zufallsprodukt gewesen sei.

Der frühere Zweitligaprofi stülpte seinen Schützlingen ein schwer auszurechnendes Konzept über, obwohl er nach der Debütsaison sein Offensivquartett verlor, das für 29 der insgesamt 43 Treffer verantwortlich zeichnete. Schnittstellenpässe, gefährliche Standards und das Zusammenspiel gelten als die speziellen Fähigkeiten seiner Mannschaft. Emporkömmlinge wie der vielseitige Josip Bajic (19), der als einziger alle 15 Begegnungen bestritt, oder der gleichaltrige Lucas Markert, der in Seligenporten als dreifacher Vorbereiter glänzte, erarbeiteten sich einen Stammplatz im Team, das mit regionalligaerfahrenen Akteuren bestückt ist. Allein Mittelfeldstratege und Kapitän Michael Krämer (33) weist 137 Einsätze in der Regionalliga und auch zwei Spiele in der 2. Bundesliga für Greuther Fürth auf. Philipp Mandelkow (26 Jahre, 3 Tore), Neuzugang Bastian Herzner (29, 7), Defensivrecke Kevin Guerra (24) sowie Abwehrchef Sebastian Lindner (31) blicken auf höherklassige Erfahrung zurück. Innenverteidiger Ervis Kaja (32) kam neu vom albanischen Meister Dinamo Tirana. In England sammelte der Deutsch-Italiener Yuri Meleleo (22, neu vom ASV Vach) erste Meriten. Als weiterer Volltreffer unter den Neuen zeigte sich Zoran Maksimovic (24, 3 Tore), der mit Daniel Geissler (25, 7) für Schlitzohrigkeit und geniale Pässe steht.

Für DJK-Coach Rolf Vitzthum steht es außer Frage, dass der Tabellen-13. der Vorsaison heuer nicht zuletzt wegen seines bärenstarken 28-Mann-Kaders höher einzuschätzen ist. Seine einzige Niederlage auf fremdem Geläuf holte sich der Erlanger Klub beim FC Eintracht Bamberg mit 0:3. Vitzthum möchte die Vorgabe des Lokalrivalen gerne wiederholen und den ersten Sieg im dritten Vergleich mit dem ATSV verbuchen. Das letzte Heimspiel gegen die Erlanger setzten die Wildensorger vor gut einem Jahr sehr unglücklich (Elfmeter kurz vor Schluss vergeben, im Gegenzug das 0:2 kassiert) mit 1:2 in den Sand, das Rückspiel im Mai endete torlos.

Um überhaupt eine Chance zu besitzen, muss sich die Don-Bosco-Elf von einer anderen Seite präsentieren als zuletzt beim 1:3 in Cham, wo Vitzthum "vom Rückfall in alte Zeiten" spricht. "Die erste Halbzeit war gar nichts von uns, der Sturm fiel verletzungstechnisch und leistungsmäßig voll aus", fasst er die schwache Vorstellung zusammen. Er lobte Marc Eckstein, der "in den letzten zehn Minuten für ein Chancenplus sorgte", erkannte aber die verdiente Niederlage an. "Es beutelt uns gescheit und immer mehr. Allgaier, Geyer und Trawally fallen aus. Hinzu kommt unregelmäßiges Training bei vielen unserer Akteure." Gegen Erlangen hofft er dennoch: "Vielleicht können wir uns gegen diese spielerische Mannschaft besser behaupten?"

DJK Don Bosco Bamberg: Stöcklein, Medem - Baumgärtner, Bergmann, Eckstein, Esparza, Fippl, Hümmer, Jessen, Kettler, Lake, Pfänder, Rosiwal, Slawik, Wunder