Sensationell errangen die Basketballer der Jahrgänge 2001 bis 2003 des Bamberger Kaiser-Heinrich-Gymnasiums nach einem spannenden Finale gegen das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin mit einem 51:42-Sieg nach Verlängerung den Meistertitel beim Bundesfinale der Schulen in Berlin. Sie qualifizierten sich ebenso wie die erfolgreichen Mädchen des Clavius-Gymnasiums - wir haben berichtet - für die Weltmeisterschaft im Frühjahr 2019 in Griechenland.
Neuland betrat die Wettkampf-II-Mannschaft des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums bei ihrem ersten Auftritt beim Bundesfinale, dennoch fuhr die Truppe um Coach Volkmar Zapf selbstbewusst nach Berlin. Das KHG ist Stützpunktschule und gleichzeitig Kooperationspartner von Brose Bamberg, so dass einige Spieler aus dem erfolgreichen Nachwuchsprogramm des deutschen Meisters für das KHG auf dem Parkett standen.
Im ersten Gruppenspiel taten sich die Bamberger zunächst gegen das favorisierte Sportgymnasium Guthsmuths aus Jena schwer, besannen sich aber in der zweiten Halbzeit auf ihre Stärken und siegten verdient mit 39:34.
Gegen den Vertreter des Saarlands, das Gymnasium am Stefansberg Merzig, ließen die KHG-Jungs nichts anbrennen und gewannen souverän mit 55:14. Und auch in der dritten Partie des Tages gegen das Johann-Rist-Gymnasium aus Wedel (Schleswig Holstein) wurde ein ungefährdeter 51:29-Sieg gefeiert, so dass das KHG als Gruppensieger in die Finalrunde einzog und den Sieg über Jena "mitnahm".
Von Vorteil war, dass alle Spieler gleichmäßig eingesetzt und so Kräfte für die folgenden beiden Tage gespart werden konnten. Julius Rosiwal und Alexander Bollerhoff erfüllten hierbei ihre Rollen mit Bravour.
In der Gruppe 1 der Finalrunde traf das KHG auf die Gesamtschule Franzsches Feld aus Braunschweig, die nach einer deutlichen Leistungssteigerung des gesamten Teams mit einer 16:77-Schlappe nach Hause geschickt wurde. Am Nachmittag ging es gegen das Ganztagsgymnasium Theresianum Mainz um den Gruppensieg. Durch eine konzentrierte und intensive Verteidigungsleistung sowie einem offensiv glänzend aufgelegten Philipp Seibold siegten die Bamberger mit 43:21.
Dies bedeutete, dass man im Halbfinale auf die Geschwister-Scholl-Schule aus Tübingen traf, die in der anderen Gruppe gegen das Leistungszentrum aus Berlin mit der Schlusssirene 36:39 verloren hatte. Die Partie gegen die komplette Vereinsmannschaft aus Tübingen wurde zu einer intensiven Schlacht. Die Bamberger Guards Valentin Brevet, Simon Ulshöfer und Jakob Kessler hielten aber clever dagegen (Halbzeit 18:20). Tübingen sah schon wie der Sieger aus, als sich Valentin Brevet drei Minuten vor Spielende am Sprunggelenk verletzte. Jakob Kessler übernahm seinen Part jedoch ideal. Beim 34:34 ging es in die Verlängerung. In dieser setzten sich die KHGler dank ihrer Intensität und Nervenstärke an der Freiwurflinie mit 40:36 durch.
Am Finaltag stand das KHG dann der Kaderschmiede von Alba Berlin gegenüber. In der Sömmeringhalle Charlottenburg gestaltete sich von Beginn an ein Spiel auf hohem Niveau. Valentin Brevet lief trotz Schmerzen auf, organisierte zusammen mit Simon Ulshöfer den Spielaufbau und setzte immer wieder die beiden "Langen" in Szene. Besonders Jekabs Beck lief zur Höchstform auf und verwandelte in der Zone mit traumhafter Sicherheit. Nach dem Seitenwechsel (19:16) verloren die KHG-Jungs den Rhythmus. Coach Zapf rief zu einer Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlte: Der Acht-Punkte-Rückstand wurde mit einer furiosen Aufholjagd egalisiert. Leon Bulic (12 Punkte, 11 Rebounds und 11 Assists) sowie Jekabs Beck (32 Punkte, 16 Rebounds) übernahmen nun komplett das Kommando, so dass es am Ende der regulären Spielzeit 42:42 stand.
Sieben Punkte in Folge durch Beck und hervorragende Verteidigungssequenzen, in denen keine Berliner Punkte mehr zugelassen wurden, besiegelten in der Verlängerung den Bamberger Sieg. Adrian Bergmann setzte mit einem weiteren fulminanten Dunking den glorreichen Schlusspunkt eines erinnerungswürdigen Finales. vz